Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Barschartigen -  Perciformes

Stachelmakrelen -  Carang idae

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Familie: Stachelmakrelen -  Carangidae

Weltweit Arten in 25 Gattungen mit ca. 200 Arten.

Hier beschrieben 15 Arten mit 64 Bildern (Im Archiv: 508 Bilder)

Stachelmakrelen Carangidae

Ostspitze Ellaidhoo, Ari- Atoll, 1995

Früher gabs mehr Fisch...

1995 war die Welt am Riff von Ellaidhoo fast noch in Ordnung. Zwar zeigten die Korallen schon ziemliche Schäden, aber der Fischreichtum war enorm.

Es ist hier ja auch keine Einheimischeninsel in der Nähe, die das Fischereiverbot mal eben mißachtet wie an anderen Urlaubsinseln.  Außerdem kann das Fischen  mit Handleinen so  einem Schwarm  

Stachelmakrelen Caranx sexfasciatus nicht gefährlich werden.

Die Familie der  Carangidae gliedert sich in 25 Gattungen und 140 Arten. Sie sind nicht leicht zu unterscheiden. Viele Arten wechseln im Laufe ihres Wachstums ihre Körperform und die Farbe. Alle Arten sind ausgezeichnete Speisefische. Da sie oft in großen Schulen schwimmen, können sie auch von Trawlern aus mit Netzen gefischt werden. Den meist silbrigen Körpern der Stachelmakrelen sieht man die Geschwindigkeit, die sie erreichen können, förmlich an. Sie sind schnelle und ausdauernde Schwimmer. Der Schwanzstiel ist dünn und die Schwanzflosse oft sehr stark gegabelt.

Stachelmakrelen entwickeln regelrechte Jagdtechniken. 1981 war n dem kleinen Kanal zwischen Kuramathi und Rasdoo kurz vor Sonnenuntergang einen ziemlich großen Schwarm Makrelen beim Jagen zubeobachtete. Die Unterwasserwelt war noch in Ordnung. Der Fischreichtum war ungeheuer und es gab noch an der Spitze des Riffs, wo sich die Strömung vom Südosten her gabelte, große Schirmkorallen. Ein Schwarm Füsiliere stand ca. 20 m vor dem Riff, 2 - 3 m unter der Wasseroberfläche und schnappte nach Plankton. Aus dem Nichts war plötzlich ein silberner Schwarm Makrelen aufgetaucht und hatte den Füsiliere den Rückzug zu den Korallen versperrt.

Vom Logenplatz in einer störmungsfreien Stelle über dem Riffdach war zu sehen, wie einige Makrelen sich unter den Schwarm schoben, andere die Riffkante bewachten und einige die nun sehr eng zusammen schwimmenden Füsiliere umkreisten. Die Kreise wurden immer enger, die Füsiliere sichtlich nervöser. Einzelne Tiere brachen aus diesem Teufelskreis aus. Darauf hatten die Stachelmakrelen nur gewartet. Blitzschnell wurden diese verschlungen. Dem Schwarm geschah nichts. Keine Stachelmakrelen machte Anstalten, den Schwarm zu durchschwimmen. Im Schwarm waren die Füsiliere sicher. Die gefräßigen Räuber sind nicht in der Lage, sich aus dem Durcheinander der vielen Fische auf einen einzigen zu konzentrieren.

Eine scheinheilige Pferdemakrele! Alle kleinen Fische am Riff kennen den großen Napoleon. Sie stufen ihn als friedfertig ein, flüchten nicht vor den dicken Kerlen.

Das nutzt die Pferdemakrele aus. Im Schatten unter dem mächtigen Fisch versucht er, möglichst nahe an kleine Fische heranzukommen, um beim blitzschnellen Hervorschnellen welche davon zu erbeuten.

Um so etwas zu sehen, muss man lange im Wasser sein, alleine und ruhig, auch am Außenriff mit hohen Wellengang wie hier bei Veligandu Hurra.

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m Veligandu Hurra, Süd-Male- Atoll, 1990

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m                    Ellaidhoo, Ari- Atoll, 1995

Irgendwo am Riff muss ein Fisch etwas erbeutet haben. Die Riesenmuräne Gymnatorax javanicus, die Pferdemakrelen, alle sind ganz aufgeregt.

Die Aufnahme von 1995 zeigt schon ziemlich viele abgestorbene Korallen an der Nordseite der runden Insel Ellaidhoo.

Wo eine Muräne sich am helllichten Tage auf dem Riffdach zeigt, vermuten die allgegenwärtigen Pferdemakrelen Beute und die Chance ohne eigenes zutun etwas zum Fressen zubekommen. Die Muräne schwimmt eher geruhsam und erreicht bei Weitem nicht die Geschwindigkeit der pfeilschnellen und immer in Gruppen von mehreren Tieren jagenden Makrelen. Hätte sie tatsächlich Beute gemacht, wäre sie sie wohl wieder los.

Auf Ellaidhoo sah ich 1995 eine Muräne mit einer furchtbaren Bisswunde rechts und links hinter den Augen die gut und gerne aus solch einer Situation heraus entstanden sein kann, denn das Maul der Makrele ist mit scharfen Zahnreihen besetzt.

Außergewöhnlich große Makrelen - sie können durchaus mehr als einen Meter Länge erreichen - sieht man oft allein. Bei ihren Patrouillienfahrten vor der Riffkante begegnen sie dann auch schon mal den damals allgegenwärtigen Weißspitzen-Riffhaien.

Verblüffenderweise nehmen die beiden Räuber keine Notiz voneinander, ja schwimmen sogar ein Stück nebeneinander her. Sollte einer der Beiden allerdings Beute machen, dürfte sich die Eintracht aber schlagartig ändern.

Größe: ca. 1 m, Tiefe: 3 m                Kuramathi, Rasdoo- Atoll, 1988

Übrigens ist jeder Fisch, den man in Südostasien isst, scheinbar ein Kingfish. Mir erging es jedenfalls in vielen Ländern so. Zum Beispiel in einem Hotel in Karachi. Es hatte weder einen Strand noch Luxus, trotzdem hieß es aber so. Jeden Abend gab es ausgezeichneten Fisch in der Fish Kasba im Innenhof.

Zwar war er jedes Mal von einer anderen Konsistenz, schmeckte anders und sah auch immer anders aus. Aber der würdevolle und nette Pakistani in seiner schneeweißen Uniform und seinem orangefarbenen Turban behauptete mit dezenter Verbeugung auf die Frage, was das denn bitteschön für ein Fisch sei, immer: „Oh, it‘s kingfish, Sir!“

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Fam. Stachelmakrelen Carangidae Carangidae

Gat. Carangoides Carangoides Jacks and pompanos . . .

Art Querstreifenmakrele Carangoides ferdau Blue trevally Carangue tachetée Kasumiaji Fani handhi

Art Gelbfleckenmakrele Carangoides fulvoguttatus Yellowspoted trevally Carangue palletée Hoshi-kaiwari Fani handhi

Art Peitschenflossenmakrele Carangoides oblongus Coachwhip travely Carangue alie bleue Tenjiku-aji Fani handhi

Art Wangenstreifenmakrele cplagiotaenia

Gat. Echte Stachelmakrelen Caranx Caranx . . .

Art Riesenmakrele Caranx ignobilis Gigant trevally Carangue tétue Ronin-aji Fani handhi

Art Schwarze Makrele Caranx lugubris Black jack Carangue noire Kappore Fani handhi

Art Pferdemakrele Caranx melampygus Bluefin trevally Carangue aile bleue Kasumiaji Fani handhi

Art Papuamakrele Caranx papuensis Blrasy trevally Carangue cuivrée Onihara-aj Fani handhi

Art Stachelmakrele Caranx sexfasciatus Bigeye trevally Carangue vorace Gingame-aji Haluvi mas

Gat. Decapterus Decapterus Decapterus . . .

Art Russels Makrele Decapterus russelli Indien scad Cométe indienne Indo-maruaji Goru vaali

Gat . Elagatis Elagatis Elagatis . . .

Art Regenbogenrenner Elagatis bipinnulata Rainbow runner Cométe saumon Tsumuburi Goru vaali

Gat. Scomberoides Scomberoides Scomberoides . . .

Art Doppelpunktmakrele Scomberoides lysan Dobblespotted queenfish Sauteur sabre Ikekatsuo Goru vaali

Gat. Seriola Seriaol Seriola . . .

Art Gelbschwanz-Königsfisch Seriola lalandi Yellowtail amberjack Sériole chicard Hiramasa Goru vaali

Gat. Langflossen-Stachelmakrelen Trachinotus Trachinotus . . .

Art Gabelschwanzmakrele Trachinotus baillonii Smallspotted dart Pomaneau muscadin Koban-aji Goru vaali

Art Stupsnasenpompano Trachinotus blochii Snapnose pompano Pomaneau lune Marukoban Goru vaali

Identifikationshilfe

Querstreifenmakrele

Gelbfleckenmakrele

Peitschenflossenmakrele

Carangoides ignobilis

Carangoides fulvoguttatus

Carangoides oblongus

Wangenstreifenmakrele

Riesenmakrele

Black Jack

Carangoides plagiotaenia

Caranx ignobilis

Caranx lugubis

Pferdemakrele

Papuamakrele

Stachelmakrele

Caranx melampygus

Caranx papuensis

Caranx sexfasciatus

Russels Makrele

Regenbogenrenner

Doppelpunktmakrele

Decapterus russelli

Elagatis bipinnulata

Caranx sexfasciatus

Gelbschwanz-Königsfisch

Gabelschwanzmakrele

Stupsnasenpompano

Seriola lalandi

Trachinotus baillonii

Trachinotus blochii

Hinweis: Sollten sie lange, silbrige Fische hier nicht finden, schauen sie unter den  Scombridae, den Thunfischen und Makrelen, nach.

Querstreifenmakrele Caranangoides ferdau (Forsskål, 1775)

E: Blue trevally, F: Carangue tachetée, J: Kasumiaji, D: Fani handhi

Größe: ca. 60 cm, Tiefe: 4 m                     Ellaidhoo, Ari- Atoll, 1995

Querstreifenmakrele Caranangoides ferdau (Forsskål, 1775)

Das diese Makrele alleine schwimmt ist ein Zeichen dafür, das es sich um ein erwachsenes Tier handelt. Sind sie jünger, sollen sie in Schulen  zusammen sein. So einen Schwarm schwamm allerdings noch nie vor die Linse.

Diese Art wird bis 70 cm groß und die schwerste geangelte Querstreifen-Makrele wog immerhin 8 kg. Wie alle Vertreter der Stachelmakrelen sind die Querstreifenmakrelen gute und begehrte Speisefische.

Größe: ca. 60 cm, Tiefe: 2 m          Velamendhoo, Ari- Atoll, 2010

Größe: ca. 70 cm, Tiefe: 3 m             Kuramathi, Rasdoo- Atoll, 1988

Ihre Farbe ist silbrig mit einem blaugrünlichem Schimmer auf dem Rücken, heller am Bauch. Die 5 oder 8 Querstreifen sind grau. Bei manchen Fischen sind kleine goldene Punkte zu sehen. Bei jungen Tiere sind die Querstreifen dunkler und verblassen mit dem Alter.

Die unterste Grenze ihres Lebensraumes liegt so bei 60 m. Sie sind relativ selten zu beobachten und wenn, dann eher an den Inseln, die an den Außenseiten der Atolle liegen. Dort sind sie gelegen tlich auch in ganz flachem Wasser, z. B. zwischen den mit einem Steg verbundenen Inseln Veligandu Hurra und Dhigufinolhu, gesehen.

Vorkommen: Weitverbreitet im tropischen Indo-West- und Ostpazifik bis Hawaii, zwischen 32° N und 24°  S.

Das Paar bei der Brautwerbung schwamm mindestens 20 Minuten dicht unter der Oberfläche umeinander herum. Der dunkle Fisch scheint das Männchen zu sein.

Größe: ca. 60 cm, Tiefe: 1 m            Vilamendhoo, Ari- Atoll, 2010

Gelbfleckenmakrele Caranangoides fulvoguttatus (Forsskål, 1775)

E: Yellowspoted trevally, F: Carangue palletée, J: Hoshi-kaiwari, D: Fani handhi

Größe: 65 cm, Tiefe: 1                Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Gelbfleckenmakrele  Caranangoides fulvoguttatus (Forsskål, 1775)

Gelbe Flecken, kaum sichtbar und unregelmäßig verteilt, eine kurze Rückenflosse und gerade so zu erkennende Querbinden auf dem silbrigen Körper kennzeichnen diesen Fisch. Die meist in großen Schulen lebenden Makrelen werden bis zu 100 cm groß und besiedeln die Riffe und Küsten bis in 100 m Tiefe. Der Rekord beim Sportfischen in Südafrika liegt bei einem Exemplar mit 18 kg Gewicht und 90 cm Länge. Die Schwärme fallen mit hoher Geschwindigkeit überfallartig in seichte Riffzonen ein und lassen den kleinen Fischen keine Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Vorkommen: Gesamter Indischer Ozean einschließlich Rotes Meer und Westpazifik.

Größe: ca. 60 cm, Tiefe: 3 m                 Vilamendhoo, Ari- Atoll, 2010

Peitschenflossenmakrele Carangoides oblongus (Cuvier, 1833)

E: Coachwhip travely, F: Carangue alie bleue, J: Tenjiku-aji, D: Fani handhi

Neues Atoll - neue Fische. Obwohl die Korallen schon alle abgestorben waren, sind immer wieder neue Fische zu entdecken. So wie diese noch nie gesehene Makrele mit dem langen Wimpel an der Rückenflosse. An mehreren Tagen hintereinander tauchte ein Pärchen dieser Art immer an der gleichen Stelle am Außenriff auf. Sie entfalteten keinerlei Aktivitäten, waren einfach nur da, sehr auf eine große Fluchtdistanz bedacht. Sie schwimmen immer als Pärchen.

Diese Art wird bis zu 46 cm groß. Der lang ausgezogene Strahl der Rückenflosse reicht bei erwachsenen Tieren immer bis zum Schwanzstiel. In dieser Gattung Carangoides gibt es 21 Arten. Ungefähr 12 davon sollten in diesen Gewässern hier vorkommen. 3 Arten habe ich nur gefunden: die vorher beschriebene Querstreifenmakrele, die Gelbfleckenmakrele und diese hier. Die Gelegenheit, als Schwimmer oder als Taucher die restlichen zu sehen, wird leider immer geringer, obwohl fast alle Arten keine ausgesprochenen Hochseefische sind und für gewöhnlich an den Riffen und den Küstenlinien leben. Makrelen sind nun mal beliebte Speisefische und wo können sich die Jungfische nun noch verstecken nach dem alle Korallen weg sind?

Vorkommen: Westlicher Indischer Ozean bis Japan und Australien. Ostwärts bis zu den Fidji-Inseln. Nicht im Roten Meer und in der Arabischen See.

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m   Meeduffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Peitschenflossenmakrele
Caranangoides oblongus (Cuvier, 1883)

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m    Meeduffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Wangenstreifenmakrele Carangoides plagiotaenia (Bleeker, 1857)

E: Barcheek trevely, F: Carangue grimée, Ronin-aji, J:Indo-kaiwari

Größe: 50 cm, Tiefe: 3 m         Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Wangenstreifenmakrele Carangoides plagiotaenia (Bleeker, 1857)

Die asymmetrische Schwanzflosse half beim Identifizieren. Es schwimmen der Nähe der Inseln nicht so viele Fische herum wo der untere Teil der längere ist. Bei den bodennahe lebenden, wie z. B. Riffhaie, ist es umgekehrt. Nur ein einziges Bild gelang am Außenriff im Süd-Nilandu-Atoll. Er war weit weg und es war düster. Da half auch nicht Blende 4 auf 100DIN Diafilm.

So ist der Wangenstrich am Kiemendeckel nicht mal zu erahnen. Weder Fishbase noch Mergus (Band 7, Seite 275) zeigen bessere Fotos.

Vorkommen: Indopazifik bis Japan und Samoa.

Riesenmakrele Caranx ignobilis (Forsskål, 1775)

E: Gigant trevely, F: Carangue tétue, Ronin-aji, J: Fani handhi

Größe: 1 m, Tiefe: 1 m                                                                         Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Riesenmakrele Caranx ignobilis (Forsskål, 1775)

Mit 1,70 m und 80 kg ist diese grimmig schauende Makrele (auch Dickkopfmakrele genannt) die mächtigste Art dieser Gattung. Sie hat die kaum größer werdenden Weißspitzen-Riffhaie nicht im geringsten zu fürchten (s. oben).

Oft ist zu beobachten, wie zwei dieser gleichberechtigten Räuber ziemlich dicht neben einander herschwimmen und jeder von dem anderen hoffte, er mache Beute und es fällt was ab (s. oben).

Größe: ca. 1 m, Tiefe: 3 m          Veligandu Huraa, Süd-Male-Atoll, 1990

Größe: ca. 1 m, Tiefe: 3 m                       Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Die ausgewachsenen Makrelen dieser Art sind silbergrau und haben einen dunkleren Rücken. Als Einzelgänger jagen sie an den Außenriffen, wagen sich nur selten ins flache Wasser hinter dem Riffdach. Der schlanke Schwanzstiel deutet es an: die Riesenmakrele erreicht eine hohe Geschwindigkeit, wahrscheinlich eine größere, als die an das Riff gebundenen Weißspitzen-Riffhaie.

Meist schwimmen sie in einer Tiefe zwischen 10 und 40 m und sind deswegen für Schnorchler seltener zu sehen.

Auf dem Bild unten hat sich eine der Riesenmakrele in einen Schwarm der allgegenwärtigen Pferdemakrelen eingeschlichen.

Wenn Markelen so aufgeregt durcheinander schwimmen, hat eine bestimmt gerade Beute gemacht. Es ist für sie zu riechen, zu schmecken, zu hören gewesen und es dauert eine ganze Weile, bis sich alle wieder beruhigt hatten und sich langsam wieder über das Riff verteilen.

Vorkommen: Indopazifik, Rotes Meer, nicht im Arabischen Golf und im nördlichen Arabischen Meer.

Größe: ca. 1 m, Tiefe: 3 m     Veligandu Huraa, Süd-Male-Atoll, 1990

Hier gab es etwas zum Fressen.

Drei Riesenmakrelen schwammen wie wild um den toten Korallenblock ohne auf den Schwimmer zu achten.

Eine Muräne hatte wohl Beute gemacht und sie kamen nicht heran! Es roch doch so gut! Erst nach 10 Minuten gaben sie auf und verschwanden in der Tiefe.

Größe: ca. 1,20 m, Tiefe: 1 m          Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Größe: ca. 1,20 m, Tiefe: 1 m                                                                                                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Schwarze Makrele Caranx lugubris Poey, 1860

E: Black jack, F: Carangue noire, J: Kappore, D: Fani handhi

Größe: ca. 110 cm                                                   Fischhalle in Malé, 2001

Einmal, 1982 bei Kuramathi, leider zum ersten und bis heute zum letzten Mal auf den Malediven, kam eine ungefähr 80 cm große schwarze Makrele ans Riff. Sie schwamm sehr schnell am Riff entlang und verschwand innerhalb von Sekunden wieder. Ob sie auf der Jagd war, oder ob sie eine Putzerstation suchte, war nicht auszumachen. UW-Fotoaparte waren leider noch nicht mit auf der ersten Reise.

Sie hatte einen grimmigen, fast bösartigen Blick. Unheimlich und gefährlich wirkte der schwarz-glänzenden Körper. Zu sehen war diese schwarze Makrele auch vor der pazifischen Küste Nicaraguas. Auch im Atlantik jagt sie durch das Wasser.

Die Amerikaner sagten „Black jack“ zu ihr, die Briten „black kingfish“. Es war ein beliebter Fisch zum Angeln aus Tiefen um die 50 m und hin und wieder sind sie dort auch im tiefgrünen Stillen Ozean beim Schnorcheln zusehen. Der wissenschaftliche Name ist Caranx lugubris Poey, 1860.

Pferdemakrele Caranx melampygus Cuvier, 1833

E: Bluefin trevally, F: Carangue aile bleue, J: Kasumiaji, D: Fani handhi

Größe: ca. 90 cm, Tiefe: 1 m                                                                               Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Näher heran ging es nicht...

Pferdemakrele Caranx melampygus Cuvier, 1833

Eigentlich heißt dieser hier so häufig vorkommende große Räuber im Deutschen ja viel eleganter Blauflossen-Makrele. Aber jeder nannte sie hier auf den Malediven, fast etwas beleidigend, Pferdemakrele. Während juvenile Tiere einfarbig silbern sind, haben die adulten auf der Oberseite blaue Flecken auf grünlichem oder schwarzem Untergrund und stahlblaue Flossenränder. Die Bilder zeigen vorkommende Farbunterschiede. Die Pferdemakrelen werden hier so um die 110 cm groß und bringen dann etwa 40 kg auf die Waage.

Größe: ca. 90 cm, Tiefe: 1 m                      Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Sie können ungeheuer schnell schwimmen was ja auch am dünnen Schwanzstiel und der schmalen Schwanzflosse zu erkennen ist. Jagen sie, speziell bei beginnender Dämmerung, in Gruppen von 3 oder 5 am Riff entlang, kann man ihren wirbelnden Flossenschlag deutlich hören. Von Schwimmern nehmen sie dann nicht die geringste Notiz und schießen in geringem Abstand an ihnen vorbei.

Aufgrund ihrer Schnelligkeit ist nur selten zu beobachten, ob und wie sie Beute machen. Sie sind an allen Riffen auf den Malediven häufig anzutreffen. Es ist der typische Fisch der Malediven.

Größe: 100 cm, Tiefe: 1 m                          Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Nirgends auf der Welt sind sie so oft zu sehen. Immer hungrig erjagen sie alle Lebewesen, die sie erbeuten können. Sie wüten in Schwärme von Glas- und von Riffbarschen, sie fressen Barben genauso wie Schnapper, Füsiliere und Süßlippen.

Vorkommen: Weitverbreitet im tropischen Indopazifik bis an die Küsten Nord-und Südamerikas, Rotes Meer, nicht aber im nördlichen Teil des Arabischen Meeres.

Größe: ca. 60 cm, Tiefe: 3 m               Vilamendhoo, Ari- Atoll, 2010

Ein außergewöhnlich großes erwachsenes Tier aufgenommen im Februar 1995 auf dem Bild unten. Solche Exemplare sind auch am Außenriff nur selten anzutreffen. Diese erfahrenen Räuber kommen nicht mehr so oft ins Innenriff. Nach dem Absterben der Korallen müssten die Makrelen erst einmal gute Überlebenschancen haben. Sie ernährten sich ja nicht ausschließlich von den nun auch weniger gewordenen, von Korallen abhängigen und meist bunten Riffischen.

Die planktonfressenden Fische vermehrten sich nach dem El Niño 1998 explosionsartig. Es fiel auf, dass es plötzlich Unmengen an noch kleinen Ondus niger , den Rotzahn-Drückerfischen, gibt, die vorher nur an wenigen Insel lebten. So im Dezember 1998 in Kuramathi und hier im Februar 1999 in Meeduffushi. Diese Arten finden derzeit riesige Mengen an Plankton im Wasser. Milliarden um Milliarden an Korallenpolypen fallen plötzlich als Nahrungskongurenten weg. Allerdings gaben die Korallen ihrerseits Spermien und Eier ins Wasser ab was ja auch einen großen Anteil am Plankton ausmacht. Derzeit weiß wohl niemand, wie sich da ein Gleichgewicht noch einmal einpendeln kann. Wenn der angekündigte rekordverdächtigte El Niño für 1999 sich tatsächlich einstellt, sind die tropischen Ozean wohl einfüralle Mal verloren.

Größe: >100 cm, Tiefe: 5 m                                                        Ellaidhoo, Ari- Atoll, 1995