Städte und Landschaften in Deutschland

Schleswig-Holstein

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Nordstrand, Schleswig - Holstein

Nordwestlich von Husum liegt die Halbinsel Nordstrand, mitten in Schläfrig-Holstein, Nordfriesland. Festland wurde die einstige Maarschinsel erst 1867. Da war die Eindeichung fertig. Der der 4,3 km lange Nordstrander Damm ist seit 1935 hochwasserfrei.

 

Die Halbinsel ist fast 50 Quadratkilometer groß. Landwirtschaft und Tourismus, davon leben sie hier in kleinen Orten die Westen oder Süden heißen.

 

Strucklahnungshörn ist ein kleiner Hafen, der für die Insel Pellworm wichtig ist. Die Adler Express (3.526 PS, 33 kn = 61 Km/h) bringt von hier aus Touristen über Hooge und Amrum nach Hörnum auf Sylt. Ach ja, Fischbrötchen kann man hier auch kaufen...

Hier ist echt was los. Sogar das Wasser haut ab.

Der Seenotrettungskreuzer Eiswette der DLRG ist Strucklahnungshörn dauerhaft stationiert. Ein richtiger "Schlickrutscher" mit nur 1,30 m Tiefgang

Strucklahnungshörn, die Fähre noch Pellworm

Abenteuerurlaub?

Hauptsache die Sonne scheint, aber wer weiß das schon hier oben...

Süderhafen

Süderhafen

Süderhafen. Ganz schöner Tidenhub. Vorne, an der Küstenlinie sind die Salzwiesen. Da wachsen Strandastern.

Strandaster auf den Salzwiesen

Strandaster -  Tripolium pannonicum

Auf den Salzwiesen vor den Deichen wachsen Strandastern. Die Wiesen werden im Jahr zwischen 150 und 220 mal vom Meer überflutet.

 

Die Strandastern vertragen das Salz. Sie sammeln es in den unteren, dicken Blättern. Diese werden schwarz und irgend wann abgeworfen und die Aster ist das Salz los.  Diese Asternart blüht zwischen Juli und September. Die Wuchshöhe reicht von 15 bis 150 cm.

Man kann nicht sagen, man finde keine Motive hier...

... aber ein Strandbad ohne Wasser ist schon etwas seltsam friesisches! Braucht man deswegen keine der blöden Kurkarten?

Westerheversand, Schleswig - Holstein

Der Westerhever Leuchtturm

Der Westerhever Leuchtturm ist der deutsche Leuchtturm schlecht hin. Er liegt 1 Kilometer vor dem Seedeich und ist nur zu Fuß zu erreichen. Und zwar als Einbahnstraßenrundkurs.

 

Der Besucherandrang ist in der Saison so stark, dass man sich dem Turm nur von rechts (wenn man auf die Bilder hier schaut) über einen Teerweg nähren und über einen historischen  Stockenstieg durch die Salzwiesen wieder verlassen kann.

 

Der Stockenstieg ist ein 45 cm breiter Weg aus mühsam hochkant verlegten Klinkersteinen. Da die immer wieder überflutet werden, verschieben sie sich leicht. Der Stockenstieg wurde 1929 angelegt und war lange der einzige Zugang zum Leuchtturm. Drei Brücken und ein Gatter, das man nur in einer Richtung passieren kann, führen zum Deich Westerhever.

Dat geiht ja nu gaarnich!

Lange, seit den 70er Jahren, wurde der Westerhever Leuchtturm von Jever als Werbemotiv genutzt: " Wie das Land, so das Jever ". Nun sind die Bierbrauer dort zwar auch Friesen, aber eben keine Nordfriesen und Jever liegt in Niedersachsen.

 

Der Westerhever Leuchtturm, westlich von Eiderstedt, liegt nun aber mal in Schläfrig-Holstein. Nach nur ein paar Jahrzehnten haben Kleingeister das doch wirklich bemerkt und Einspruch erhoben. Verdammt noch mal: Hier wird Flens gesoffen!

Feuerebene

Auf dem Westerheversand wurde 1906 eine 4 m hohe Warft aufgeschüttet und 127 lange Eichenholzpfähle eingerammt. Ein Betonsockel wurde gegessen und darauf der Leuchtturm aus 608 gusseisernen Platten errichtet, insgesamt 130 Tonnen schwer.

 

In 41 Meter Höhe befindet sich das Leuchtfeuer. Rein rechnerisch reicht es 21 sm weit, ca. 39 km. Man sagt aber, das Licht wäre in klaren Nächten auch noch auf dem ca. 55 km entfernten Helgoland zu sehen.

 

Seit dem 26. Mai 1908 ist das Feuer in Betrieb. Zwei Dieselgeneratoren lieferten 70V-Gleichstrom für Kohlebogenlampen. Die Kohlestäbe hatten nur eine Lebensdauer von 9 Stunden und mussten dann ausgewechselt werden. Die Leuchtturmwärter mussten auch noch die Notstrombatterien pflegen, hatten also zu tun. 1951 gab es dann Strom vom Festland. 1975 wurden 2000-Watt-Xenon-Kurzbogenlampen eingesetzt.

 

Heute wird das Leuchtfeuer von Tönningen aus gesteuert. Die beiden Häuser am Fuße des Turms werden jetzt als Schutzstation Wattenmeer genutzt.

Beinahe Ebbe

Ebbe hier oben

Hamburger Hallig, Schleswig - Holstein

Das ist alles!

Nein, die Hamburger Hallig gehört nicht zu Hamburg. Zwei Tuchhändler aus Hamburg haben die Hallig gekauft. Anno 1624 war das. Die Brüder Amsinck deichten Teile der Hallig ein. Das gefiel der Nordsee aber nicht und sie fegte 1634 alles wieder weg - der ewige Kampf hier an dieser nordfriesischen Küste.

 

Es war die Bruchardiflut, die vom 11. auf den 12. Oktober 1634, die gesamte Küste von Ribe bis Brunsbüttel verwüstete. 15.000 Menschen sind ertrunken.

Schafe gibt es hier überall. Und wenn sie aus Stein sind.

Schafe haben Vorfahrt

Auf der Landseite am Anfang des Dammes steht ein großer Schuppen für die vielen der blauen Fahrräder, wie oben eines zu sehen ist - und Ticketautomaten. Für 2 € nimmt man sich eines und für 6 € geht die Schranke für die Autos auf. Fußgänger sind frei.

 

Fußgänger und Radfahrer haben eine eigene Spur. Die Autofahrer haben auch eine, und zwar mit vielen Ausweichstellen. Und Schafe haben immer Vorfahrt.

Ist eine Insel noch eine Insel wenn sie mit einem 4 km langen Deich verbunden ist?

Die Antwort wird die selbe sein wie in dem zweifelhaften Witz: "Wie ist den deine Frau so im Bett?" "Na, die einen sagen so und die anderen sagen so!"

Die Hamburger Hallig ist wohl doch eher zu einer Halbinsel geworden. Der Deich hat viel Sand festgehalten und rechts und links ist kein Wasser in der Nähe mehr zu sehen.

Der Damm wurde 1859 gebaut, brach 1860 wieder, bekam 1874 einen Überlauf, der ein Jahr später geschlossen wurde. Erst 1901 war der Damm befahrbar.

Nun wuchs die Hallig durch die Sandablagerungen am Damm: 1901 96 ha, 1930 216 ha auf jetzt 1000 ha (mit Deichvorland).

Richtig schön: nix bis zum Horizont. Dieser Blick alleine lohnt einen Besuch.

Die sind aber scheu: Lachmöwen

Schmuck herausgeputzt

Hält doppelt, nämlich Schafe und Touristen fern

Auch Schafe brauchen Abwechslung.

Na bitte, gibt ja doch noch Leben neben den Schafen.

Kein Zweifel: Deutschland wird immer schöner. Blick von der Hamburger Hallig nach Norden.