Handbuch der Malediven

Handbuch der Malediven

Kapitel 7: Stachelhäuter

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Stamm Stachelhäuter - Echinodermata
Klasse: Seesterne - Asteroidea (Teil 1)
Ordnung Klappensterne Valvatida

Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Galathea-Seestern Nardoa galatheae (Lütken, 1864): War immer ein schöner Anblick am Riff.

Klasse Seesterne - Asteroidea

Allein von den Seesternen gibt es zwischen 1500 und 2000 Arten. Keine Angst, so viele gibt es auf den Malediven nicht. Die meisten Arten haben fünf Arme und nur wenige haben mehr. Auf der Unterseite der Arme verlaufen sternförmig von der Mitte bis zu den Enden Rillen. Sie werden Ambulakralrinnen genannt. An jeder Seite einer Rille befinden sich viele Saugfüße mit denen der Seestern z. B. die Kraft aufbringt, Muscheln zu öffnen. Dazu schiebt er sich über die Muschel, setzt an beiden Schalen seine Saugfüßchen an und läßt eine gleichmäßige Kraft dauernd wirken. Zwar ist der Schließmuskel der Muschel stärker, aber dieser Dauerwirkung hält er nicht Stand.

Im Zentrum auf der Unterseite sitzt der Magen. Er wird bei größeren Opfern nach außen gestülpt und umfaßt die Beute. Der Seestern verdaut also außerhalb seines Körpers mit Hilfe eines Verdauungssekretes.

Dornenkronen saugen auf diese Weise Korallen ganzer Riffgebiete aus. Die Regenerationsfähigkeit von Seesternen ist erstaunlich. So ist es müßig, einen  Dornenkrone zu zerschneiden. Die einzelnen Teile wachsen wieder zu neuen Tieren heran.

Die Fortpflanzung geschied auf zweierlei Art. Seesterne geben normaler Weise Eier und Sperma ins Wasser ab. Mikroskopisch kleine Larven treiben davon. In der nächsten Lebensphase setzen sie sich fest und wachsen zu Seesternen heran. Das alles dauert nur 2 - 3 Wochen. Fortpflanzung erfolgt aber auch durch ungeschlechtliche Teilung.

Systematik Klasse der Seesterne - Asteroidea

Stamm Stachelhäuter Echinodermata

Unterstamm Seesterne Eleutherozoa

Klasse Seesterne Asteroidea

Ordnung Klappenseesterne Valvatida

Familie Kissenseesterne Orasteridae (s. Seite 3)

Gattung Fromia

Art Indischer Seestern Fromia indica (Perrier, 1869) Indian sea star

Art Vielpunktseestern Fromia millepora (Lamarck, 1816) Hatch starfish

Familie Schlangenseesterne Ophidiasteridae  Brittle star

Gattung Gomophia

Art Ägyptischer Seestern Gomophia egyptiaca Gray, 1840 Egyptian starfish

Art Warzenseestern Gomophia gomophia (Perrir, 1877)

Gattung Leiaster

Art Rotfleckenseestern Leiaster coriaceus Gray, 1840

Art Roter Seestern Leiaster speciosus Von Martens, 1866 Red starfish

Gattung Linckia

Art Gelber Rundarmseestern Linckia guildingi Gray, 1840 Yellow starfish

Art Blauer Rundarmseestern Linckia laevigata (Linné, 1758) Blue starfish

Art Kometenstern Linckia multiflora (Lamarck, 1816) Comet starfish

Gattung Nardoa

Art Galateaseestern Nardoa galatheae (Lütken, 1864)

Ordnung Stachelsterne Spinolosa

Familie Dornenkronen Acanthastridae

Gattung Acanthaster

Art Dornenkronen Acanthaster planci (Linnaues, 1758)

Familie Nagelseesterne Mithrodiidae

Gattung Mithrodia

Art Nagelseestern Mithrodia clavigigera

Ordnung der Klappenseesterne - Valvatida,
Familie der Kissenseesterne - Orasteridae
Gattung Formia
Indischer Seestern -  Fromia indica (Perrier, 1869)

E: Indian sea star

E: Granular star

Durchmesser: 20 cm, Tiefe: 2 m,             Angaga, Ari - Atoll, 1996

Durchmesser: 6 cm, Tiefe: 2 m,                           Angaga, Ari - Atoll, 1996

Indischer Seestern - Fromia indica (Perrier, 1869)

Vorkommen: Rotes Meer und Indopazifik.

Seltsam. Man zähle mal die Arme!

Angaga, Ari-Atoll, 1996

Angaga, Ari-Atoll, 1996

Dieser feuerrot durch das Riff leuchtende Seestern ist auf den Malediven gar nicht so selten und auch an seinen schwarzen Spitzen gut zu erkennen.

 

Auf seinen Armen zeichnen feine schwarze Linien ein netzähnliches Muster, das ihm ein fastschuppenartiges Aussehen verleiht. Das auffallende Rot des bis zu 8 cm großen Seesternes zeichnet sich auch in der Nacht im Licht der Taschenlampe gut vom meist grauen Untergrund ab. Er scheint nachtaktiv zu sein.

 

Am Tage unternimmt er aber keine großen Anstrengungen, sich zu verstecken. Er bleibt einfach dort reglos liegen, wo ihn das Sonnenlicht traf.

Man findet ihn am Fuße von Korallen auf festem Untergrund. Wovon sie leben, ist nicht bekannt, obwohl man meinen sollte, seine Farbe und seine geringe Größe prädestiniert ihn für Meeresaquarianer.

 

Versuche, ihn zu im Aquarium zu halten, sind alle fehlgeschlagen. Er ist zu empfindlich für die Aquarienhaltung.

Vielpunktseestern - Fromia milleporella (Lamarck, 1816)

E: Red star fish

Durchmesser: 6 cm, Tiefe: 2 m,                           Angaga, Ari - Atoll, 1996

Vielpunktseestern - Fromia milleporella (Lamarck, 1816)

Angaga, Ari-Atoll, 1996

Keine Angst. Der Vielpunktseestern wurde nur für das Bild auf die Acropora gelegt. Danach kam er wieder unter die Koralle.

 

Seesterne darf man nicht an die Luft bringen. Sie leiden darunter.

 

Auf den anderen beiden Bildern sind sie von alleine hochgeklettert. Sie weiden die Algen von den abgestorbenen Korallen ab.

 

Diese Art ist im westlichen Indischen Ozean zuhause. An den Inseln der Malediven war er nch eigenen Erfahrungen eher selten anzutreffen.

Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Gattung  Gomophia
Ägypterseestern - Gomophia egyptiaca Gray, 1840

E: Egyptian starfish

Durchmesser: 6 cm, Tiefe: 2 m,                                                                                   Angaga, Ari - Atoll, 1996

Ägypterseestern - Gomophia egyptiaca Gray, 1840

Angaga, Ari-Atoll, 1996

Dieser Seestern hat um die Stacheln herum einen farbigen Ring. Es sind schön gewachsene Exemplare mit runden, spitz auslaufenden Armen.

 

Es soll sie im Roten Meer und im Indischen Ozean bis in den Südlichen Pazifik geben.

Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Ägypterseestern - Gomophia sp. ?

Dieser Seestern hat die runden, spitz auslaufenden Arme und die dornenähnliche Spitzen wie der Ägpterseetern aber nicht dessen rotbraune Farbe. Die kegelförmigen kleinen Dornen sind auch nicht ganz so regelmäßig an den Armen verteilt, wie auf Abbildungen von Ägypterseesternen.

Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Vorkommen: Indischer und Pazifischer Ozean.

Warzenseestern - Gomophia gomophia (Perrier, 1875)

E: Bumpy sea star

                                                             Ari Beach, Ari-Atoll, 1992

Warzenseestern - Gomophia gomophia (Perrier, 1875)

Auch Unebener Seestern genannt. Er war so selten, dass nur die beiden Bilder gelangen - bei fast 500 fotografierten Seesternen. Im Mergus Meerwasseratlas ist er im Band 3 auf Seite 971 erwähnt.

 

Im Netz wird ein fast gleichaussehender Seestern der Gattung Nardoa zugerechnet-.

 

Vorkommen: Indischer Ozean, Malediven.

Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Rotfleckenseestern - Leiaster coriaceus Gray, 1840

E: starfish

Durchmesser: 10 cm, Tiefe: 1 m,                        Angaga, Ari - Atoll, 1996

Durchmesser: 20 cm, Tiefe: 1 m                      Angaga, Ari - Atoll, 1996

Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001

Rotfleckenseestern - Leiaster coriaceus Gray, 1840

Oben im Bild sind Bissspuren von Papageofischen zu sehen. Sie schaben die Algen ab.

 

Die Bestimmung ist ungewiss. 4-aarmige Seesterne dieser Art dürften selten sein.

 

 

Vorkommen: Indischer Ozean, Malediven.

Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Roter Seestern -  Leiaster speciosus Von Martens, 1866

E: Red starfish

Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Roter Seestern - Leiaster speciosus Von Martens, 1866

Dieser Seestern sieht aus wie der Gelbe Rundarmseestern mit einer anderen Färbung. Im Gegensatz zu diesen ist er aber nachtaktiv. Der Seestern im Bild kam kurz nach Einbruch der Dunkelheit direkt an der Wasseroberfläche aus der Mauer des Anlegers von Kuredu ziemlich aggil herausgekrochen.

 

Die Arme des Roten Seesterns sind zylindrisch und kreisrund im Durchmesser. Sie leben einzeln über festem Untergrund. Sie sind selten geworden. Die letzte Begegnung: 1998.

Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998