BERLIN
Charlottenburg-Wilmersdorf

Berlin

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Rund um den Bahnhof Zoologischer Garten

Zoofenster
Upper West
ZOOM Berlin
Diese drei neuen Bauten verändern die Citty West gewaltig
Zoofenster, Berlin, Hardenbergstr. 27-28a

Baustelle für das Zoofenster im September 2009 - nach 15 Jahre Stillstand

In West-Berlin ging im Bauwesen nichts ohne Skandale ab

Auf diesem Grundstück Joachimsthaler/Ecke Kantstraße war Teppich-Kibek zuhause. Die Brau und Brunnen AG, Dortmund, kaufte Mitte der 90er Jahre das Grundstück. Da hatte der alteingesessene Laden noch einen Mietvertrag bis 2000.

 

Die Brau und Brunnen AG riss rund um das Geschäft schon alles ab, wurde den Mieter aber nicht los. Da fuhr im August 1995 "ganz ausversehen" ein Bagger gegen einen tragenden Pfeiler, so dass Einsturzgefahr bestand und der Teppichhändler aufgeben musste.

 

Die absolute Schweinerei: Die Baugrube stand als hässliche Wunde bis 2009 ungenutzt mitten im zentralen Bereich von Berlins Westen herum.

 

Gerade rüber stand das schmuddlige Aschingerhaus (dessen Architekt den Senat stürzen ließ) und der heruntergekommene Bahnhof Zoologischer Garten - eine schöne Gegend war das! Bester West-Berliner Filz eben.

Baustelle für das Zoofenster im September 2009. Das Schimmelpfenghaus mit dem Bau über die Kantstraße (links) ist gerade abgerissen. 15 Jahre haben sich da reiche Fonds das Grundstück auf Halde gelegt bis die Rendite stimmt. Der Bau im Hintergrung rechts parallel zur Joachimsthaler Straße ist das sog. Aschingerhaus (s. unten). Jetzt wird da das ZOOM gebaut.

AKI - Aktualitätenkino

Wo jetzt der Bauzaun ist, genau in der Mitte und gegenüber vom Kino Zoopalast, gab es ein seltsames Kino: Das AKI.

 

Ein Aktualitätenkino. Hier in der Hardenbergstraße 27a existierte es von 1963 bis 1980. Es gab sie überall in der Stadt seit Anfang der 50er Jahre. Bekam man für die ewig ausgebuchten Uraufführungstheater keine Karten mehr, ging man halt ins AKI.

 

Zu Anfang, als es noch kein Fernsehen gab, sah man hier das sich wöchentlich ändernde Programm in eine 1-Stunden-Schleife. Wichtig war die "Fox tönende Wochenschau" (Kopfstehende Knochensau, sagte der Berliner). Dann gab es ein Kurzfilm, z. B. "Zündholzproduktion in Schweden".

 

Aber keiner ging, denn der Höhepunkt kam erst noch, ein Zeichentrickfilm. „Tom & Jery“, „Donadl Duck“ usw. wollte keiner verpassen. Wenn es nicht zu voll war, konnte man stundenlang sitzen bleiben und - weiter knutschen.

Diesen freien Blick gibt es nie wieder (September 2009)

Beinahe fertig (Mai 2011)

Zoofenster. Geht es noch hässlicher? (Nov. 2011)

Hübsch baut man in Berlin, hübsch hässlich!

Das Zoofenster sieht aus, als hätten die Architekten in der Ausbildung nur Legosteine zur Verfügung gehabt. Noch hässlicher und kantiger kann man kaum bauen. Das sich die Stadt das gefallen lässt, ist ein Skandal. Und in den Kasten zieht eines der renommiertesten Hotels, das Waldorf Astoria, ein? Leiden die auch schon an Geschmacksverirrungen?

 

Entworfen hat den Kasten Professor Christoph Mäckler wohl nur unter Kosten-/Nutzenaspekten und unter Auslassen jeder ästethischen Gesichtspunkten. Waldorf Astoria nutzt die ersten 15 Stockwerke und die Etagen von 22 bis 31. 232 Zimmer und Suiten wird es geben. Das Haus ist 118 m hoch.

 

So schön wie beispielsweise am Shellhaus kann wohl keiner mehr bauen.

Kantstr, Ecke Joachimsthaler Str. Ziemlich triste, oder? (Nov. 2011)

Von Hardenbergpl. aus gesehen

(September 2012)

Noch wird kräftig gebaut (Oktober 2014)

Die Zoom-Baustelle im Juli 2015 an einem Sonntagmorgen um 7:30 Uhr:

Was soll auch ein Tourist hier?

Der Eingang. Innen soll es ja schöner sein. Sep. 2015

Links das Upper West, rechts da Zoofenster an einem Sonntgamorgen im Sep. 2016

Steckbriefe
Zoofenster
Upper West

1995    Teilabriss bestehender Gebäudeteile

1999    Planung eines Hotels mit 310 Zimmer

2002    Planung der Hilton-Gruppe

2007     Investor aus Abu Dhabi steigt ein

2008    27 m tiefes Fundament wird gebaut

2009    27. März Grundsteinlegung

2009    Schimmelpfeng-Haus wird abgerissen

2010    22. Okt. Richtfest

2012     Eröffnung fällt aus wg. Brandschutz

2013    3. Januar, Eröffnung

2018    Verkauf geplant - genung abgesahnt!

2012     Baugenehmigung

2013    Baugrube

2014    25. Juni, Grundsteinlegung

2017    März, die ersten Mieter ziehen ein

Nutzung/Technische Daten

Nutzung:            Hotel, Büro, Einzelhandel

Wohnungen:    keine

Eigentümer:        Harvest United E, Abu Dhabi

 

Höhe:                118,8 m

Etagen:            UG: 4, EG: 1, OG: 32

Nutzfläche:        ? m2

Geschossf.:        ? m2

Baukosten:        230 Mio.

Nutzung:            Hotel, Büro, Einzelhandel

Wohnungen:    keine

Eigentümer:        Strabag für US-Holding RFR

                    Im Nov. 2017 verkauft an                     René Benkos Signa Holding

Höhe:                119 m

Etagen:            33

Nutzfläche:        44.000 m2

Geschossf.:        55.000 m2

Baukosten:        250 Mio.

Upper West, Berlin, Kantstr. 163-165

Hier stand das Schimmelpfeng-Haus mit einer Brücke über die Kantstr. Sep. 2015

Für Berliner Verhältnisse ging dieser Bau fast geräuschlos und ohne großes Aussehen über die Bühne. Sogar die Brandmeldeanlage funktionierte scheinbar problemlos, anders als nebenan im Zoofenster und am BER.

 

Die unteren 19 Stockwerke hat die Hotelgruppe Motel One belegt. Immerhin werden 582 Zimmer da angeboten - und Berlin braucht immer noch mehr Hotelbetten.

 

Ganz oben, im 33. Stockwerk, hat die Sky Bar aufgemacht.

Upper West, Kantstr. September 2015

Baustelle des Upper West an der Kantstraße Ecke Breitscheidplatz, Dezember 2015

Die Arbeiten gehen schnell voran. Das Zoofenster ist fertig. Mai 2016

Längst ist das Upper West in Betrieb. Der Kran verschwindet einen Monat später (s. o). August 2016

Wie schnell sich Berlin verändert! Upper West und Zoofenster sind fertig. November 2017

Berlin, Charlottenburg-Wilmersdorf, Joachimsthaler Str. 1-4
Von Aschinger-Haus, Botag, Beate Uhse, Herthakneipe, Hostel, Fressbuden und jede Menge Schmutz zum ZOOM-Berlin

Ehemaliges Aschingerhaus, Juli 2015. Beide Aufnahmen vom gleichen Standort aus.

Noch ein Skandalbau

1943 wurde hier alles durch Bomben zerstört und 1950 wieder provisorisch aufgebaut.

 

1969 verkauften die Aschingererben das Grundstück. Bis 1973 baute dann der "Skandalarchitekt" Dietrich Graski diesen hässlichen Betonklotz.

 

Links zog das Bekleidungshaus Leineweber ein, später kam dann Beate Use mit einem Erotikmuseum hier her.

Ehemaliges Aschingerhaus, Juli 2015. Beide Aufnahmen vom gleichen Standort aus.

Erbsensuppe für 50 Pfennige

Wer hatte schon Geld in den 50er Jahren. Eher Hunger. Da konnte ein Sonnabend in Berlin so aussehen. Man fuhr für 20 Pfennige mit der S-Bahn zum Zoo. Hier und auf den Ku´damm war immer was los.

 

Erstemal ging es zu Aschinger. Da gab es für 30 Pfennige ein Kaviabrot, ganz dick belegt. Gut, der kam zwar aus Deutschland, schmeckte aber trotzdem. Dann natürlich die obligatorische Erbsensuppe für 50 Pfennige. Wenn man sich einen Klacks Senf ran machte, konnte man sich das Würstchen denken.

 

Der Clou war aber der große Korb mit kleinen runden Brötchen. Da konnte man sich so viele von nehmen wie man wollte. Irgendwann wurden sie "aus hygienischen Gründen" dann nur noch einzeln ausgegeben. Dann ging man ins Kino - wenn man Karten bekam. Oder eben für 50 Pfennige ins AKI. Ein Lehrling bekam damals im 1. Jahr glatte 30 DM!

In dem Laden war mal Leineweber drin, eine Textilkette. Dann kam das Erotikmusem der bekannten Unternehmerin. Die mussten Ende 2017 auch Insovenz anmelden. Oktober 2010

Beate Uhses Imperium Oktober 2008

Treppenhaus in der Joachimsthaler Straße 41

Ach ja, Architekten, Bauherren. Könnt ihr das noch? Vielleicht solltet ihr mal einen Blick in die Treppenhäuser schräg gegenüber in der Joachimsthaler Straße werfen.

 

Mag ja aus der Zeit gefallen sein, aber bekommt ihr mal "was fürs Auge" noch hin? Eine schöne Säule vielleicht? Etwas, was nicht aus Beton, Stahl oder Glas und viereckig ist?

 

Architekten, vom Scheitel bis zum ....., ich veracht euch ganz!

Treppenhaus in der Joachimsthaler Straße 41

ZOOM Berlin

Panorama vom Hardenbergplatz aus nach Südwesten Richtung Kurfürstendamm gesehen, Juli 2015

Der Abriss des Aschingerhauses und der Neubau des ZOOM Berlin Neubau sind hier sehenswert im Zeitraffer dargestellt.

Ungewohnte Perspektive: Freier Blick von Kurfürstendamm aus… Juli 2015

…freier Blick zum Kurfürstendamm. Juli 2015

Dann tat sich ewig nichts Sichtbares auf der Baustelle, Sep 2015

Wieder eine Pleite?  April 2017

Zu faul aus dem Auto auszusteigen Juli 2017

Aber dann ging es nach 2 Jahren doch schneller Oktober 2017

Eigentlich sollte alles Ende 2017 fertig sein, aber das Eröffnunggsdatum steht noch nicht fest.

 

Wird fortgesetzt.