Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 3: Knorpelfische

Seite

von 6

6

Ordnung Rochenartigen - Rajiformes, Teil 2 (Mobula, Stechrochen)

noch: Familie Mantas - Mobulidae
Mobula - Mobula mobula (Bonnaterre, 1788)

E: Divel fish, F: Mobule, J: Itomaki eil, D: En mad

Größe: 2,5 m, Tiefe: 15 m       Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1986

Mobula - Mobula mobula (Bonnaterre, 1788)

Diese Schule Mobula, die da am Riff von Kuramathi entlang segelte, war schon erstaunlich. Da hatte sich ein junger Manta (auf dem Bild unten) mit hinein geschmuggelt. Man kann sie leicht für junge Mantas halten aber sie sind eine eigenständige Art, die bis zu 5,20 m Spannweite erreicht. Sie filtern genau wie die Mantas Plankton. Allerdings liegt ihr Maul auf der Bauchseite und Reihen von kleinen Zähnen sind in beiden Kiefernhälften vorhanden.

Sie segeln, wenn das Wasser planktonreich ist, zu zweit oder in Schulen von vielleicht 10 oder 12 Tieren am Riff entlang, immer gegen die Strömung, fahren ihrer Beute natürlich nicht hinterher. Besonders häufig waren sie, bedingt durch die außergewöhnlich guten Strömungsverhältnisse im Rasdoo - Atoll um Kuramathi zu sehen.

Sie leben nicht tiefer als 20 m. Im Deutschen kann man auch die Bezeichnung Stachelloser Manta oder Kleiner Teufelsrochen finden.

Vorkommen: Indopazifik

Familie Stechrochen - Dastandet
Weißfleckenstachelrochen - Himantura granulata (MacLey, 1883)

E: Mangrove whipray, F: Pastinaca, J: Ojiro - ei, D: Vaifiya madi

Größe: 70 cm, Tiefe: 3 m  Veligandu Hurra, Süd - Male - Atoll, 1990

Weißfleckstachelrochen - Himantura granulata (MacLey, 1883)

Ein häufiger Gast an den Inseln der Malediven. Das größte Exemplar hat eine Spannweite von 97 cm. Sie sonnen sich gerne in ruhigen, flachen Lagunen, tauchen bis 85 m an den Riffen ab und sind in anderen Gegenden unter Mangroven in Brackwasser zu finden.

Ihr kurzer Schwanz ist mit einem kräftigen Stachel versehen, den man tunlichst meiden sollte. Das Aussehen ist ziemlich variabel. Das Bild auf der nächsten Seite oben zeigt ein Paar bei der Balz. Das größere Tier scheint das Weibchen zu sein. Sie lagen den halben Vormittag bewegungslos am Riff.

Vorkommen: Im Indischen Ozean von den Seychellen, den Malediven bis Indonesien und dem nördlichen Australien.

Größe: 70 cm, Tiefe: 3 m     Kuredu, Faddhippolhu - Atoll, 1998

Ach, muss Liebe schön sein unter Weißfleckstachelrochen! Ist das größere Tier das Männchen? Dann hat er aber Glück!

Größe 1,5 m, Tiefe: 2 m  Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Größe 1,5 m, Tiefe: 2 m

Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Größe 1,5 m, Tiefe: 2 m

Angaga, Ari - Atoll, 1996

Inseln am Aussenriff, die große und sandige Lagunen haben, flache und ungestörte Bereiche zum Sonnenbaden, das ist ein Lieblingsplatz für diese Rochen - um Dhigufinolhu z. B. Oft haben sie sich zur Tarnung eingebuddelt und waren nur schwer zu finden, meist weit ab von den belebten Ufern.

Die Stachel am dicken Schwanz sind mächtig und haben Widerhaken. Wird man davon getroffen gibt es verdammt zackige Wunden.

Aber die Rochen sind friedlich - wenn man sich ruhig nährt. Sie sind neugierig und lassen sich sogar für 1 Minute anfassen und streicheln wie den auf dem Bild links oben. Dann wird es ihnen aber doch unheimlich und sie schweben wie Batman davon (Bild daneben). Sie fließen förmlich über den Untergrund vondannen.

Ob es sie noch so zutraulich in den flachen Gewässern gibt? Wo jede ehemals unbebaute Insel Bungalows trägt, wo hunderttausende Touristen die 70 oder 80 Hotelinseln bevölkern?

Die Aufnahmen entstanden ungefähr 50 Schwimmminuten östlich von Dhigufinolhu. Die Rochen waren sehr zutraulich weil hier kaum einer herkam und sie ihre Ruhe hatten.

Größe: 1 m, Tiefe: 2 m                         Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Federschwanzstachelrochen -  Pastinachus sepen (Forsskål, 1775)

E: Shorttail stingray, F: Pastinaca, J: Ojiro - ei, D: Vaifiya madi

Größe: 70 cm, Tiefe: 3 m             Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Federschwanzstachelrochen  Pastinachus sephen (Forsskål, 1775)

Eine Rochenart, die auch am Tage aktiv ist, was die Bilder oben und unten zeigen.

Im flachen Wasser westwärts von Dhigufinolhu ereignete sich dieser Beinahezusammenstoß mit diesem Rochen auf dem Bild oben. Wir waren beide verblüfft, 4 Sekunden lang. Diese Art kann bei einem Scheibendurchmesser von 1,80 m eine Länge von 3 m erreichen. Die seltsame Rochenversammlung auf der Eingangsseite lässt die Größe der ausgewachsenen Tiere erahnen.

Im Allgemeinen wird die Art als viel dunkler gefärbt beschrieben aber durch den schwarzen, federartigen Hautanhängen unter dem letzten Teil des Schwanzes lassen sich die hier häufen Rochen gut erkennen. Diese Art schwimmt auch in das Süßwasser von Flüssen hinein. Vorsicht bei 11 Synonymen bei diesem Rochen: Bis vor kurzem war der wissenschaftliche Name noch Hypolophus sephen.

Vorkommen: Indopazifischer Ozean mit Ausnahme des Roten Meeres.

Größe: 60 cm, Tiefe: 2 m                       Vilamendhoo, Ari - Atoll, 1997

Dieser Federschwanzstachelrochen hat Beute im Sand geortet und wedelt und bläst sie frei.

Länge: ca. 120 cm, Tiefe: 4 m    Veligandu Hurra, Süd - Male - Atoll,1990

Größe: 50 cm, Tiefe: 1 m             Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1986

Der Rochen ließ sich nachts von der Lampe vor dem alten Restaurant auf Kuramathi  anlocken .  Sagen nicht alle Bücher das diese Art tagaktiv ist? Vielleicht kann der Rochen nicht lesen....

Schwarzpunktrochen - Taeniura meyenis Müller & Henle, 1841

E: Blotched fantail ray, F: Pastenague à taches noires, J: Madara - ei, D: Naru nagoo madi

Größe: 70 cm, Tiefe: 3 m                Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1995

Schwarzpunkt-Stachelrochen  Taeniura meyenis Müller & Henle, 1841

Bis vor kurzen geisterte diese große Rochen nur als T. melanospila, Bleeker, 1853 durch die Literatur. Dieser in der Farbgebung ebenfalls sehr variabele Rochen wird bis zu 3,30 m lang und wiegt dann bis 150 kg. Der Scheibendurchmesser kann 3 m betragen. Über das Lebensalter dieser Art ist nichts bekannt. Einmal überlebte er in einem Schauaquarium ganze 81 Tage. Normalerweise sind sie nicht aggressiv Menschen gegenüber. Sie haben ein großen Stachel am Schwanz kurz hinter der Körperscheibe der ziemliche Wunden verursachen kann.

Diese gut genährte Halbkugel hatte unmittelbar in Ufernähe im Morgengrauen etwas größeres Fressbares gefunden und ließ sich nicht im geringsten bei seiner Mahlzeit stören. Leider war nicht zuerkennen, was es war.

Vertreiben wollte ich ihn nicht und er fraß alles, ohne Spuren zu hinterlassen, auf. Nicht einmal Schuppen, die unverdaulichen Reste von Krebsen oder Muscheln waren hinterher an dieser Stelle übriggeblieben.

Vorkommen: Indopazifischer Ozean vom Roten Meer, der afrikanischen Ostküste bis Südjapan und dem gesamten Pazifik bis zu den Galapagosinseln.

Größe: 2,5 m, Tiefe: 15 m                 Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1995

Das kleine Auge dieses großen Tieres starrte unbeteiligt in die Gegend. Als er mit dem Frühstück fertig war verschwand er über das Riffdach in die Tiefe

Größe: 2,5 m, Tiefe: 15 m                Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1995

Größe: 2,5 m, Tiefe: 15 m                   Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1986

Igelrochen -  Urogymnus asperrimus  (Bloch & Schneider, 1801)

E: Porcupine ray, F: Pastenague sans dard, J: Tobiei, D: Madi

Länge: 2 m, Tiefe: 10 m                Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Igelrochen  Urogymnus asperrimus  (Bloch & Schneider, 1801)

Dieser bis 2 m lang und 1 m breit werdende Vertreter der Stachelrochen liegt am Tage gerne im Sand von Lagunen. Dort, in 4 - 6 m tiefen Wannen, die frei von Strömungen sind, gräbt er sich zur Tarnung ein. Besucher von Dhigufinolhu werden diese Wannen an der Nordspitze und diese Rochenart kennen. Auch auf anderen Inseln mit sandigen Lagunen sind sie zu hause. Die Igelrochen haben erstaunlich dicke Körper und dürften ausgewachsen gut und gerne 100 kg auf die Waage bringen. Die Familie wird auch Peitschenschwanz - Stechrochen genannt. Aber der Igelrochen hat am Schwanz gar keinen Stachel. Durch die in Reihen angeordneten Dornen auf dem Rücken ist diese nicht scheue Art leicht zu erkennen. Den Rochen auf der nächsten Seite unten habe ich lange beobachtet und dann von vorne am Rand sanft angefaßt. Eher erstaunt als unwillig unterbrach er nur kurz sein Wühlen im Sand.

Nachts legt er sich auf die auf Sandböden und Geröllfelder schlafenden Fische. Da nutzt den Papageifischen nicht der Mantel aus Schleim, mit dem sie ihren Geruch nachts überdecken wollen, um vor jagenden Muränen sicher zu sein. Der Igelrochen erkennt sie nicht am Geruch, sondern ortet die bioelektrischen Felder. Alle anderen auf den Boden schlafenden Fischarten wie z. B. Lippfische und Meerbrassen erbeutet er auf gleiche Weise.

Vorkommen: Indopazifischer Ozean mit Ausnahme des Roten Meeres. war. Vertreiben wollte ich ihn nicht und er fraß alles, ohne Spuren zu hinterlassen, auf. Nicht einmal Schuppen, die unverdaulichen Reste von Krebsen oder Muscheln waren hinterher an dieser Stelle übriggeblieben. Das untere Bild der nächsten Seite zeigt eine der Farbvariationen dieser großen Rochen.

Vorkommen: Indopazifischer Ozean vom Roten Meer, der afrikanischen Ostküste bis Südjapan und dem gesamten Pazifik bis zu den Galapagosinseln.

Größe: 2,5 m, Tiefe: 15 m          Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1986

Größe: 130 cm lang, 60 cm breit, Tiefe: 1 m, Angaga, Ari - Atoll, 1996

Erst dachte ich, einen Igelrochen vor mir zu haben weil der Schwanz ebenfalls stachellos ist. Aber dann fiel die Länge des dünnen Schwanzes auf. Ist der bei den Igelrochen viel dicker und kürzer? Außerdem fehlten die dornigartigen Stachelreihen auf dem Rücke und die Igelrochen sind meist hellgrau gefärbt. Die Grundfarbe bei diesem Tier ist bräunlich und er ist mit unregelmäßigen weißen Flecken überzogen. Um für die Aufnahmen nahe genug heranzukommen, hielt ich mich 20 Minuten in seiner Nähe auf, beobachtete wie er den Untergrund durchwühlte und tat so, als sei ich beschäftigt wie er. Dabei kam ich ihm immer näher und irgendwann hatte ich ihn überzeugt, dass von mir keine Gefahr ausging und ließ er sich sogar anfassen.

Wahrscheinlich ist es aber doch ein Igelrochen! Es muß ja auch heranwachsende Rochen oder Geschlechtsunterschiede geben.

Größe: 2,5 m, Tiefe: 15 m                 Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1986

Größe: 2,5 m, Tiefe: 15 m                 Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1986

Größe: 2,5 m, Tiefe: 15 m           Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1986

Peitschenschwanz-Stachelrochen - C s (Bl, 1856)

E: Ma

Länge: 2 m, Tiefe: 2 m        Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Peitschenschwanzstachelrochen H (MacLey, 1883)

Charlie nannte ich ihn. Er lag immer an der gleichen Stelle in eineinhalb Meter Tiefe auf dem Sand zwischen den Korallen. Seine großen Augen schauten mich ruhig an. Am 2. Tag legte ich mich vor ihm in den Sand und streichelte seinen Rand vorsichtig.

 

Die Haut war rauh und trocken. Es arbeitete in seinem Gehirn und er wusste nicht so recht, was er davon halten sollte, doch dann entschloss er sich, ruhig und ohne Eile vorsichtshalber davon zu schwimmen. Rochen denken eben langsam.

 

Ab dem vierten Tag blieb er liegen und ich durfte seine weiße Unterseite anfassen, die sich glatt und angenehm anfühlte. Ab der 2. Woche kam er mir sogar ein Stück entgegen und wollte gestreichelt werden. Ein leichtes kratzen mit den Fingernägeln hatte er noch lieber.

 

Es waren immer 6 - 10 dieser großen Tiere die sich an dieser Stelle weit ab der Insel sonnten. Hier draußen kam niemand her. Man musste sich eine halbe Stunde von Dhigufinolhu nach Westen über die Sandbank vorwärts quälen. Dort, an einem Innenriff, standen schöne Korallenblöcke mit weißem Sand dazwischen - rochenhaft gut zum einbuddeln geeignet, sonnendurchflutet.

 

Sie sind gute Schwimmer und, wie man sieht, bei richtigem Verhalten des sich Annähernden auch recht zutraulich - aber es bleibt doch sehr gefährlich.

 

Vorkommen: Alle tropische Meere.

Stachelrochen -  Urogymnos sp.

E: Ma

Breite: 2 m, Länge: 4m, Tiefe: 8 m   Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Stachelrochen  Urogymnos sp.

Das ist der größte Rochen nach einem Manta den ich je gesehen habe. Er lag eines Tages in den tiefen Wannen in den weiten Sandflächen westlich der Insel Dhigufinolhu und ließ sich nicht zum wegschwimmen für eine Aufnahme in voller Körpergröße bewegen. Er war ziemlich dick und er könnte so zwischen 300 und 500 kg gewogen haben. Leider werde ich wohl nie herausbekommen, was für eine Art dieser Riese ist.

 

Die flachen Gewässer um diese "Steginseln" waren ein Paradies für Rochen. Zumindest in der Zeit um 1990 und 91. Jetzt, wo alle Inseln bebaut sind, die Touristenzahlen sich hier verdoppelt haben, dürfte es für Rochen alles andere als ein Paradies sein.

Unbekannte Schönheit: Black beauty

Breite: 2 m, Länge: 4m, Tiefe: 8 m   Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Adlerrochen?  Das könnte ein weibliches Jungtier sein, ein Adlerrochen.