BERLIN - MITTE

Berlin

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Von der Siegessäule zum Fernsehturm

Alles Mitte, oder was?

Von Erichs Lampenladen zum Humboldtforum

Berliner Stadtschloss

Zu jener Zeit konnte jeder das Schloß betreten. Von spielenden Kindern in den Treppenhäusern ist zu lesen.

 

Und heute? Darf man nicht mal mehr um den Reichstag herunlaufen.

1704

Das Berliner Stadtschloß und die Schloßfreiheit im Jahre 1902. Heute ist es der Schloßplatz. Als er 1994  so benannt wurde, gab es die Rechtschreibereform von 1996 ja noch nicht.

Und so ist die  Schreibweise mit „ß“ die richtige, da eine offizielle Neubennenung noch nicht erfolgt ist

1902

Die Aufnahme von 1951 zeigt es: Das Berliner Stadtschloss hätte nicht abgerissen werden müssen, selbst wenn es die unsägliche Pfeife mit der Fistelstimme die nächsten 44 Jahre vor sich hätte hingammeln lassen, so wie das Neue Museum.

 

Aber dieser dämliche Arbeiter- und Bauernsohn hat nicht begriffen, dass Geschichte sich im Kopf und nicht in Gebäuden abspielt.

1951

Erichs Lampenladen

oder Palast der Republik (auch „Ballast der Republik“)

Figuren der Schlossbrücke vor dem Palast (2004): Man gönnte sich ja sonst nix! Gold musste es schon sein.

Es waren schon lustige Zeiten, damals im Kalten Krieg, hier in Berlin. Baute der Osten ein Krankenhaus - das Bettenhochhaus der Charité (Bau von 1977-1982, 21 Stockwerke) - tat der Westen das gleiche: das Benjamin-Franklin-Klinikum (1969) in Steglitz.

 

Baute der Osten den Palast (Bauzeit von 1973-1976, 180 m lang), musste es im Westen natürlich viel größer sein: das Internationale Congress Centrum (ICC) am Funkturm.

 

Es ist mit 320 m Länge noch immer eines der größten Kongresscentren der Welt. (Eröffnet am 2. April 1979, letzte Veranstaltung: 9. April 2014, Daimler-Hauptversammlung).

 

Das Tragische: alle Komplexe sind/waren von oben bis unten total asbestverseucht. Man hatte zu dieser Zeit reichlich Spritzasbest verwendet.

 

Gut, der Palast ist nach Asbestsanierung - 5000 Tonnen Spritzasbest wurden verarbeitet - von 1998 bis 2003 und den Abrissarbeiten von 2006 - 2008 nun weg. Das ICC wird gerade geschlossen, mit ungewisser Zukunft. Das Bettenhochhaus der Charité ist jetzt auch saniert.  Fehlt nur noch das

Charité Benjamin Franklin.

Wie schnell ein Gebäude verfällt wenn es nich mehr genutzt wird. Die ersten Scheiben werden blind. (2004)

An der historischen Stelle des "Ballastes der

Republik" entsteht nun wieder das Berliner

Stadtschloss, getarnt als Humboldtforum.

 

Hättedie "sog. DDR" * das im Krieg nur mäßig zerstörte und ausgebrannte Stadtschloß der Hohenzollern für ihr sozialistisches Aufmarschgebiet nichtsprengen lassen, würde es wohl ohne so viel Beton schöner werden...

So genannte „DDR":

 

Die größte Leistung Axel Springers. Mit dieser

Schreibweise, "DDR", hat er die Bonzen zur

Weißglut gebracht - wie sonst nur den Autor

mit BILD und den restlichen Presseerzeugnissen des Verlages.

 

Bis heute! Na ja, die Altachtundsechsiger eben ...

Auf der Aufnahme von 2004 ist das Enblem des untergegangenen Teilstaates schon lange entfernt.

Erichs Lampenladen - Der Berliner und seine Spitznamen

Von Berliner wird ja erwartet, dass er sofort für alles Neue treffend

Spitznamen parat hat. So war das Luftbrückendenkmal am Flughafen

Tempelhof nicht einmal fertig und es hieß schon "Hungerharke" (und

nicht -kralle!)." Langer Lulatsch" für den Funkturm, Schwangere Auster -

geschenkt.

 

Der Fernsehturm bekam ad hoc den Namen "Protzkeule", was natürlich

der Führung des Staatengebildes unter Sowjetsgnaden nicht so richtig

gefiel. Sie machten - etwas hilflos - "Telespargel" da raus. Obendrein

zaubert tiefstehende Sonne ein Kreuz auf die Glaskugel, was mit

"Gottes Rache" für den atheistischen Staat betitelt wurde.

 

Sieht man sich das nebenstehende Bild (Wikipedia) aus dem Foyer des

"Ballastes der Republik" - auch so ein Name wo ein Berliner nicht lange

überlegen muss - drängt sich der andere Spitzname für das Gebäude

bei den leicht spießigen Lampen doch förmlich auf.

Abriss

Von nun an gings bergab mit dem Gebäude (Jan. 2005)

November 2006

Die Asbestsanierung der 5000 Tonnen Spritzasbest waren von außen nicht zu bemerken.

 

Sie dauerten von 1998 bis 2003, ganze 5 Jahre ohne zu sehenden Baufortschritt.

Wie gesagt dauerten die Abrissarbeiten nach der Asbestsanierung noch mal von 2006 - 2008, ingesamt 8 Jahre

Mai 2007

Fein säuberlich wurde der Stahl aus dem ausgedienten Gebäude ausgebaut und gut verkauft.

Juli 2007

Die Stahlträger gingen nach Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate. Immerhin 19.300 Tonnen bester Schwedenstahl waren das.

 

Der Stahl wurde eingeschmolzen und dort im 832 m hohen Burj Khalifa verbaut, dem derzeit höchsten Gebäude der Welt.

August 2007

Der Abriss kostete 119 Millionen Euro, 80 Mio. verschlang alleine die Asbestsanierung, 32 Mio. der Abriss.

August 2007

Nur noch die Versorgungstürme sind übrig.

Oktober 2008

War da mal was?

Juli 2009

Zwischennutzung

Der Rasen und die Holzstege für die Zwischennutzung kosteten knapp 200.000 Euro.

Juli 2009

In Berlins Mitte eröffneten sich nie wiederkommende Sichtachsen. Links das alte Staatsratgebäude, dann das Auswärtige Amt (AA), die Plane an der Bauakademie und die Turm der Friedrichswerderschen Kirche.

Oktober 2010

Natürlich kann in Berlin eine Rasenfläche nicht einfach Rasen sein. Irgendjemanden fällt da schon was ein, hach, sind wir kreativ! Und wenn es ein begehbarer Stadtplan ist.

September 2009

September 2012

Neuer Marstall

September 2012

Marstall - was für ein aus der Zeit gefallenes Wort! Es kommt aus dem althochdeutschen Wort  „marahstal“, zusammengesetzt für Mähre und Stall. Es bezeichnete des Pferdestall eines Fürstenhauses.

 

Ernst von Ihne fertigte die Pläne.  Gebaut wurde es von 1897 bis 1901 und diente zum unterbringen der Schlitten, Kutschen und den 300 Pferden des kaiserlichen Hofes. Derzeit nutzt es die Musikhochschule „Hans Eisler“, die Landesbibliothek und derVerein für die Geschichte Berlins.

Spiegellein

In den goldfarbenen Scheiben des leeren Palastes spiegelt sich die Sonne und strahlt das Portal mit den Einschusslöchern des Neuen Marstal an (Januar 2005)

ehm. Staatsratsgebäude

Das kommt nicht wieder: Aufgenommen im Mai 2009 vom Lustgarten aus. Jetzt steht der Neubau des Humboldtforums dazwischen. Das Gebäude entstand zwischen 1961 und 1964. In der Nordfassade ist das Eosanderportal des Schlosses, das sie 1950 selber gesprengt haben, eingebaut. Allerdings sind nur ein Fünftel originale Teile. Hier saß der Staatsrat bis zum bitteren Ende. Jetzt ist, nach einer 35 Millionen teuren Sanierung, seit 2006 die Managementhochschule European School of Management and Technology (ESMT Berlin) zuhause.

Neubau Humboldtforum
Infobox

Noch ist kein einziger Kran zu sehen. 10 Jahre werden die  Kräne mindestens hier stehen.

 

Da ist sie wieder - die Infobox! 1,5 Mio. € teuer, fünf Stockwerke hoch, Edelgastronomie, Ausstellungen, Aufzug und - zu Anfang - nur 2 € Eintritt (später 3 €).

 

Der Besuch lohnt sich, der Ausblick aus der Höhe ist wirklich phänominal

wie unten zu sehen ist.

Juli 2011

So lange der Neubau des Schloßes nicht höher war als die Terrasse nach Süden hatte man einen lohnenswerten Blick über die Baustelle.

 

Die Aussichtsplattform nach Norden bietet ebenfalls einen spektakulären Blick auf den Lustgarten, auf das Alte Museum und den Dom. Auch hier ist alles vollgestellt mit Tischen der Gastronomie.

März 2014

Klar, wo so viele Touristen hinkommen, wird bei den Preisen kräftig zugelangt.

Der 8. März 2014 muss ja ein toller Tag gewesen sein. Das Archiv zeigt es. Die Bilder unten auch.

März 2014

Blick von der Infobox nach Norden

März 2014

Blick von der Infobox nach Osten

März 2014

Blick von der Infobox nach Süden

März 2014

Blick von der Infobox nach Westen

März 2014