Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Barschartigen -  Perciformes

Familie Papageifische -  Scaridae

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Indischer Buckelkopf-Papageifisch  Chlorurus strongylocephalus  (Bleeker, 1854)

E: Indian Ocean steephead parrotfish, F: Poisson-perroquet bleu, J: Budai, D: Raiy landaa

Größe: 70 cm, Tiefe: 3 m                    Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m                    Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Indischer Buckelkopf-Papageifisch, maskulin,  Chlorurus strongylocephalus  (Bleeker, 1854)

Größe: 70 cm, Tiefe: 1 m                                  Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Zwar ist der Indischer Buckelkopf-Papageifisch schon 1854 beschrieben worden, doch ist er erst wieder in den Büchern aufgetaucht, als der Tourismusbetrieb auf den Malediven so richtig im Gange war, was wahrscheinlich auf sein Verbreitungsgebiet zurückzuführen ist, gab es bis dahin doch über den westlichen Indischen Ozean, anders als beispielsweise über das Great Barrier Reef, keine populärwissenschaftliche Literatur.

Die männlichen Fische haben manchmal einen gelben Wangenfleck. Bis auf diesen Fleck sind sie den  Chlorurus gibbus sehr ähnlich, die aber nur im Roten Meer leben sollen - was vielleicht aber nicht stimmt. Die Weibchen dieser Art haben auffallende rote Bäuche und eben so rote Brustflossen. Sie leben in Paaren zusammen in Lagunen und an den Riffen, selten in Schulen. Diese Fische werden bis 70 cm groß.

Vorkommen: Westlicher Indischer Ozean zwischen Ostafrika und den Malediven.

Größe: 70 cm, Tiefe: 2 m                          Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Indischer Buckelkopf-Papageifisch, feminin,  Chlorurus strongylocephalus (Bleeker, 1854)

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2003

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m                        Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Langnasen-Papageifisch  Hipposcarus harid (Forsskål, 1775)

E: Caerulean damsel, F: Bouteur bleu et jaune, J: Indo-yo-soro-suzumedai, D: Muraka mas

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001

Langnasen-Papageifisch, maskulin,  Hipposcarus harid (Forsskål, 1775)

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Die oben abgebildete männliche Langnasen-Papageifisch haben eine eigentlich für Papageifische unüblich langgezogene Nase. Das Maul sieht nicht sehr kräftig aus. Diese Art lebt auch nicht vom Zerbeißen der Korallen sondern lebt vom Abschaben des Algenbewuchses und von kleinen wirbellosen Tieren und wohl auch von Seegras.

In Smith’s Sea Fishes steht, dass die Gattung  Hipposcarus Smith, 1956 nur 2 Arten umfasst. Die andere Art lebt im Pazifik ( Hipposcarus longiceps ). Beide können bis zu 75 cm groß werden.

Hier wird sie meist aber nur 55 cm lang. Sie halten sich gerne in geschützten Gewässern über Sandböden in der Nähe von Riffen nicht tiefer als 25 m auf. Die femininen Fische (unten) sind meist durch die langen Ausläufer oben und unten an der Schwanzflosse und an der blassen Färbung gut zu erkennen. Je länger diese fadenförmigen Anhänge sind, desto älter sind die Fische. Auf dem 2. Bildern unten hat sich ein Langnasen-Papageifisch zum Schlafen auf den Sand vor einer Koralle gelegt.

Vorkommen: Indischer Ozean, Ostafrika bis zu den Malediven und Rotes Meer. Seltener im südlichen und östlichen Indischen Ozean.

Größe: 50 cm, Tiefe: 3 m                                  Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Langnasen-Papageifisch, feminin,  Hipposcarus harid (Forsskål, 1775)

Größe: 70 cm, Tiefe: 5 m                                  Angaga, Ari-Atoll, 1996

Gebänderter Papageifisch  Scarus caudofasciatus  (Günther, 1862)

E: Redbarred parrotfish, F: Perroquet à bandes rouges, J: Budai, D: Landaa

Größe: 7 cm, Tiefe: 1 m                                   Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Gebänderter Papageifisch  Scarus caudofasciatus (Günther, 1862)

Auf dem Bild oben ist der maskuline und unten der feminine Fisch abgebildet, der sich durch seine auffallende Streifen in der hinteren Körperhälfte noch gut unterscheiden und merken last.

Diese äußerst scheue Art war auch schon 1990 nur selten zu sehen. Das maskuline Tier dagegen ist einer von den vielen grün gefärbten Papageifische und nur durch eine Zeichnung über dem Schnabel zu erkennen. Ausgewachsen erreichten die männlichen Tiere eine Länge von 50 cm. Sie leben im Bereich des Korallenwachstums bis in Tiefen von ca. 35 Metern.

Vorkommen: Im westlichen Indischen Ozean, ungefähr zwischen der ostafrikanischen Küste und den Malediven.

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                        Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001

Grünbürzel-Papageifisch  Scarus frenatus Lacepède, 1802

E: Bridled parrotfish, F: Perroquet à six bandes, J: Fuchidori-suzumedai, D:Landaa

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m                    Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Grünbürzel-Papageifisch, maskulin,  Scarus frenatus Lacepède, 1802

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                        Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Die Bestimmung dieses Fisches ist alles andere als einfach. Er ist einer der am wenigsten beschriebenen Fische - in den zur Verfügung stehenden Büchern jedenfalls. Den Namen  Scarus frenatus erwähnen nur 3 Bücher und auch die Suche im Internet bringt kein befriedigendes Ergebnis. In der Terminalphase bildet sich auf der Schwanzwurzel, dem „Bürzel“, ein hellgrüner Fleck, was zu dem komischen deutschen Namen führte.

Auffällig ist ebenfalls der abrupte Farbwechsel, der vom Maul ausgeht. Eigentlich müsste er gut zu identifizieren sein. Vielleicht ist er auch nur sehr selten. Ein so auffällig und gut merkbarer Fisch entgeht einem normalerweise am Riffg nicht. Das weibliche Tier auf dem Bild unten ist noch seltener.

Berichtet wird, dass dieser Papageifisch beim Fressen von Dornenkronen-Seesternen beobachtet wurde. Der bis jetzt größte Scarus frenatus  maß 47 Zemtimeter, bis zu 20 Jahre können sie alt werden.

Vorkommen: Indopazifik, vom Roten Meer, der ostafrikanischen Küste bis nach Japan und dem zentralen Pazifik.

Größe: 25 cm, Tiefe: 1m             Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Grünbürzel-Papageifisch, feminin,  Scarus frenatus Lacepède, 1802

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m                                  Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Blauband-Papageifisch  Scarus ghobban Forsskål, 1775

E:Blue-barred parrotfish, F: Perroquet à écailles jaunes, J: Hibudai, D:Noo landaa

Größe: 60 cm, Tiefe: 1 m                Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Blauband-Papageifisch  Scarus ghobban Forsskål, 1775

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m                                  Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Das hübsche Weibchen unterscheidet sich vom männlichen Fisch vor allem durch die Größe. Sie werden nur 40 cm, die Männchen fast doppelt so lang. Außerdem haben sie, auf dem Foto oben nur Andeutungsweise zu erkennen 6 blaue Querbinden.

Der feminine Fisch unten hatte sich in ungefähr 10 m Tiefe zum Schlafen einfach auf den Sand gelegt. Trotz seiner Tarnfarbe für die Nacht ist er durch die 6 Querbinden, dem blauen Band zwischen den Augen und den rhombenförmigen, großen Schuppen gut als Blauband - (oder auch Blauflecken -) Papageifisch trotz seiner nächtlichen Tarnfarbe zu erkennen.

Die großen Männchen (oben) haben ebenfalls sehr große Schuppen mit rosa oder, je nach Beleuchtung, lilafarbenen Einfassungen. In der Initialphase bestimmt dieses Rosa das Aussehen des ganzen Fisches. Sie bevorzugen sandige Lagunenböden. In anderen Gegenden des Indopazifik leben sie als einzige Art der Papageifische auch über Schlickböden. Da sie sich überwiegend von Algen ernähren besteht die Hoffnung, diese schönen Tiere auch im nächsten Jahrtausend fotografieren zu können.

Vorkommen: Vom Roten Meer bis zum Ostpazifik an Panamas Küste.

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m                 Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Blauband-Papageifisch  Scarus ghobban Forsskål, 1775

Größe: 70 cm, Tiefe: 2 m                          Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Größe: 70 cm, Tiefe: 6 m               Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Ein Blauband-Papageifisch hofft unter den Lederkorallen über die Nacht zu kommen

Größe: 50 cm, Tiefe: 1 m                      Embudu, Süd-Male-Atoll, 2003

Blauband-Papageifisch:  Nomen est omen!

Schwarzer Papageifisch  Scarus niger Forsskål, 1775

E: Dusky parrotfish, F: Perroquet dorade , J: Buchibudai, D: Landaa

Größe: 40 cm, Tiefe: 2 m             Dhigufinolhoo, Süd-Male-Atoll, 1990

Schwarzer Papageifisch  Scarus niger Forsskål, 1775

Größe: 40 cm, Tiefe: 2 m               Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Größe:25 cm, Tiefe: 3 m                                Ari-Beach, Ari-Atoll, 1992

Der ausgewachsene männliche Schwarze Papageifisch (1. Bild) lässt sich durch die dunkel Grundfarbe und den roten Augenumrandungen einigermaßen leicht erkennen. Hier hat der Fisch hinter dem Auge auf jeder Seite einen dunkelgrünenFleck, deutlich im 2. Bild mit digitalem Equipment 2008 aufgenommen.

Das 3. Bild oben zeigt ein Schwarzen Papageifisch im Übergang vom weiblichen zum männlichen Tier, während das 4. Bild (unten) das Weibchen zeigt. Hier im Indischen Ozean unterscheiden sich die Geschlechter, wie die Bilder zeigen, sehr deutlich. Warum der doch ziemlich große Unterschied im Pazifik - dort sind sie fast gleichfarbig - nicht besteht, ist nicht bekannt.

Bei dieser Art sind alle jungen Fische weiblichen Geschlechts, alle erwachsenen dagegen sind männlich. Sie erreichen eine Größe von 40 cm und haben sich einen Lebensraum vom Riffdach bis auf 40 m Tiefe erobert, was der Verbreitung der Korallen entspricht, von denen sie hauptsächlich leben.

Vorkommen: Vom Sinai bis Südafrika über den gesamten Indopazifik, Japan bis zu den Gesellschaftsinseln (Französisch - Polynesien mit den „Inseln über dem Wind“, u. a. Tahiti und den „Insel unter dem Wind“, u. a. dem schönen Bora - Bora).

Größe: 30 cm, Tiefe: 4 m          Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m                   Eriyadu, Nord-Male-Atoll, 1989

Ein maskuliner Schwarzer Papageifisch  hat sich für die Nacht einen Platz gesucht und zur besseren Tarnung wie so viele Fische des Nachts die Farben komplett gewechselt.