Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Kugelfischverwandten -  Tetraodontiformes

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Familie Kofferfische -  Ostraciidae

Weltweit: 25 Arten, hier beschrieben: 3 Arten mit 12 Fotos, im Archiv: 38 Fotos

Größe: 50 cm, Tiefe: 2 m                  Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988

Viereckig kommt so ein Würfelkofferfisch  Ostracion cubicus Linnaeus, 1758 daher

Kofferfische  Ostraciontidae

Kofferfische haben einen Panzer aus sechseckigen Knochenplatten. Sie sehen nicht sehr stromlinienförmig aus. Wie bei ihren Verwandten, den Drückerfischen, fehlen die Bauchflossen. Deswegen ist ihr Schwimmstil der gleiche und auch bei ihnen dient die Schwanzflosse nur zum Steuern. Schnell können sie nicht gerade schwimmen, dafür aber präzise manöverieren und sich auf der Stelle drehen.

Auch sie können mit einem Wasserstrahl Nahrung aus Sandböden freiblasen. Zwar haben sie nur kleine vorstülpbare Mäuler, welche aber gut bezahnt sind, geeignet um Algen abzuschaben und Schwämme zu zerbeißen. Kofferfische haben an Stelle von Kiemendeckel nur eine Kiemenspalte wie die Kugelfische. Die Familie der Kofferfische  Ostraciontidae unterteilt sich in 2 Unterfamilien mit 14 Gattungen und 37 Arten. 2 davon konnten bis jetzt mit absuluter Sicherheit an jeder Insel gesehen werden. Kofferfische haben Körperpanzer die drei-, vier- oder fünfeckig sind. Genauso ist der Querschnitt drei-, vier- oder fünfeckig, ein unfehlbares Erkennungszeichen der Kofferfische.

Von Kofferfischen meint man viele Arten auf den Malediven zu sehen. Weit gefehlt! Es sind eigentlich nur zwei Arten, die allerdings in mehren Variationen an einem vorüber ziehen. Da die maskulinen und die femininen Kofferfische ein anderes Farbkleid tragen, natürlich gänzlich verschieden von den Jungtieren, ergeben die zwei Arten schon 6 anders aussehende Vertreter der hier vorkommenden Kofferfische.

Beide Bilder unten: In der Frontalaufnahme ist der viereckige Körperbau der beiden hier vorkommenden Arten zu erkennen. Beide Arten sind scheu und suchen schnell Deckung. Ihr Panzer schützt sie vor den Angriffen anderer Fische und besonders zu schmecken scheinen sie denen auch nicht.

Größe: 10 cm, Tiefe: 2 m                         Ari Beach, Ari-Atoll, 1992

Würfelkofferfisch  Ostracion cubicus Linnaeus, 1758, juvenil

Größe: 20 cm, Tiefe: 0,5 m                            Ari Beach, Ari-Atoll, 1992

Schwarzer Kofferfisch  Ostracion meleagris Shaw, 1796, maskulin

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Ord. Kugelfischartige Tetraodontiformes Boxfishes

Fam. Kofferfische Ostraciidae Ostraciidae

Gat. Lactophrys

Art Glatter Kofferfisch Lactophrys triqueter boxfish Coffre baguette ? ?

Gat. Ostracion

Art Würfelkofferfisch Ostracion cubicus Yellow boxfish Bourse coffre Minami-hakofugu Gonu

Art Schwarzer Kofferfisch Ostracion meleagris Whitespotted boxfish Bourse pintade Kuro-hakofugu Daiyfuku

Glatter Kofferfisch  Lactophrys triqueter  (Linnaeus, 1758)
Würfelkofferfisch  Ostracion cubicus Linnaeus, 1758

E: Yellow boxfish , F: Bourse coffre, J: Minami-hakofugu, D: Gonu

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m                              Ari Beach, Ari-Atoll, 1992

Würfelkofferfisch  Ostracion cubicus Linnaeus, 1758

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m                    Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Bei dieser Art ist das Körperprofil von vorne betrachtet viereckig, wie auf dem Bild des knallgelben jungen Fisches weiter oben auf dieser Seite zu sehen ist. Die Kanten sind nicht sehr scharf. Dieser Art kann man das Geschlecht an Hand der Farben ansehen.

Das Bild hier drüber zeigt ein weibliches Tier. Es ist ocker bis gelbbraun und mit weißen-bläulichen, schwarz umrandeten Punkten auf dem Rücken hübsch anzusehen. Die Männchen sind mit bläulichen Flecken und kleinen schwarzen Punkten ebenfalls gut zu unterscheiden.

Sie schwimmen immer alleine über das Riff, sind scheu und suchen sofort unter Korallen Schutz versucht man sich ihnen zu nähern. Sie werden bis 45 cm groß und sind bis 35 m Tiefe an den Riffen zu hause. Werden sie an die Oberfläche geholt, erlebt man ein meines Wissens nach bei Fischen eine einzigartige Überraschung: sie duften aromatisch!

Vorkommen: Indo-Wetspazifik und Rotes Meer.

Kofferfische sind wohl überall selten. In der Karibik bei Corn Island, Nicaragua, waren sie genau so selten. In 4 Jahren ließ sich nur ein faustgroßer, gelber Kofferfisch blicken.

Er war dreieckig, schwamm ziemlich weit vor der Küste und es war putzig anzuschauen, wie er mit den kleinen, auf Hochtouren arbeitenden Brustflossen gegen Strömung und Wellen ankämpfte.

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m                               Fesdu, Ari-Atoll, 1987

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m                              Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Schwarzer Kofferfisch  Ostracion meleagris Shaw, 1796

E: Whitespotted boxfish, F: Bourse pintade, J: Kuro-hakofugu, D:

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m           Meedhufushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Schwarzer Kofferfisch  Ostracion meleagris Shaw, 1796

Größe: 15 cm, Tiefe: 2 m                                     Ari Beach, Ari-Atoll, 1992

Sein Körperprofil ist ebenfalls viereckig, die Kanten sind auch nicht scharf. Diese Art ist mehr breit als hoch. Das Foto oben zeigt ein hübsch gefärbtes Männchen mit der längs der oberen Panzerkanten verlaufenden orangefarbenen Streifen und die prachtvoll blau leuchtende Schwanzflosse.

Die beiden Bilder unten zeigen das braune, mit weißen Punkte total überzogenes weibliche Tier. Die Grundfarbe ist braun oder braungrün. Die Schwarzen Kofferfische lieben die ruhigen Gewässer auf der Lagunenseite. Obwohl Kofferfische im allgemeinen Allesfresser sind, fand man in den Mägen dieser Art nur Schwämme und sehr wenige Algen. Ihr Lebensraum erstreckt sich zwar über den ganzen Indopazifik, aber nirgends sind sie häufig anzutreffen.

Vorkommen: Der gesamte Indopazifik von der Ostküste Afrikas bis Mexico.

Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m                                     Angaga, Ari-Atoll, 1996

Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m                                     Angaga, Ari-Atoll, 1996