Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Barschartigen - Perciformes
Unterordnung der Drachenkopfartigen - Scorpaenidei

(alt:  Panzerwangen)

Familie Skorpionsfische Scorpaenidae - Fortsetzung 2

Unterfamilie Steinfische Synancelinea

Warzensteinfisch  Synanceia horrida (Linnaeus, 1766)

E: Esturine stonefish, F: Poisson, J: ?, D: Gavihaa mas

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m                 Eriyadhu, Nord - Male - Atoll, 1989

Warzensteinfisch  Synanceia horrida

Ein Merkmal dieser Art - neben den hier nicht zu sehenden Warzen auf den Körperseiten - ist der dicke Algenteppich mit denen sich der Fisch überziehen lässt. Er ist genau so giftig wie der Echte Steinfisch (s. weiter unten). Sein bevorzugter Lebensraum sind Sandböden aber auch schlammiger Untergrund ist ihm nicht unangenehm. Ausgewachsen mit 60 cm ist dieser Lauerer mit der schier unendlichen Geduld ganz schön groß.

 

Einige Tage lang war er in dem selben Gebiet und sogar in der Nacht mit der Lampe fand man ihn an der gleichen Stellen wieder. Er ist so giftig, dass er keine Deckung suchen muss und einfach in seinem Jagdgebiet liegen bleiben kann. Die auf dem Bild zu sehende gekrümmte Haltung seines Schwanzes ist typisch für die Steinfische.

 

Die Systematik unterteilt die Steinfische in 6 Gattungen mit nur 10 Arten.

 

Vorkommen: Indischer Ozean bis Australien.

Echter Steinfisch  Synanceia verrucosa Bloch & Schneider, 1801

E: Stonelfish, F: Poisson pierre commun, J: Ori-darumaokoze, D: Gaviaa mas

Größe: 30 cm, Tiefe: 0,5 m                     Vilamendhoo, Ari - Atoll, 1997

Echter Steinfisch  Synanceia verrucosa Bloch & Schneider, 1801

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m               Eriyadhu, Nord - Male - Atoll, 1989

Er ist der giftigste aller Fische und obendrein einer der besten Tarnkünstler. Das Schwimmen hat er total verlernt. Er ist so giftig, dass er liegenbleiben darf; natürliche Feinde hat er nicht. Seine Beute kann so groß sein wie er selbst. Kommt sie nur nahe genug an seinem fast senkrechtstehenden Maul heran, verschwindet sie durch Saugschnappen so blitzschnell von dieser Welt, dass das Auge dem Vorgang nicht folgen kann. Für diesen Vorgang wurde die Zeit gemessen: er dauert nur eine 15/1000 Sekunde!

Hat man ihn erst einmal entdeckt, ist er eigentlich leicht zu identifizieren und vom Falschen Steinfisch (oder Buckeldrachenkopf ) zu unterscheiden, am leichtesten an den Brustflossen. Stehen diese beim Falschen seitlich ab, liegt der Echte auf ihnen drauf. Sie sind groß, fleischig und wellenförmig. Sie reichen fast am ganzen Körper entlang.

Der ganze Fisch scheint nur aus einem riesigen Kopf zu bestehen und der kleine Körper verjüngst sich nach hinten extrem, geht in einen kleinen Schwanz über, der charakterlicher Weise hakenförmig am Boden liegt damit auch gar nichts an einen Fisch erinnert. Das Maul steht senkrecht nach oben und auch die kleinen Augen sind nach oben orientiert. Eine Eigenfärbung ist schwer auszumachen. Sie muss grünlich und rötlich sein oder sind es Algen die den warzenübersäten Körper überziehen und ihn so hässlich machen? Das oft tödlich wirkende Gift ist in den ersten 12 bis 14 Rückenstacheln wie in Kanülen gelagert. Sie sind kräftig und liegen normalerweise am Rücken an. Er wird hier bis 38 cm, um Australien bis 60 cm groß.

Vorkommen: Gesamter Indopazifik und im Rotes Meer, sehr häufig um Australien.

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m                 Eriyadhu, Nord - Male - Atoll, 1989

Familie Gepanzerte Knurrhähne -  Peristedidae
Gepanzerter Knurrhahn  Sattyrichthys adeni (Lloyd, 1907)

E: Sabre squirrelfish, F: Marignan sabre, J: Togari - ebisu, D: Raiverimas

Größe: 38 cm, Tiefe: 0,0 m                                            Meedhufushi, Südnilandu - Atoll, 1999

Gepanzerter Knurrhahn  Sattyrichthys adeni (Lloyd, 1907)

Größe: 38 cm, Tiefe: 0,0 m        Meedhufushi, Südnilandu - Atoll, 1999

Eines morgens lag dieser rote Fisch mit dem riesigen Kopf tot am Strand. Keiner der maledivischen Fischer, die sofort zu Rate gezogen wurden, hatte ihn je gesehen. Klar war, dass die rote Farbe und die großen Augen auf einen Tiefseebewohner hindeuteten.

 

Erst ein Blick in das dicke Buch „Smiths´Sea Fishes“ bestätigte die Vermutung. Dort wird sein Lebensraum mit 58 - 295 m Tiefe angegeben. Er wird bis 70 cm groß und Nachweise gibt es aus dem nördlichen Indischen Ozean und aus Taiwan. Mehr ist über ihn nicht bekannt. Sein Maul war zahnlos, die Funktion der beiden knochigen Platten neben dem Maul ist ungeklärt.

 

Seinen sie also bitte nicht enttäuscht, wenn sie diesen Fisch weder beim Tauchen noch beim Schnorchel sehen.

 

Vorkommen: Nördlichen Indischer Ozean und Taiwan.