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Anhalter Bahnhof

Rund um den Anhalter Bahnhof

Anhalter Bahnhof

1910: Anhalter Bahnhof, Stresemannstraße, Askanischer Platz (Quelle: Wikipedia, Lizensfrei da Autor vor mehr als 70 Jahre gestorben ist)

Westberlin, 1980/81. Vorne rechts der Askanischer Platz, die große, freie Fläche: das war der Anhalter Bahnhof. Der Portikus steht noch. Das Hochhaus hinten ist das Postscheckamt. Links im Bild die Stresemannstraße. Der II. Welltkrieg hat tiefe Wunden hinterlassen.

So sieht das Portal heute aus. Das ist alles, was von dem jetzt nutzlosen Bahnhon übrig geblieben ist.

Zu seiner Zeit war er der größte Bahnhof Europas, Nirgends gab es eine Halle mit einer Spannweite von 34 Meter Breite und einer Länge von 62 Meter.

 

Auf noch älteren Fotografien, auf den vor 1900 die kleinen Dampflokomotiefen zu sehen sind, da wirkt die Halle wirklich mächtig.

Quelle der SW-Bilder von 1951: Wikipedia (Lizenzfrei)

Was man aus Klinker alles machen kann…

Eine der Giebelfiguren, jetzt im Technikmuseum

Das war mal der Hauteingang und da wo die Gleise waren, steht seit 2001 das Zirkuszelt aus Beton des Tempodroms.

Tempodrom

15. Juli 2006 Canon EOS 20D; Canon Zoom Lens EF 75-300mm (100 mm); 1:4-5,6 IS, UMS; f613; 1/500 sek

Ein Zirkus war der Traum der ehemaligen Krankenschwester Irene Moessinger. Sie baute 1980 ein Zelt im Niemandsland des Potzdamer Platzes nahe der Mauer. 1981 gab die Pleite.

 

Trotzdem, 1985 wurden Zelte neben der Kongresshalle aufgebaut. Als nach der Wende daneben das Bundeskanzleramt errichtet wurde, hatte der Dicke Angst vor dem bunten Volk und die gut besuchten Veranstaltungen. Helmut Kohl sah darin ein Sicherheitsrisiko. heute steht an dem Platz allerdings ein ähnlicher Bau, das Tipi am Kanzleramt.

Was man aus Klinker alles machen kann…

Das Tempodrom zog also bis zur Fertigstellung des Betonbaues 1989 zum Postbaahnhof.

 

2001 konnte das Neue Tempodrom bezogen werden. Natürlich mit einem riesigen Skandal wie es sich für das unfähige Berlin gehört. Die Kosten hatten sich von 16 auf 32 Millionen DM verdoppelt.

 

Selten aber wahr: Der Stadtentwicklungs -senator Strieder (SPD) musste 2004 zurücktreten. Insolvenzverwalter, Klagen, Freisprüche: der Berliner Mist eben.

 

Seit 2010 ist das Tempodrom in der Hand einer Bremer KPS-Gruppe. Beinahe wäre es zur Zwangsverstei-gerung gekommen. Die Landesbank Berlin wollte ihr Geld zurück habem.

Berlin-Kreuzberg, Stresemannstraße

Links neben der SPD-Zentrale, dem Willy-Brandt-Haus, ist der südliche Anfang der Stresemannstraße

So richtige Gemütlichkeit kommt im eigenartigen Willy-Brandt-Haus nicht auf...

Diesen Straßenzug gibt es seit 1831. Mit der Stadterweiterung stand hier die Berliner Zollmauer.

Ein Stück davon steht heute noch ziemlich unbeachtet in der Mitte der Straße. Alle Waren sollten nur durch die Stadttore hereinkommen und nebenbei noch Desertationen verhindern.

Der Straßenzug ist mit 1500 Meter zwar nicht lang, aber voller Geschichte.

Als sie angelegt wurde, verband sie zwei Stadttore. Das Anhaltische- mit dem Hallischen Tor.

 

Der Name der Straße wechselte oft:

 

1845-1867: Potsdamer Kommunikation

 

1867-1930: Königgrätzer Str.

 

1930-1947: Saarlandstr.

 

1947: Stresemannstr.

1831-1845: Hirschelstr,

Hallo Jungs - äh Genossen!

 

Was habt ihr euch da nur aufschwatzen lassen? So richtig hübsch finde ich Willys Denkmal ja nicht. Mag halt keine Zombis.

Eine der vielen Berliner Bühnen, das Hebbeltheater

Hier stand 1831 einst die Berliner Zollmauer (Akziesemauer).  Auf dem schmalen Mittelstreifen der Stresemannstraße steht ein Nachbau.

Das Excelsiorhaus an der Stresemann- Ecke Schöneberger Straße

An der Ecke oben der Barbereich

Gegenüber von den Resten des Anhalter Bahnhof hat man 1966-1968 das Excelsiorhaus nach New Yorker Vorbild  errichtet. Es erlangte in den wilden Westberliner Zeiten eine gewisse Popularität als „Saskachewan-Haus“ durch einen gläsernen Außenaufzug an der Nordfassade.

 

Man kam blitzschnell in die canadische „Saskachewan-Bar“ im 16 und 17. Stock des 60 m hohen Haus. Sie gab dem Haus den damal den populären Namen. Jetzt ist es da oben das "Solar".

 

Zu Zeiten als der Bahnhof täglich von vielen zehntausenden  Reisenden frequentiert wurde  , stand hier  das Hotel Execelsior. Der Komplex gehört seit 2011 der Holdinggesellschaft von Nicolaus Berggruen.

 

Im Kalten Krieg wurde 1976 unter dem Haus ein Bunker für 3100 Menschen gebaut. Sie hatten Energie für 14 Tage. Kaum einer in Westberlin  hat das gewusst.

Bis 1989 war die Stresemannstraße nach einem Kilometer hier zu Ende

Das nördliche Ende der Stresemannstraße bei Sonnenaufgang im Mai 2014.

Schöner ist sie nicht unbedingt geworden...

Martin-Gropius-Bau

Fassadenausschnitt des Martin-Gropius-Bau

Der mit einer Seitenlänge von 70m x 70m große und 26m hohe Bau im Stile italienischer Renaissance wurde von Martin Gropius, einem Großonkel von Walter Gropius (Gropiusstadt in Berlin-Neukölln), in den Jahren von 1877-1881 errichtet. Ein großer Innenhof beherrscht den Bau.

 

Es war bis zum 1. Weltkrieg das Kunstgewerbemuseum. Die erste Ausstellung zeigte 1885 den Schatz des Priamos, oder das von Heinrich Schliemann gefundene "Gold von Troja", eine Sensation für die ganze Welt. Der Schatz ist jetzt Beutekunst der Russen.

 

Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, 1966 auf Betreiben von Walter Gropius unter Denkmalschutz gestellt, 1978 und 2000 renoviert.

 

Zur Zeit der Mauer war der Nordausgang geschlossen: unmittelbar durch die Mauer genau vor der Tür. Um 1980 konnte der Autor aus dem 7. Stock des benachbarten Europahauses vom Schreibtisch auf das Haus schauen. Er war einer der ersten Besucher als es 1981 wieder eröffnet wurde. Der Schnitt der Innenräume verblüfft noch heute...

Martin-Gropius-Bau zu tiefsten Westberliner Zeiten 1976

Die Westseite des Martin-Gropius-Bau zur Stresemannstraße hin

Direkt an der Fassade der Nordseite des Martin-Gropius-Bau verlief die Mauer

Abgeordnetenhaus von Berlin

Das Abgeordnetenhaus von Berlin im Preußischen Landtag am einem Sonntagmorgen im Mai 2014

Das Gebäude ist im Neorenaissancestiel wurde zwischen 1892 und 1898 errichtet worden. Es wurde am 16. Januar 1898 eingeweiht. Es hat bewegte Epochen erlebt.

Nutzung des Gebäudes:

1899 bis 1918: Preußisches Abgeordnetenhaus

Der  Preußische Landtag hatte 2 Kammern. Die 2. Kammer war das Preußischen Abgeordnetenhaus und das tagte von 1899 bis 1918 hier.

Die 1. Kammer, das  Preußische Herrenhaus , tagte im gleichnamigen Gebäude an der Leipziger Straße.

Das  Preußische Herrenhaus beherbergt heute den Deutschen Bundesrat.

Beide Kammern zusammen bildeten den Preußischen Landtag.

1918 bis 1933: Preußischer Landtag [

Nach dem 1. Weltkrieg, in der Weimarer Republik wurden die Kammern umbenannt: Die 1. Kammer in Preußischer Landtag und die 2. Kammer in Preußischer Staatsrat.

Freiherr vom Stein

1933 bis 1945: Nationalsozialismus

Hardenberg

Die Nazis brachten hier erst den Volksgerichtshof unter. Dann wurde es zum "Haus des Fliegers" (Hermann Göring war garantiert dabei), quasi eine Außenstelle des benachbarten Reichsluftfahrtministeriums (heute Bundesfinanzministerium).

1945 wurde es stark beschädigt.

1945 bis 1990: DDR

Die DDR brachte nach Renovierung von 1946 bis 1949 die Deutsche Wirtschaftskommission unter.

Ab 1949 bis 1953 zog der Ministerrat der DDR unter Otto Grotewohl hier ein.

Ab 1961 war die Staatliche Plankommission Hausherr. "Horch und Guck" des Ministeriums für Staatssicherheit trieben auch ihr Unwesen hier.

Seit 1990: Abgeordnetenhaus von Berlin

Das Abgeordnetenhaus von Berlin tagte in Westberliner Zeiten im Rathaus Schöneberg. Im Oktober 1990 wurde der Umzug beschlossen und das Haus umfassend renoviert.

Am 29. April 1993 fand die erste Sitzung statt und heißt seit dem offiziell „Preußischer Landtag“.

Sonntagsmorgen ist sogar die Welt in Berlin noch in Ordnung