Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Barschartigen -  Perciformes
Familie Papageifische -  Scaridae
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Singapur-Papageifisch  Scarus prasiognathos Valenciennes, 1840

E: Singapore parrotfish, F: Perroquet étaubone, J: Nishikibudai, D: Landaa

Größe: 40 cm, Tiefe: 2 m                     Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m              Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001

Singapur-Papageifisch, maskulin,  Scarus prasiognathos Valenciennes, 1840

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                    Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Größe: 40 cm, Tiefe: 2 m

Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Die Singapur-Papageifische kommt auf den Malediven mit am häufigsten vor. In großen Fressgemeinschaften fallen die Singapur-Papageifische (auch Grünwangen-Papageifisch) in die Riffe ein und beißen zum Entsetzen der die Korallen bewohnenden kleinen Fische alles kurz und klein.

Deutlich sind die einfarbigen braunen Weibchen im Schwarm auszumachen. Bei den maskulinen Fischen ist der obere Teil des Kopfes gelb-orange (Bild 1 oben), manchmal auch grünlich (Bild 2) gefärbt. Sie werden bis zu 45 cm lang und sind hier wie gesagt in den Gewässern um die Malediveninseln oft zu finden. Auch im Jahre 2008 noch.

Vorkommen: Indopazifik. Nicht im Roten Meer. Von den Seychellen bis Salomoninseln.

Die Singapur-Papageifische bilden mal Schwärme, die nur aus männlichen (wie unten), nur aus weiblichen oder auch aus Tieren beider Geschlechter bestehen.

Die Aufnahme unten ist mit dem letzten Sonnenstrahlen mit einer Nikonos V auf Diafilm Agfa CT 100 gemacht. Die Farben brauchten nicht verändert oder bearbeitet zu werden.

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m        Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Nasenhöcker-Papageifisch  Scarus rubroviolaceus Bleeker, 1847

E: Ember parrotfish, F: Perroquet braisé, J: Naga-budai, D: Landaa

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m                                Ari-Beach, Ari-Atoll, 1992

Nasenhöcker-Papageifisch  Scarus rubroviolaceus Bleeker, 1847

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                     Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Es ist unmöglich, sich die Farben aller Papageifische zu merken. Erst zu Hause auf den Bildern kann man sie einigermaßen identifizieren. Die Literatur ist allerdings widersprüchlich und die Farben auf den Fotos sind oft durch Blitzlicht verfremdet und damit fern aller Wirklichkeit. Selbst Fishbase zeigt oft nur Bilder von vollkommen verfärbten toten Tieren oder Zeichnungen.

Die meisten Bücher beschreiben Papageifische aller Meere und gerade Papageifische haben in den unterschiedlichen Wachstumsphasen und dann noch in anderen Gebieten eine andere Färbung.

Oben abgebildet ist der maskuline und auf dem 2. Bild der feminine Fisch im Schwarm.

Die Weibchen sind dunkelbraun und haben auf den Seiten weiße, leuchtende Flecken. Manchmal zeigen sie sich aber auch mit einem leuchtendroten Bauch. Ein einigermaßen nutzbares Erkennungszeichen der maskulinen Fische dieser Art ist das gelb eingefasste Auge und der prächtige Höcker auf der Nase. Als deutscher Name ist manchmal auch Funken-Papageifisch gebräuchlich. Diese Fische werden bis 75 cm groß. Diese Art benötigt in seinem Lebensraum einen üppigen Korallenbewuchs.

Vorkommen: Indopazifik zwischen Ostafrika und Panama.

Größe: 50 cm, Tiefe: 3 m                 Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Nasenhöcker-Papageifisch, feminin  Scarus rubroviolaceus Bleeker, 1847

Größe: 70 cm, Tiefe: 5 m                                  Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Dunkelkappen-Papageifisch  Scarus scaber Valenciennes, 1840

E: Fivesaddle parrotfish , F: Perroquet à cinq selles, J: Budai, D: Landaa

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                     Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Dunkelkappen-Papageifisch  Scarus scaber Valenciennes, 1840

Ein ebenfalls wenig beschriebener Fisch, was wahrscheinlich mit seinem Verbreitungsgebiet im westlichen Indischen Ozean zusammnen hängt. Erst ab den Neunziger Jahren durch den Malediventourismus wurde dieses Gebiet interessant. Er war nie häufig zu finden und viel ist über diese Art auch jetzt noch nicht bekannt. Nicht einmal seine Ernährungsweise. Er frisst Algen samt Untergrund und wirbellose Tiere. Wenn er auch von Korallen lebten sollte, wird er wohl noch seltener oder gar nicht mehr zu finden sein.

Im Bild ist die Zeichnung der Terminalphase zu sehen. Da ist diese Art durch die dunkle Kappe gut zu erkennen. Sein anderer Name, Fünfsattelfleck-Papageifisch, kommt von Querstreifen auf dem Rücken in der Initialphase. Die im Pazifik lebende Art mit gleichen Merkmalen nennt sich  Scarus dimidiatus . Beide werden 40 cm groß, sind Einzelgänger und gehen nicht tiefer als 20 m an den Riffen hinunter.

Vorkommen: Von Ostafrika bis zu den Malediven, von der jemenitischen Küste im Norden bis Südafrika im Süden.

Dreifarben-Papageifisch  Scarus tricolor Bleeker, 1847

E: Tricolour parrotfish, F: Perroquet tricolore, J: Ichimonji-budai, D:Landaa

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m                                  Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Dreifarben-Papageifisch  Scarus tricolor Bleeker, 1847

Die Weibchen sind durch einen gelben Schwanz und eine gleichfarbige Afterflosse einigermaßen gut zu erkennen. Die grünen Schuppen wirken durch eine schwarze Umrandung plastisch hervorgehoben. Diese Art war schon immer selten und dürfte nach der Erwärmung der Korallenmeere kaum noch zu finden sein. Diese Fische lebten in den Bereichen der Korallen bis in 40 m Tiefe und sie werden bis 40 cm groß.

Einfach schön...

Größe: 60 cm, Tiefe: 2 m                            Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Der Zweifarben-Papageifisch  Cetoscarus bicolor mit seinem reitenden gelben Trompetenfisch vor der damals noch fast intakten, schönen Riffkante von Ellaidhoo.