Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Barschartigen -  Perciformes
Familie der Falterfische -  Chaetontdae
 
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Sparren-Falterfisch  Chaetodon trifascialis Quoy & Gaimard, 1825

E: Chevron butterflyfish, F: Papillon angleté, J: Yarikatagi, D: Dhon bibi

Größe: 12 cm, Tiefe: 4 m                   Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Sparren-Falterfisch  Chaetodon trifascialis Quoy & Gaimard, 1797

Größe: 12 cm, Tiefe: 4 m                          Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Bei erwachsenen Tieren (18 cm) bildet sich das hintere Ende der Rückenflosse spitz aus. Junge Sparrenfalterfische haben einen hinteren schwarzen Längsstreifen, der sich beim erwachsenen Fisch auch nicht mehr andeutungsweise ausmachen last.

An großen tellerartigen Akroporakorallen besteht zumindest eine Chance, diese seltenere Art zu finden. Eigenartig ist, dass Männchen und Weibchen ihre eigenen, aber beieinander liegenden Reviere haben, die sie sehr aggressiv verteidigen.

Vorkommen: Vom Rotem Meer über den Indopazifik bis Australien und Hawaii.

Größe: 12 cm, Tiefe: 4 m                          Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m                              Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Rotsaumfalterfisch  Chaetodon trifasciatus Mungo Park, 1797

E: Redfin butterflyfish, F: Papillon pourpre, J: Misuji chouchou-uo, D: Dhon bibi

Größe: 12 cm, Tiefe: 1 m                           Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Rotsaumfalterfisch  Chaetodon trifasciatus Mungo Park, 1797

Größe: 12 cm, Tiefe: 0,5 m                         Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Der Rotsaum- oder Rippelstreifen-Falterfisch gehört zu den wenigen Arten, die kein eigenes Revier beanspruchen. Sie streifen paarweise über große Riffgebiete, meiden aber andere Paare ihrer Art sorgfältig. Der mal rote und mal rosafarbene Saum der Afterflosse könnte ein Geschlechtsmerkmal sein; genau weiß man es noch nicht. Sie fressen nur Korallenpolypen wie es Magenuntersuchungen ergaben. Ausgewachsen erreichen sie eine Größe von 15 cm.

Selbst bei langen Schnorchelgängen sind diese kleinen, nie in Gruppen schwimmenden Falterfische in der verwirrenden Vielfalt und Buntheit der Maledivenriffe kaum zu finden. Sie irgendwo gezielt zu suchen erwies sich als unmöglich.

Vorkommen: Gesamter Indopazifik mit Unterarten im Roten Meer und im Arabischen Golf.

Größe: ca. 12 cm, Tiefe: 2 m         Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1990

Größe: 12 cm, Tiefe: 2 m                       Eriyadu, Nord-Male-Atoll, 1989

Tränentropfen-Falterfisch  Chaetodon unimaculatus Bloch, 1787

E: Teardrop butterflyfish, F: Papillon quatre yeux, J: Itten chouchou-uo, D: Dhon bibi

Größe: 12 cm, Tiefe: 2 m                         Eriyadu, Nord-Male-Atoll, 1989

Tränentropfen-Falterfisch  Chaetodon unimaculatus Bloch, 1787

Größe: 12 cm, Tiefe: 2 m                      Kuredu, Faadhipolhu-Atoll, 1998

Eine der scheusten Falterfischarten mit großer Fluchtdistanz, der meistens in kleinen Gruppen lebt, aber nur selten anzutreffen ist. Der Tränentropfen-Falterfisch ist nach meinen Beobachtungen nur in Gebieten mit intakten und dichtem Korallenbewuchs anzutreffen obwohl bei Untersuchungen seines Mageninhaltes neben Stein- und Weichkorallen auch Schwämme, Fadenalgen und Borstenwürmer gefunden wurden. Und die schönen unberührten Korallengärten sind auch auf den Malediven-traurig aber wahrselten geworden.

Ausgewachsen wird er immerhin 23 cm lang.

Vorkommen: Indopazifik vom Roten Meer bis nach Australien und Hawaii.

Schwarzrand-Falterfisch  Chaetodon vagabundus Linnaeus, 1758

E: Vagabond butterflyfish, F: Papillon á vagabond, J: Furai chouchou-uo, D: Dhon bibi

Größe: ca. 12 cm, Tiefe: 2 m               Embudu, Süd-MAle- Atoll, 2001

Schwarzrand-Falterfisch  Chaetodon vagabundus Linnaeus, 1758

Größe: ca. 12 cm, Tiefe: 2 m        Dhigofinolhu, Süd-MAle- Atoll, 1990

Laut Literatur soll er einer der häufigsten Falterfische im Indopazifik sein. Doch eigenartiger Weise ist er bei mir auf vielen hundert Fotos von Falterfischen nur einige Male zu sehen. Dabei ist der maximal 18 cm groß werdende Vagabund, wie er auch genannt wird, doch leicht zu identifizieren.

Er lebt kurz unter der Wasseroberfläche und ernährt sich von Algen und Korallenpolypen seines Revieres, das er mutig verteidigt.

Vorkommen: Indopazifik.

Gelbkopf-Falterfisch  Chaetodon xanthocephalus Bennet, 1832

E: Yellowhead butterflyfish, F: Papillon à tète jaune, J: Ki-gashira-chocho-uo, D: Dhon bibi

Größe: ca. 8 cm, Tiefe: 1 m                  Eriyadu, Nord-Male-Atoll, 1989

Gelbkopf-Falterfisch  Chaetodon xanthocephalus Bennet, 1832

Größe: ca. 8 cm, Tiefe: 1 m                    Eriyadu, Nord-Male-Atoll, 1989

Ein Pärchen Gelbkopf-Falterfische in Hochzeitsstimmung. Ohne auf die Umgebung zu achten, umkreisten sich die beiden ununterbrochen.

Der Gelbkopf-Falterfisch ist mit seinen kräftigen Farben und seiner glasklaren durchsichtigen Schwanzflosse ein wunderschönes aber scheues Tier. 20 cm wird er groß. Er ist fast immer paarweise anzutreffen und das in Tiefen bis 20 Metern. Sie sind auf Korallen angewiesen. Diese benötigt er, wie so viele Arten der Chaetodonten, als Nahrungsquelle, als Versteck vor Räubern und als Schlafplatz für die Nacht. Artgenossen gegenüber ist er recht aggressiv. Seine Fluchtdistanz ist ziemlich groß. Man benötigt entsprechend viel Filmmaterial für ein gutes Bild.

Einigermaßen erstaunlich ist es dann, ihn in der starken Brandung am Außenriff vor Veligandu Huraa anzutreffen. Dort liegt kein loses Material herum, nur glatte ausgewaschene Korallenplatten und kompakte Akroporakorallen, typisch für die Brandungszone. Es machte ihn offensichtlich nicht das Geringste aus, sich trotz starker Brandung präzise und punktgenau an die Korallen heranzumanöverieren. Kam er nur zur Nahrungssuche her? Schlief er auch hier? Da die angrenzenden Lagunen total versandet und zu flach sind, findet er anderswo auch keine Nahrung und nachts mit der Lampe machte ich seine Schlafplätze aus: ab 5m Tiefe am Außenriff unterhalb der Zone der starken Wasserbewegung.

Vorkommen: Von der ostafrikanischen Küste über Madagaskar, Mauritius, den Seychellen, Sri Lanka bis zu den Malediven, also dem westlichen Indischen Ozean. Nicht im Roten Meer.

Größe: ca. 8 cm, Tiefe: 1 m                    Eriyadu, Nord-Male-Atoll, 1989

Röhrenmaul-Pinzettfisch  Forcipiger longirostis Broussonet, 1782

E: Longnosed butterflyfish, F: Papillon a long nez, J: Oo-tueyakka-dai, D: Dhon bibi

Größe: ca. 12 cm, Tiefe: 5 m                                Fesdo, Ari- Atoll, 1987

Röhrenmaul-Pinzettfisch  Forcipiger longirostis Broussonet, 1782

Die Gattung  Forcipiger hat nur 2 Arten. Der auf dieser Seite beschriebene  F.longirostris  hat ein längeres Maul, das, gemessen Maulspitze - Auge, ca. dreimal der Körperlänge entspricht. Bei der anderen Art, dem Gelben Maskenpinzettfisch  Forcipiger  flavissimus   Jordan & McGregor 1782, beträgt dieses Ver­hältnis 4 Maullängen.

Der Röhrenmaul - Pinzettfisch wird 19 cm groß und ist nach meinen Beobachtungen und dem Auswerten der Dias weit aus seltener als der Gelbe Maskenpinzettfisch, der zu den am meisten verbreiteten Falterfischen überhaupt zählt. Mit iheren langen Schnauzen kommen sie tief in die Spalten und Zwischenräume der Korallen hinein und haben damit eine andere Nahrungsnische als ihre Verwandten.

Eine kleine Garnele, die sich zwischen den Ästen einer Acroporkoralle versteckt, ist also dort durchaus nicht sicher. Um beide Arten genau auseinander zu halten, müssten die Rückenflossenstacheln gezählt werden. Der  Forcipiger longirostris   hat davon nur 10 bis 11, der andere aber 12 aufzuweisen.

Im Pazifik und um Hawaii gibt es eine schwarze Farbvariante, die aber sehr selten ist.

Größe: ca. 12 cm, Tiefe: 2 m, Dhigofinolhu, Süd-MAle- Atoll, 1990

Vorkommen: Indischer Ozean, westlicher Pazifik und Hawaii.

Gelber Maskenpinzettfisch  Forcipiger flavissimus
Jordan & McGregor, 1782

E: Longnose butterflyfish, F: Chelmon à très long bec, J:  Ofueyakkodai, D: Thun bibi

Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 3 m,                              Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Gelber Maskenpinzettfisch  Forcipiger flavissimus Jordan & McGregor, 1782

Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 3 m,              Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988

Das ist der kurzmäulige Vertreter der beiden ansonsten gleichaussehenden Pinzettfischarten.

Von allen Falterfischen ist diese Art am Weitesten verbreitet. Mit seiner röhrenartig verlängerten Schnauze hat er sich eine ganz andere Nahrungsnische erschlossen als alle anderen Falterfische. Aus tiefliegenden kleinen Spalten pickt er Würmer, Garnelen und Mollusken heraus - nur klein genug müssen sie sein, denn die Maulöffnug ist winzig. Schön goldgelb ist der Körper, schwarz­braun der dreieckige Kopf- und der Augenfleck unterhalb der durchsichtigen Schwanzflosse. Die Unterseite der Schnauze und der Kehle ist silberweiß. Er wird 15 cm groß.

Vorkommen: Ostafrika, Rotes Meer, Indischer Ozean, Australien, Pazifik bis Niederkalifornien, Karibik - kurzum alle warmen Meere mit Korallen.

Der Körper etwas länglicher, der röhrenförmige Schnabel etwa ein Drittel länger:  Forcipiger longirostris,  der Röhrenmaul-Pinzettfisch.

Gedrungener und vor allen Dingen mit einem kürzeren Schnabel versehen: der Gelbe Maskenpinzettfisch  Forcipiger flavissimus

Schwarzer Pyramidenfalterfisch  Hemitaurichthys zoster Bennet, 1831

E: Black pyramid butterflyfish, F: Papillon pyramide, J: Kufo-piramiido-chouchou- uo, D: Huras gahli kandu

Größe: ca. 8 cm, Tiefe: 3 m,                                Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Schwarzer Pyramidenfalterfisch  Hemitaurichtys zoster Bennet, 1831

Größe: ca. 8 cm, Tiefe: 7 m,                Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988

Dieser dreigestreifte Planktonfresser gaukelt in großen Schwärmen überall dort am Riff, wo Strömungen frisches und nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe empor bringen. Die Schwärme stehen speziell am späten Nachmittag 1 - 2 Meter unter der Wasseroberfläche vor der Riffkante und die kleinen Mäuler schnappen aufgeregt nach dem für uns unsichtbaren Plankton. Kommen Räuber vorbei, wie z.B. jagende Makrelen, zucken die vielen Tiere wie ein Einziges zusammen. Der Schwarm hat sich plötzlich zusammen gezogen und näher zu den Korallen hin orientiert, bereit, voll unter diesen in Deckung zu gehen.

Einen Augenblick später fressen sie schon wieder aufgeregt und hastig, um, so kurz vor der langen Nacht, noch satt zu werden. Die Feinde der etwa handgroß werdenden Falterfische sind die silbrig-blitzenden Raubfische wie Barrakuda, Thunfische, Makrelen usw. Daher löst auch der Reflex einer Armbanduhr im schräg einfallenden Sonnenlicht das Fluchtverhalten aus. Aus der Nähe betrachtet entpuppen sich die beiden dunklen Farbbinden entgegen dem Namen als braun bis schwarzbraun. Der Kontrast zu dem breiten weißen Flankenstreifen ist sehr groß. Ein gelber Streifen an der Rückenflosse ist ebenfalls nur aus der Nähe zu sehen. Auch in starken Brandungszonen habe ich diese Art gesehen, ein Beweis für ein sehr gutes Schwimm- und Manöveriervermögen.

Vorkommen: Nur im Indischen Ozean.

Größe: ca. 8 cm, Tiefe: 5 m,                  Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Das Bild oben zeigt einen Schwarm von Schwarzen Pyramiden - Falterfischen kurz vor Sonnenuntergang im Kanal zwischen den Inseln Kuramathi und Rasdoo.

In dieser kurzen Tropendämmerung herrscht eine ganz besondere Stimmung am Riff. Die Schlafplätze unter den Korallen werden zögerlich getauscht. Langsam wagen sich die nachtaktiven Arten heraus, aber die tagaktiven Fische wie die Falterfische und die Riffbarsche schnappen noch hungrig nach Zooplankton und werden in wenigen Minuten die frei werdenden Plätze einnehmen. Pferdemakrelen und Thunfische jagen in die Schwärme hinein. Allerdings erstaunt die Erfolglosigkeit der Räuber. Das Angebot ist für sie einfach zu groß. Sie können sich nicht auf ein Ziel konzentrieren und so kommen die Fische, die im Schwarmverbund bleiben, ziemlich ungeschoren davon.

Anders der versprengte Einzelgänger nachts am Riff auf dem kleinen Bild. Er hat wohl keine leere Spalte mehr gefunden und drückt sich, aufgescheucht vom Schein der Lampe, an den Korallen herum. Auf solchen Kandidaten haben es die vielen Räuber der Nacht gerade abgesehen.

Größe: ca. 8 cm, Tiefe: 2 m,                   Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Schwarmwimpelfisch  Heniochus dihreutes Jordan, 1903

E: Schooling bannerfish, F: Pavillon arouse, J: Hata-tate-dai, D: Dhon bibi

Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m,                                       Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Schwarmwimpelfisch  Heniochus diphreutes   Jordan, 1903

Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m,                                Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Einen der bezaubersten Anblicke die man Unterwasser im Leben haben kann, bietet ein um die Mittagszeit inaktiver Schwarm von vielleicht 1000 Tieren, die, wohl ausgerichtet, fast bewegungslos im Wasser vor der Riffkante vor sich hindösen. Morgens und abends schwimmen sie aufgeregt kreuz und quer durcheinander um nach Zooplankton zu schnappen. Nachts löst sich der Schwarm auf und die bis zu 18 cm groß werdenden Tiere suchen einzeln zwischen den Korallen Schutz.

Es ist übrigens der 4. Rückenflossenstachel der den Wimpel bildet. Nicht nur unter der sonnendurchfluteten Oberfläche stehen die Schwärme, sondern auch noch in 30 m Tiefe sind sie zu finden und einzelne Tiere wurden schon bei 200 m gefangen. Wimpelfische in Aquarien haben schon ein Alter von 20 Jahren erreicht. Die Einheimischen nennen sie „Engelchen“. Angeblich sollen sie ausversehen gefangene Fische wieder vorsichtig ins Wasser zurücksetzen. Eine schöne Geschichte aber kaum zu glauben, wenn man lange im Orient gelebt hat und weiß, was ein Verhältnis Völker des Islam zu Tieren haben.

Vorkommen: Indischer Ozean, Australien, Japan, Hawaii. Im Rotem Meer lebt der Rotmeer-Wimpelfisch  Heniochus intermedius Steindachner, 1843. Er bildet keine Schwärme, lebt paarweise gebunden an ein Territorium.

Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m                                Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m                                                Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Maskenwimpelfisch  Heniochus monaceros Cuvier, 1831

E: Masked bannerfish, F: Pavillon croissant de nuit, J: Oni-hata-tate-dai, D: Thun bibi

Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m,         Veligandu Huraa, Süd-Male-Atoll, 1990

Maskenwimpelfisch  Heniochus monoceros Cuvier, 1831

Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m,                                Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Diese Art schwimmt meist paarweise am Riff und in tieferen Lagunen, seltener in kleinen Schulen mit etwa 10 Tieren. Sie werden mit 24 cm für einen Wimpelfisch recht groß und auch sie entwickeln Auswüchse auf der Stirn. Zum Leben benötigt er einen üppigen Korallenbewuchs. Der Maskenwimpelfisch hat schon in der Jugend die gleiche Zeichnung wie als erwachsenes Tier, was ja bei den Falter- und Kaiserfischen eine Ausnahme bedeutet. Der Wimpel wird nicht so lang. Scheu sind sie, halten eine große Fluchtdistanz.

Das kleine Bild ist nachts aufgenommen. Im Schein der Lampe ist der Fisch absolut blind. Er kann nichts anderes machen, als seinen langen Stachel aufstellen und hoffen, mit der ungewohnten Situation schnell fertig zu werden. Um nachts sich in Spalten zu verkriechen, ist diese Art zu groß. Man sieht sie unter und zwischen Korallen paarweise stehen, bereit, vor Räubern zu fliehen.

Vorkommen: Indo-Westpazifik.

Phantomwimpelfisch  Heniochus pleurotaenia Ahl, 1923

E: Indian bannerfish, F: Papillon kabubu, J: Indian hatatatedai, D: Hindu dhidhamas

Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m,         Veligandu Huraa, Süd-Male-Atoll, 1990

Phantomwimpelfisch  Heniochus pleurotaenia Ahl, 1923

Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m,      Veligandu Huraa, Süd-Male-Atoll, 1990

Erst seit 1969 ist der Phantomwimpelfisch für die Wissenschaft eine eigenständige Art. Dr. Wolfgang Klausewitz vom Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt a. M., erbrachte den Beweis. Bis dahin hielt man diesen Fisch für eine Jugendform des  Heniochus varius , des Schwarzen Wimpelfisches.

Seinen deutschen Namen hat er durchaus zu recht und trifft hier wirklich einmal zu. Man versuche ihn nur einmal zu fotografieren. Zwar ist er häufig anzutreffen und seine Fluchtdistanz ist kurz, aber ohne Blitz oder klarem hellen Hintergrund ist sein Profil kaum zu erkennen. Die knöchernen Vorsprünge und Haken auf seiner zerklüfteten Stirn zeichnen sich einfach nicht ab, zumal diese noch schwarz sind und ihnen das grimmige Aussehen verleihen, obwohl der kleine, max. 18 cm groß werdende sympathische Kerl vollkommen harmlos ist. Allerdings darf kein Artgenosse seine Reviergrenze überschreiten: dann kämpfen sie Stirn an Stirn miteinander. Sie leben paargebunden bis hinab auf 25 m. So ab ungefähr 10 m trifft man sie in kleinen Schulen von ungefähr 20 Individuen.

Vorkommen: Malediven, Sri Lanka, Nikobaren, Java und Sumatra.