Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Barschartigen -  Perciformes

Familie Meeräschen -  Mugilidae

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                                    Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Meeräschen  Mugilidae

Meeräschen haben einen spindelförmigen, langgestreckten Körper mit einem sehr kleinen Kopf, kleinem Maul und einem kräftigen Schwanzstiel mit meist leicht gegabelter Schwanzflosse.

Von den beiden weit auseinander stehenden Rückenflossen hat die erste 4 harte Stacheln. Symmetrisch zu den beiden Rückenflossen angeordnet sind die ebenso kleinen Bauchflossen.

Die Stumpfmaul-Meeräschen  Cernimugil crenilabis  schwimmen auch in der Brandung bei starkem Wellenschlag und Strömungen dicht unter der Wasseroberfläche. Das Foto entstand auf der östlichen Seite der Insel Ellaidhoo, wo das Schwimmen im flachen Wasser an diesem Tag fast schon gefährlich war.

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                   Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Von den in 10 Gattungen mit ungefähr 100 Arten (bei 32 weiteren Arten ist man sich noch nicht sicher, wo sie hingehören) gegliederten Meeräschen haben viele eine wirtschaftliche Bedeutung da ihr muskulöses Fleisch gut schmeckt und sie in Schwärmen vorkommen. Dabei ist der Fang mit Netzen nicht unproblematisch.

Die Meeräsche  Liza tricuspidens (Smith, 1935) z. B. kann 12 m weite Sprünge vollführen und das bei einer Körperlänge von immerhin bis zu 2,4 m. Sie springt einfach über den Netzrand hinweg.

Die Meeräschen leben in Küstennähe von Algen, Fischeiern und Larven aller möglichen marinen Tieren. Einige Arten zeigen eine große Toleranz gegenüber Süßwasser und es gibt erfolgreiche Versuche, sie in Fischfarmen zu züchten.

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Fam. Meeräschen Mugildae Mullets

Gat. Cernimugil

Art Stumpfmaul-Meeräsche Cernimugil crenilabis  Fringelip mullet Mulet boxeur Fûrai-bora Mekunu

Gat. Liza

Art Großschuppen-Meeräsche Liza macrolepis  Largescale mullet Mulet à grandes écailles Ko-bora Mekunu

Stumpfmaul-Meeräsche  Cernimugil crenilabis (Forsskål, 1775)

E: Fringelip mullet , F: Perroquet bossu vert, J: Kanmuribudai, D: Landaa

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                    Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Stumpfmaul-Meeräsche Cernimugil crenilabis (Forsskål, 1775)

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                                    Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Die Meeräschen an den unruhigen Touristeninseln sind selten geworden. Auch werden sie von den Einheimischen gerne geangelt weil sie gute Speisefische sind. Zwar ist auch ihnen das Fischen an den Riffen der Hotelinseln verboten aber die Meeräschen sind ja genau so gut im freien Wasser vor den Riffen zu fangen.

Die Unterscheidung der silbernen Meeräschen ist ziemlich schwierig. Wenn nicht die Wasseroberfläche oder der Grund zusehen ist, weiß man oft nicht einmal, wie herum man das Bild halten muss.

Diese ausgesprochenen Schwarmfische haben leicht gelbliche Brustflossen und einen grünlichen oder olivfarbenen Rücken. Außerdem ist am Flossenansatz ein kleiner lilafarbener runder Punkt erkennbar.

Diese Art wird bis zu 50 cm groß. Schwärme von mehr als 1000 Fische sind - oder besser: waren - keine Seltenheit. Sie leben dicht unter der Wasseroberfläche und tauchen nicht tiefer als 15 m hinab. Manchmal, speziell in den Abendstunden, vollführen diese Meeräschen Sprünge über die Wasseroberfläche.

Man hat in den Mägen der Allesfresser sogar Insekten gefunden. Vielleicht ist das der Grund für die kapitalen Sprünge. Zur Paarung steigen die großen Schwärme gegen Mitternacht an die Oberfläche. Dann kocht das Wasser von ihren Schwanzschlägen und Sprüngen. Jetzt werden Eier und Spermien abgegeben. Das können pro Weibchen bis zu 900.000 Eier sein. Die Hochzeit dauert bis zu 2 Stunden. Graut der Morgen, löst sich der große Schwarm in kleinere von ungefähr 100 Tieren wieder auf.

Vorkommen: Indo-Westpazifik, Japan, Rotes Meer, Ostafrika.

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                    Eriyadu, Nord-Male-Atoll, 1989

Stumpfmaul-Meeräschen streifen schon mal einzeln umher und stecken den Kopf aus den Wasser - natürlich nicht um zu sehen was so los ist. Sie fressen auch Insekten. Man hat sie in ihren Mägen gefunden.

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m                   Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m                   Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Großschuppen-Meeräsche  Liza macrolepis (Smith, 1846)

E: Largescale mullet , F: Mulet à grandes écailles , J: Ko-bora, D: Ko-bora

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m                      Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Großschuppen-Meeräsche Calotomus carolinus (Smith, 1846)

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m                  Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Ebenfalls im flachen Wasser ist diese Art auf der Suche nach Algen und Detritus, den abgestorbenen Kleinstlebewesen die auf den Grund gesunken sind. Im Wasser sind die verschiedenen Arten der Meeräschen nur sehr schwer zu unterscheiden.

Diese Äschen haben größere Augen als die anderen beiden hier beschriebenen Arten. Ihre Schuppen sind in elegant geschwungenen Linien angeordnet; am Bauch sind keine zu erkennen. Die Schwanzflossen sind stark gegabelt. Der Rücken ist wie bei allen Arten dunkler gefärbt. Sie werden bis zu 35 cm groß.

Alle Meeräschen sind gute Speisefische und sie entwickeln ein erstaunliches Temperament wenn sie an einer Angel angebissen haben. Da sie sich vorzugsweise im flachen Wasser wohlfühlen, bekommen Taucher sie kaum zu sehen, denn wie hier vor diesem Geröllwall können sie nicht mehr die Maske im Wasser haben.

Vorkommen: Indo-Westpazifik.

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m              Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008