Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Schleimkopfartigen - Beryciformes

Ein Großdornhusar Sargocentron soiniferum 2009 auf der Putzerstation, Embudu

Ein Großdornhusar Sargocentron soiniferum im

Morgenlicht im Rasdookanal

Größe: 10 cm, Tiefe: 3 m

Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1988

Diese Ordnung umfaßt mindestens 10 Familien.

Es sind kleine und oft in der Tiefe lebende Fische von manchmal skurrilem Aussehen mit großen Augen.

 

Die Fische einer Familie sehen durch Form und

Anordnung der Schuppen tatsächlich aus wie

Tannenzapfen und sie heißen auch so.

 

Aber alldie Arten der Familie der Tannenzapfenfische Monocentridae und der Familie der Laternenfische Anomtopidae leben ziemlich tief:

 

die ersteren zwischen 20 - und 200 m und die

anderen zwischen 7 - und 25 m und werden nur

unter 10 cm groß.

 

Nur die Familie Holocentridae ist auf den

Malediven häufig zu sehen. Sie unterteilen sich in 2 Unterfamilien: die Soldaten- und Husarenfische, den Myripristinae und den Holocentirinae, zusammen etwa 60 Arten. Diese Familie wird hier als einzige beschrieben.

Hi!

Systematik

Ordnung Schleimkopfartige - Beryciformes

Famiie Soldaten- und Husarenfische Holocentridae
Unterfamilie Husarenfische Holocentrinae

Ord

Fam

Gat

Art

Art

Art

Gat

Art

Art

Art

Art

Art

Schleimkopfartige

Soldaten- und Husarenfische

Unterfamilie Husarenfische

Beryciformes

Holocentridae

Holocentrinae

Neoniphon

Neoniphon argenteus

Neoniphon opercularis

Neoniphon sammara

Sargocentron

Sargocentron caudimaculatum

Sargocentron diadema

Sargocentron microstoma

Sargocentron soiniferum

Sargocentron violaceum

Swabellies

Soldier- und Squirrelfishes

Clearfin squirrelfish

Blackfin squirrelfish

Sammara squirrelfish

Silverspot squirrelfish

Crown squirrelfish

Smallmouth squirrelfish

Sabre squirrelfish

Violet squirrelfish

Familie: Soldaten- und Husarenfische - Holocentridae

Soldatenfische und Husarenfische (sie heißen im Englischen Squirrelfishes und werden deswegen auch Eichhörnchenfische genannt) sind klein bis mittelgroß und haben große, weit vorne stehende Augen, die sie als nachtaktive Tiere ausweisen.

 

Das Maul ist im Verhältnis zur Körpergröße recht groß und mit scharfen Zähnen bestückt. Viele Arten sind rot gefärbt und die Schuppen sind deutlich zu sehen. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist die große, mit der Afterflosse symmetrisch angeordnete, 2. Rückenflosse und ein ebenfalls symmetrisch gegabelter Schwanz.

 

Soldatenfische, Myripristinae, haben einen stumpfen Kopf und einen kurzen Körper und viele Arten sind rot ohne Längsstreifen. Sie leben von Zooplankton, scheinen aber wählerisch zu sein. In ihren Mägen werden vorwiegend Larven von Krebsen gefunden, die sie im freien Wasser zur Nachtzeit erbeuten. Soldatenfische sind in 5 Gattungen untergliedert.

 

Husarenfische, Holocentirinae, dagegen haben 3 Gattungen, sind meist gestreift und haben einen kräftigen, nach hinten gerichteten Kiemenstachel, der bei einigen Arten obendrein noch giftig ist. Sie suchen sich ihre Nahrung ebenfalls Nachts am Boden und bevorzugen Würmer, Krebse und kleine Fische.

 

Alle 60 Arten dieser Familie scheinen sich mit ihren Artgenossen verständigen zu können. Es wird von den unterschiedlichsten Geräuschen berichtet, die mehr als nur ein Warnsignal bedeuten sollen. Sie sind am

Tage unter den Korallen verborgen.

 

Der Husarenfisch Neoniphon opercularis, Schwarzflossen - Husar, stellt, wenn er dort gestört wird, seine Rückenflosse abwehrbereit wie ein Kamm auf.

 

Die roten Soldatenfische sind ebenfalls unter den Korallen überall zu sehen und an den großen Augen gut zu erkennen. Man traut ihnen die Schnelligkeit, mit der sie nachts durch den Lichtkegel der Taschenlampe

huschen, gar nicht zu.

 

Die Arten beider Unterfamilien leben in den tropischen Meeren.

Teufelssoldatenfische (s. nächste Seite) warten zusammen mit anderen Fischen auf den Einbruch der Dunkelheit

Ein Großdorn-Husar und eine Orientalische Süßlippe warten gemeinsam auf die Nacht

Silberhusar Neoniphon argentus (Valenciennes, 1831)

E: Clearfin squirrelfish, F: Marignan tacheté, J: Hoso-ebisu, D: Raiy thiki raiverimas

Größe: 12 cm, Tiefe: 3 m Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1987

Silberhusar Neoniphon argentus

Größe: 20 cm, Tiefe:31m Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Diese Gattung umfaßt 5 Arten von denen eine nur im Atlantik lebt. Von den 4 Arten des Indopazifik sind 3 hier beschrieben.

 

Als einziger hat der Silberhusar in der Rückenflosse keine schwarze Zeichnung, die wie bei den anderen Arten wie ein aufgerissenes Maul wirken kann.

 

Seine Rückenflossenstrahlen sind lang und immer aufgerichtet, wenn man sich ihm nähert. Sein Körper ist silbrig, die Schwanzflosse stark gegabelt. Er ist recht selten, vielleicht auch weil er normalerweise mit 15 - 50 m ziemlich tief an den Riffen lebt.

 

Die bis 24 cm groß werdenden Husarenfische leben von Plankton

und von kleinen Krebsen und Fischen.

 

Vorkommen: Im westlichen Teil des Pazifik. Im Indischen Ozean scheint er Inselgruppen wie die Seychellen, die Malediven, die Laccadiven, Chagos zu bevorzugen.

Schwarzflossenhusar Neoniphon opercularis (Valenciennes, 1831)

E: Blackfin squirrelfish, F: Marignan aile noire, J: Hireguro-ittoudai, D: Raiy thiki raiverimas

Größe: 30 cm, Tiefe: 5 m Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1987

Schwarzflossenhusar Neoniphon opercularis

Größe: 30 cm, Tiefe: 3 m Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1987

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m Veligandu Hurra, Süd-Male-Atoll, 1990

An Riffen mit vielen Korallen zur Seeseite hin waren diese auffallenden Husarenfische mal an jederMalediveninsel zu finden. Unter diesen Korallen verdämmern sie den Tag. Nachts streifen sie über den Boden und suchen Würmer und Krebse.

 

Einmal habe ich beobachtet, wie sie kleinen Kardinalfischen

nachstellten. Sie fressen also auch Fische, wenn sie sie nur erbeuten können.

 

Seine wie doppelt aussehende und auffällige, kammartige Rückenflosse sieht aus wie zwei Reihen scharfer Zähne. Die weiß hervorgehobenen Spitzen vor dem schwarzen Hintergrund wirken gefährlich und werden wie zur Warnung ruckartig aufgestellt wobei sich der Fisch mit seiner Breitseite zum vermutlichen

Angreifer ausrichtet und nicht, wie alle anderen, sich zur Flucht mit dem Kopf weg aufstellen.

 

Dieser Fisch wird 35 cm groß und lebt in flachem Wasser nicht tiefer als 20 m.

Die Gattung hat durch Randall & Heemstra erst 1985 einen neuen Namen bekommen. Die beiden wiesen nach, dass der bis dahin geltende Gattungsname Flammeo Jordan & Evermann, 1898 schon 13 Jahre früher in der Literatur beschrieben wurde und somit jetzt Neoniphon Castelnau, 1875 heißen muss.

 

Vorkommen: Zwischen Ostafrika und den Malediven. Nicht im Roten Meer.

Blutfleckhusar Neoniphon sammara (Forsskål, 1775)

E: Sammara squirrelfish, F: Marignan tacheté, J: Ukeguchi-ittoudai, D: Raiy thiki raiverimas

Größe: 15 cm, Tiefe: 2m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Blutfleckhusar Neoniphon sammara

Die Körper dieser Art ist im Gegensatz zu den vorher beschriebenen Schwarzflossen - Husar nicht mit deutlichen Schuppen sondern mit Streifen gezeichnet, vor allem bei dem mit 32 cm erwachsenen Fisch unten.

 

Bei dem Jungtier oben ist deutlich ein dunkelroter Fleck auszumachen, der wie angetrocknetes Blut aussieht. Ihn kann man auch am Tage am Riff

begegnen. Er ist dann allerdings inaktiv und erst in der Nacht geht er auf die Jagd nach allem

kleinen Getier und nach größeren Plankton. Er hält sich auch gerne in kleinen Schulen auf.

 

Vorkommen: Häufigster Fisch dieser Gattung im Indopazifik.

Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m

Kuramathi, Rasdu - Atoll, 1984

Größe: 15 cm, Tiefe: 42m Meedhuffushi,

Süd-Nilnandu-Atoll, 1999

Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1987

Silberfleckhusar Sargocentron caudimaculatum (Rüppell, 1838)

E: Silverspot squirrelfish, F: Marignan rouge et argent, J: Kurakake - ebisu, D: Asdhaanu raiverimas

Größe: 25 cm, Tiefe: 0.5 m Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1984

Silberfleckhusar Sargocentron caudimaculatum

Zugegeben: er ist beim Schnorchel oder Tauchen nicht so ohne weiteres zu identifizieren. Dazu gibt es viel zu viele gleichaussehende rote Fische. Erst zuhause auf dem Foto nach langem suchen sind die meisten dieser Husaren- und Soldatenfische zu bestimmen.

 

Geschlechtsunterschiede sind in dieser Familie äußerlich nicht zu sehen. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Gerne halten sie sich in kleinen Schulen auf. Das war übrigens das einzige Mal, dass diese Art vor die Kamera schwamm.

 

Das silbrige Weiß reicht bei manchen Husaren dieser Art über den halben Körper. Seinen Namen hat er von einem silbrigen Fleck (auf dem Foto bei Tageslicht nicht zuerkennen) beiderseits der Schwanzflossenwurzel. Nachts ist er als kleiner roter Punkt besser auszumachen. Sie werden so um die 25 cm groß und leben von benethischen Krustentieren nicht tiefer als 50 m.

 

Vorkommen: Rotes Meer und Indopazifik bis Tahiti.

Diademhusar Sargocentron diadema (Lacèpede, 1801)

E: Crown squirrelfish, F: Marignan lion - parasol, J: Niji - ebisu, D: Raiverimas

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1984

Diademhusar Sargocentron diadema

Dieser Fisch ist äußerst schwer anhand dieser Bilder zu bestimmen. Am verbreitetsten im Indischen Ozean soll diese Art, aber am häufigsten ist hier zweifellos der Großdornhusar.

Der Diademhusar wird nur 17 cm groß und lebt in Lagunen und im Riffbereich bis 60 m Tiefe.

 

Auch diese Art ist nachtaktiv und dämmert den Tag über im Schatten von Tischkorallen träge dahin. Nachts ist er ein flinker Räuber und wird häufig beim „Nachtangeln“ kurz nach Sonnenuntergang gefangen.

 

Dann hat er nach dem langen Tag den größten Hunger und beißt nach allem, was ihm vor seine scharfen Zähne.

 

Vorkommen: Indopazifik.

Feinstreifen-Husarenfisch Sargocentron microstoma (Günther, 1859)

E: Smallmouth squirrelfish, F: Marignan, J: Hime-ebisu, D: Raiverimas

Diese beiden roten Arten der Husarenfische sind nur selten zu sehen. Man muss nachts schon mit der Lampe über das Riff schwimmen - und die darf nicht stark sein. Seine großen Augen sind empfindlich. Starkes Licht verscheucht diese Arten garantiert.

 

Vorkommen: Indopazifik.

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m Veligandu Hurra, Süd-Male-Atoll, 1990

Großdornhusar Sargocentron spiniferum(Forsskål, 1775)

E: Sabre squirrelfish, F: Marignan sabre, J: Togari - ebisu, D: Raiverimas

Achtung! Jetzt kommt ein Fisch!

Großdornhusar Sargocentron spiniferum

Den neun Aufnahmen hier ist überdeutlich anzusehen wann sie gemacht wurden. Die Bilder mit Korallen entstanden von 1986 an bis Anfang der 90er. Von dann an ging es bergab. Man brauchte gar nicht den El Niño vom Frühjahr 1998. Die steigende Zahl der Touristen reichte für die Zerstörung der Unterwasserwelt aus.

 

Der Großdorn-Husarenfisch ist ein dankbares Fotomotiv. Seine rote und gelbe Färbung im Einheitsblau, seine geringe Fluchtdistanz und sein häufiges Vorkommen machen einen Star aus ihn. Wenn er 50 cm erreicht hat, wiegt er ca.6,5 kg. Der Autofokus findet also ein Ziel.

Bei Neptun!

Der schon wieder!

Von der Gattung Sargocentron gibt es 26 Arten.

Dieser Großdornhusar ist aber die bei Weitem

häufigste Art auf den Malediven.

 

Mit 50 cm Körperlänge ist er auch die größte Art

dieser Gattung. Tagsüber hält er sich im Schatten

unter den Korallen oder tief in Höhlen versteckt, wo

er oft, wie auf der nächsten Seite zu sehen, in

kleinen Gruppen anzutreffen ist. Nachts ist er auf

Jagd nach Krustentieren aller Art und nach kleinen

Fischen, die nahe am Boden leben.

 

Sein Kopf und sein Körper sind rötlich, die Flossen

gelb bis orange gefärbt. Besonders auffällig ist der

„Kussmund“ an der Basis der Brustflosse. Kurz

davor ist der kräftig ausgebildete Kiemenstachel

auszumachen.

 

Vorkommen: Rotes Meer und Indopazifik bis Tahiti.

Die Großdornhusar Sargocentron soiniferum

sehen so herzerfrischend traurig aus wenn sie so

fragend auf einen zu schwimmen.

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m

Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1988

Bitte anstellen zum Putzen!

Größe: 40 cm, Tiefe: 5 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

 

Großdornhusare Sargocentron spiniferum warten am Tage unter Korallen auf die Nacht...

...nutzen aber auch die Zeit, sich am Riff von Putzerfischen von Parasiten befreien zu lassen

Kann man die attraktiven Fische nicht mehr vor Korallen aufnehmen, macht es auch der blaue Hintergrund. Aber auch so ein Foto wie oben zu machen, wird immer schwieriger. Das Bild zeigt nämich absolute Stille und Ruhe am Riff.

 

Der Großdornhusar lässt sich putzen. Brav haben sich hinten Artgenossen angestellt und warten geduldig, bis sie dran sind. Aber wo gib es noch ungestörte Riffabschnitte an den Inseln, wo man solch eine Szene beobachten kann?

 

Da krault der Mittfünfzioger wie ein Idiot vor dem Frühstück um die Insel, da setzt der Badebetrieb kurz danach ein und die Kinder springen vom Anleger. Wer schaut noch auf solche kleinen Fische?  Es müssen shon Mantas sein.

Violetter Husar Sargocentron violaceum (Bleeker, 1853)

E: Violet squirrelfish, F: Marignan sabre, J: Sumire - ebisu, D: Vailet dhanbodu

Die Dias sind nicht zu finden!

Übergangsweise hier ein Bild aus Fishbase: So sieht er aus.

Dieser ausgesprochen schöne Fisch ist am Tage so gut wie nie und nachts auch nur selten zu sehen.

 

Seine großen Schuppen sind deutlich abgesetzt. Ohne Blitzlicht ist seine Körperfärbung eher bräunlich.

 

Seine Flossen tragen einen weißen bis bläulichen Rand. Sie werden max. 45 cm groß und bevölkern dieRiffe bis hinunter auf 30 m.

Vorkommen: Im westlichen Indischen Ozean nur bekannt von den Malediven, Chagos, den Laccadiven, den Seychellen und von Aldabar. Westpazifik.