Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Familie der Sägebarsche - Serranidae

Unterfamilie Fahnenbarsche - Anthiinae
 
Unterfamilie Zackenbarsche - Ephinephlinae
Unterfamilie Fahnenbarsche - Anthiinae
Gelbrückenfahnenbarsch -  Anthias evansi  Smith, 1954

Engl.:Yellowtail goldie; Franz.: Babier à queue jaune;  Jap.: Evans hanadai, Dehiveli: Dhon burek

Größe: 8 cm, Tiefe: 3 m          Veligandu Huraa, Süd-Male-Atoll, 1990

Gelbrückenfahnenbarsch  Anthias evansi  Smith, 1954

Dieser im vorderen Körperteil lilafarbene und auf dem Rücken gelbe Fahnenbarsch ist in den Regionen über 5 m Wassertiefe nicht all zu oft zu sehen. Es muss schon eine kräftige und nahrungsreiche Strömung aus der Tiefe kommen, um ein Schwarm so weit nach oben zu locken. In Tiefen von 5-10 m sind sie bei weitem häufiger.

 

Der tagaktive Gelbrücken-Fahnenbarsch wird nur 9,5 cm groß. Er ist sehr scheu. Wird so ein Schulverband der Fahnenbarsche gestört, verschwinden die Fische blitzschnell in Spalten und Ritzen und so richtig ins freie Wasser, fern von ihren Verstecken, wagen sie sich kaum. Sie leben von Zooplankton.

 

Vorkommen: Indischer Ozean von Kenia, Mosambik, den Seychellen, Mauritius und Reunion bis zu den Malediven.

Juwelenfahnenbarsch  Anthias squamipinnis (Peters, 1855)

E: Sea goldie, F: Baibier arlequin, J: Hanadai, D: Kashikeyo mas

Größe: 7 cm, Tiefe: 3 m                 Hurasdhoo (unbewohnt), Ari-Atoll, 1990

Juwelenfahnenbarsche, feminin  Anthias squamipinnis  (Peters, 1855)

Der Juwelen-Fahnenbarsch ist die meist verbreiteste Art der Fahnenbarsche im Indopazifik. Sie werden bis zu 10 cm groß und leben in Schulverbänden in strömungsreichem Wasser von Zooplankton. Ihre Augen leuchten in einem schönen kräftigen Blau, der Körper ist orangerot und die Flossen sind gelb an den Rändern. Die Schwanzflosse ist nur beim Männchen sichelförmig ausgezogen und auch die Bauch- und Afterflossen sind länger als beim Weibchen. Außerdem haben nur die Männchen den 3. Rückenflossenstrahl als Stachel ausgebildet.

 

Eigentlich ist das kein Fisch für Schnorchler weil diese Fahnenbarsche ebenfalls in Tiefen ab 10 m leben. Dort stehen sie in großen Schulverbänden vor Höhlen und markanten Korallen. Aber an sehr strömungsreichen Riffabschnitten, wo nahrungsreiches Wasser aus der Tiefe emporkommt-oft erkennbar an besonders großen und massiven Korallenformationen die bis kurz unter die Wasseroberfläche reichen-kann man Fahnenbarsche auch kurz unter der Wasseroberfläche antreffen.

 

Vorkommen: Rotes Meer, Indopazifik

Größe: 7 cm, Tiefe: 4 m                            Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Juwelenfahnenbarsche, feminin  Anthias squamipinnis  (Peters, 1855)

Größe: 8 cm, Tiefe: 3 m                   Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1991

Juwelenfahnenbarsche, maskulin,  Anthias squamipinnis  (Peters, 1855)

Männliche Antiasbarsche unterscheiden sich gut von den weiblichen Tieren. Sie haben den dritten Rückenflossenstachel verlängert und die Schwanzflosse der Männchen ist sichelförmiger ausgezogen. Die Bauch- und die Afterflossen sind ebenfalls größer, die Färbung ist kräftiger.Die Männchen halten sich einen Harem und haben mächtig damit zu tun, die 6 bis 10 Weibchen beieinander zu halten.

 

Prächtig bauen sie sich in der Mitte auf, spreizten stolz den langen Rückenstachel und die Flossen ab. Besorgt um das Wohl der holden Weiblichkeit flüchten sie bei Störungen als letzte in die rettende Koralle, von der sie sich kaum weiter als einen Meter entfernen. Zu schnell ist eine der großen, am Riff jagenden Makrelen heran.

 

Diese schönen Riffbewohner sind bei der Brautwerbung beobachtet worden. Ablaufendes Wasser und die richtige Mondphase lässt die Männchen dann doch unvorsichtig werden und ins freie Wasser schwimmen. Sie tauchen zum Boden hinab, spreizen alle Flossen, schwimmen in Kurven zurück, solange, bis ein Weibchen sich dazugesellt. Nahe der Wasseroberfläche laichen sie ab und die befruchteten Eier treiben davon.

 

Vorkommen: Indopazifik.

Unterfamilie Zackenbarsche - Ephinephlinae
Spitzkopfzackenbarsch,  Anyperodon leucogrammicus Valenciennes, 1828

E: Slender grouper; F: Merou elegant; J: Azuki-hata; D: Boalha jehi faana

Größe: 40 cm, Tiefe: 10 m                             Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Spitzkopfzackenbarsch, Anyperodon leucogrammicus Valenciennes, 1828

Die Gattung Anyperodon besteht nur aus der einen Art, dem Spitzkopfzackenbarsch. Dieser wird bis zu 65 cm groß. Er legt sich versteckt auf die Lauer und wartet auf Fische oder Krebse, die er beim blitzschnellen Zustoß erobert.

 

Durch seine helle, fast weiße Grundfarbe und den roten Punkten und nicht zuletzt durch den spitzen Kopf ist er leicht zu erkennen. Immer sind sie nur einzeln zu sehen. Obwohl sie als Lauerer meist an einer Stelle liegen, beanspruchen sie ein großes Stück am Riff als eigenes Revier wo sie keinen Artgenossen dulden.

 

Jungfische haben blaue und rote Streifen, die sich beim Größerwerden verlieren. Die Spitzkopfzackenbarsche sind nicht sehr häufig. Nachts sind sie besser zu finden da sie sich ohne lange nach einem Versteck zu suchen einfach auf den Boden legen. Sie verfärben sich dann stark und werden dunkler.

 

Vorkommen: Tropischer Indo-Westpazifik, Rotes Meer.

Größe: 40 cm, Tiefe: 10 m                             Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Spitzkopfzackenbarsch in der Nachtfärbung

Anyperodon leucogrammicus Valenciennes, 1821

Pfauenaugenbarsch  Cephalopholis argus  
(Bloch & Schneider, 1801)

E: Argus grouper, F: Vielle laprude, J: Aonome-hata, D: Mas faana,

Spitzkopfzackenbarsch- Anyperodon leucogrammicus Valenciennes, 1821

Größe: 45 cm, Tiefe: 2 m                               Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Pfauenaugenbarsch Cephalopholis argus  (Bloch & Schneider, 1801)

Größe: 40 cm, Tiefe: 5 m Kuramathi, Rasdoo-

Atoll, 1988

Der Pfauenaugenbarsch, auch Blaupunktbarsch genannt, ist der am häufigsten vorkommende Zackenbarsch im gesamten Indopazifik. Auch auf den Malediven war er Anfang der achziger Jahre der dominierende Fisch und an jeder Insel zu sehen. Mit dem drastischen Rückgang der Korallen in den „alten“ Touristenatollen wird er zunehmend seltner.

 

Das Bild oben zeigt einen ausgewachsenen Barsch bei einem seltenen Ausflug an der Riffkante. Aber das hier ist ein erfahrener Bursche, der die Gefahren, die dort lauern, genau kennt. Normalerweise liegt er mit abgespreizten Brustflossen zwischen den Korallen verankert auf der Lauer nach kleinen Beutefischen.

 

Dieser herrlich anzuschauende samtbraune, leuchtend-blau gefleckte Zackenbarsch ist ein strikter Einzelgänger, der bis zu 45 cm groß wird und sein Revier gegenüber Artgenossen heftig verteidigt. Er lebt in Tiefen zwischen 1-10 m. Er ist zwittrig. Alle jungen Tiere sind weiblich und wandeln im Laufe der Zeit ihr Geschlecht, so das alle adulten Pfauenaugenbarsche männlich sind.

 

Vorkommen: Indopazifik, selten im Roten Meer.

Das Bild zeigt die erstaunliche Farbigkeit seiner Flossen.

Juwelenbarsch-Cephalopholis miniata Forsskål, 1775

E: Coral rockcod, F: Vielle etoilee, J: Yukata-hata, D: Raiy faana

Größe: 35 cm, Tiefe: 9 m                                     Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Juwelenbarsch Cephalopholis miniata Forsskål, 1775

Die zinnoberrote Grundfarbe deutet schon auf einen Lebensraum ab 10 m Tiefe hin. Dort ist der Rotanteil des Lichts herausgefiltert und wirkt wie ein dunkles Braun, ist also eine gute Tarnfarbe in dieser Tiefe. Er liebt reichlichen Bewuchs und viele Korallen am Abfall eines Außenriffs.

 

Wie sein naher Verwandter aus den oberen Regionen, der zuvor beschriebene Pfauenaugen-barsch, liegt auch er unter Überhängen und in Höhlen auf der Lauer nach kleinen Fischen und Krustentieren, die er im blitzschnellen Zustoßen erbeutet. In Tiefen über 10 m er wie gesagt seltener und dann meistens nur in der Dämmerung zu sehen. Sein Lebensraum reicht hinab bis 40 m Tiefe. Diese Art ist relativ selten.

 

Auch der Juwelenbarsch ist ein Zwitter. Ausgewachsen erreicht er 40 cm. 

 

Vorkommen: Indopazifik.

Polygonwabenbarsch- Epinephelus aerolatus (Forsskål, 1775)

E: Blacktip grouper, F: Méru orifamime, J: Akahata, D: Raiy galhi faana

Größe: 40 cm, Tiefe: 5 m                                Vilamenddhoo, Ari-Atoll, 1997

Polygonwabenbarsch Epinephelus aerolatus (Forsskål, 1775)

Diese Art ist sicher ein einem hellen Saum am Ende der Schwanzflosse zu identifizieren. Die fünfeckigen Flecken (Polygone) sind groß, deutlich durch den hellen Untergrund getrennt und unregelmäßig. Der Einzelgänger ist nicht häufig und nur schwer in dem quirligem Leben der Lagunen und der Riffe zu erkennen obwohl er immerhin eine Länge von 40 cm erreicht.

 

Diese Art wurde schon in Tiefen von 200 m nachgewiesen. Sie vertrauen so sehr auf ihre Tarnung, dass sie den Schnorchler recht nahe an sich heranlassen. Dieser hier wollte seinen erfolgversprechenden Ansitz nicht aufgeben und stützt sich richtig trotzig aber doch leicht beunruhigt mit seinen breiten Brustflossen auf dem Boden ab. Bevorzugt hält diese Art sich in den flachen Riffteilen, in Lagunen und in Seegraswiesen auf. Die jungen Fische dort sind seine Beute.

 

Vorkommen: Indopazifik.

Baskenmützen-Zackenbarsch Epinephelus fasciatus (Forsskål, 1775)

E: Blacktip grouper, F: Méru orifamime, J: Akahata, D: Raiy galhi faana

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m           Veligandu Huraa, Süd-Male-Atoll, 1990

Ein seltener zu sehender Zackenbarsch, zumal die weiße Jugendform auf dem Bild oben. Dieser auffällig, schneeweiße Fisch mit der roten Baskenmütze fällt aber sofort ins Auge. Auch ohne viel Phantasie scheint der Fisch wirklich eine Baskenmütze zu tragen.

 

Die Jugendform ist scheu und schwimmt immer schnell über das Riff. Der Lebensraum dieser Art ist auch nicht unbedingt das Riffdach, denn diese Art ist auch schon aus Tiefen um 150 m nachgewiesen. Auf den Bildern unten sind halb ausgewachsene Barsche zu sehen. Die Körperfärbung ist noch blass.

 

Ist der Fisch ausgewachsen, verblasst das rote Etwas auf seinem Kopf und die Körperfarbe wechselt je nach Gegend bis in ein kräftiges Zinnoberrot. Die Baskenmützen-Zackenbarsch werden bis zu 50 cmgroß und legen sich, wie so viele Mitglieder dieser Familie, auf die Lauer um kleine Fische zu erbeuten.

 

Vorkommen: Indopazifik

Größe: 25 cm, Tiefe: 4 m               Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1990

Baskenmützen-Zackenbarsch

Im Bild oben in der Nacht und unten am Tage auf der Lauer

Größe: 30 cm, Tiefe: 3 m               Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1990