Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

Seite

von 72

62

Ordnung der Barschartigen -  Perciformes

Familie Thunfische und Makrelen - Scombridae

Weltweit: 54 Arten in 15 Gattungen, hier beschrieben: 3 Art mit 7 Fotos, im Archiv: 18 Fotos

Größe: 100 cm, Tiefe: 2 m                           Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987

Ein Hundszahn-Thunfisch Gymnosarda unicolor am Außenriff von Kuramathi.

Thunfische  Scombridae

Thunfische und die Echten Makrelen unterscheiden sich von den Stachelmakrelen in der Kopfform. Sie ist kegelförmig und fällt nicht in einem Bogen zum Maul hin ab wie bei diesen. Die Arten dieser Familie haben keine oder nur sehr kleine Schwimmblasen. Sie schwimmen Tag und Nacht.

Noch Ende der 70iger Jahre wurden zwischen 5 und 6 Millionen Tonnen Thunfische aus den Weltmeeren geholt. Millionen Tonnen! Seitdem geht der Ertrag kontinuierlich überall auf der Welt zurück. Schlechte Chancen für uns, hier Thunfische zu sehen, zumal sie ja Hochseebewohner sind.

Die Japaner lauern mit ihren modernen, alles Leben vernichtenden Fangflotten an den Grenzen der maledivischen Hoheitsgewässer, dürfen trotz aller Bemühungen nicht hinein. Diese Familie der Barschartigen umfaßt 15 Gattungen mit 54 Arten. Sie werden morphologisch von den Ichthyologen in drei Gruppen eingeteilt: Spanischen Makrelen, den  Scomberomorini . Hier sind die primitiveren Arten dieser Familie zusammengefaßt. Bonitos, den  Sardini , also der 3 Arten der Gattung  Sarda  und den eigentlichen Thunfischen, den  Thunnini.  Diese sind die am weitesten entwickelten Individuen, denn sie schaffen es, ihre Körpertemperatur höher als das sie umgebende Medium zu halten.

Spanische Makrelen sind bis 2,20 m lang und sind im gesamten Indopazifik zuhause. Überall haben sie wirtschaftliche Bedeutung. Sie halten sich in der Nähe von Küsten und Riffen auf und werden in vielen Ländern der dritten Welt als Speisefisch geschätzt. Sie sind leicht mit den Wahoos zu verwechseln, die ebenfalls 2,10 m und bis 83 kg erreichen und die gleichen hellen Querstreifen haben.

Bonitos haben rotes Fleisch. Sie werden oft deswegen auch als Falscher Thunfisch bezeichnet. Sie schmecken auch nicht so gut wie das Thunfischfleisch. Die bekanntesten beiden Arten sind der Orientalische Bonito, Sarda orientalis, und der Atlantische Bonito, Sarda sarda. Der erste wird 1 m lang und ca. 10 kg, der letztere 85 cm und 8 kg schwer.

In der Gattung Thunnus sind 7 Arten zusammengefaßt. Jeden sind wohl die blutrünstigen Bilder japanischer Massenabschlachtungen dieser großen und schnellen Geschöpfe bekannt. Mit den endlosen und hauchdünne Nylonnetzen werden sie zu Tausenden zusammen getrieben und brutal zerstückelt. Es lohnt sich. Von den Blauflossen-Thunfischen,  Thunnus thynnus thynnus , bringt der Größte (derzeitiger Rekord!) 679 kg bei einer Länge von über 3 m auf die Waage. Je weniger die Meere hergeben, desto verbissener und rücksichtsloser wird den Thunfischen nachgesetzt. Die Japaner sind auch da Weltspitze.

Deutsch Latein Englisch Französisch Japanisch Dhiveli

Fam. Bonitos, Makrelen und Thunfische Scombridae  Mackerels, tunas, bonitos

Gat. Auxis Auxis Auxis . . .

Art Falscher Bonito Auxis thazard Frigate tuna Auxide Soda-gatsuo Thun

Gat. Gymnosarda Gymnosarda Gymnosarda . . .

Art Hundszahn-Thunfisch Gymnosarda unicolor Dogtooth tuna Bonite à gros yeux Tokakin Thun

Gat. Thunnus Thunnus Thunnus . . .

Art Gelbflossenthunfisch Thunnus albacares Yellowfin tuna Albacore Kihada Thun

Falscher Bonito  Auxis thazard Lacepède, 1800

E: Frigate tuna , F: Auxide, J: Soda-gatsuo, D: Thun

Größe: ca.50 cm, Tiefe: 5 m                   Embudu, Süd-Male-Atoll, 2011

Falscher Bonito  Auxis thazard Lacepède, 1800

Sorry für das schlechte Foto! Aber diese großen und schnellen Räuber sind nur für Sekunden zu sehen - wenn überhaupt.

Der Falsche Bonito erreicht eine maximale Länge von 65 cm und wiegt ausgewachsen 1,7 kg, ist also viel kleine als die mehrere 100kg wiegenden Thunfische.

Vorkommen: Weltweit in allen warmen MeerenAuch im Atlantik und im Mittelmeer.

Hundszahn-Thunfisch  Gymnosarda unicolor (Rüppell, 1836)

E: Dogtooth tuna , F: Bonite à gros yeux, J: Tokakin , D: Thun

Größe: 70 cm, Tiefe: 3 m                  Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988

Hundszahn-Thunfisch  Gymnosarda unicolor (Rüppell, 1836)

Größe: 70 cm, Tiefe: 3 m                Kuredu, Faddupolhoo-Atoll, 1998

Größe: 90 cm, Tiefe: 5 m  Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1986

Der Angelrekord für einen Hundszahn-Thun liegt bei einem Exemplar mit einer Länge von 2,06 m und einem Gewicht von 131 kg. Er wurde 1982 vor Korea gefangen. Die Verbreitung dieser Art ist nicht genau geklärt, scheint sich aber über den gesamten Indo - Westpazifik zu erstecken.

Weihnachten 1994 morgens um sieben Uhr am Außenriff von Kuramathi konnte ich regelmäßig drei Tiere beobachten. Zur Weihnachtszeit ist das Wasser trüb und obendrein war der Himmel noch bedeckt. An mehreren Tagen hintereinander kamen drei der großen Fische am Riff ohne große Eile entlanggeschwommen.

Der größte Fisch wies eine Verletzung an der Schnauze und am Schwanzstiel aus und war somit immer gut zu erkennen. Den restlichen Tag über tauchten sie nicht mehr am Riff auf. Diese Thunfische machen jagt auf Schwarmfische vor der Riffkante wie z. B. Stachelmakrelen, Füsiliere, Doktor- und Einhornfische.

Die Gattung Gymnosarda umfaßt nur die eine Art. Sie sind hier auf den Malediven an den strömungsreichen Lagunenauslässen mit entsprechend vielen Schwarmfischen zu finden. Zu erkennen sind sie einmal an der ersten Rückenflosse, die aber selten zu sehen ist weil sie in einer Hautspalte versenkt wird und zum anderen an den weißen Rändern der zweiten Rücken- und der Afterflosse.

Vorkommen: Indo-Westpazifik bis zu den Maquesas, im Norden bis Südjapan und im Süden bis Südaustralien, einschließlich des Roten Meeres.

Größe: 100 cm, Tiefe: 3 m        Meedhufushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Gelbflossenthunfisch  Thunnus albacares (Bonnaterre, 1788)

E: Yellowfin tuna , F: Albacore, J: Kihada, D: Thun

Größe: 105 cm,                                                                                          Fischhalle in Male, 2001

Gelbflossenthunfisch  Thunnus albacares (Bonnaterre, 1788)