Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Barschartigen -  Perciformes

Familie der Sägebarsche - Serranidae

Fortsetzung: Unterfamilie Zackenbarsche - Ephinephlinae

Stierkopfzackenbarsch -  Epinephelus fuscoguttatus (Forsskål, 1775)

E: Brown-marbled grouper, F: Mérou marron, J: Aka-madarahata, D: Faana

Größe: 90 cm, Tiefe: 8 m             Meeduffushi, Süd - Nilandu - Atoll, 1999

Stierkopfzackenbarsch Epinephelus fuscoguttatus (Forsskål, 1775)

Dieser gravitätische Zackenbarsch ist voll ausgewachsen und bestimmt der Chef an diesem Riffabschnitt. Die Länge von 90 cm, die diese Art groß werden soll, hat er erreicht. Jedenfalls ist er sehr alt und erfahren, denn mindestens 3 Jahre lang sah ich ihn immer wieder an der gleichen Stelle am Riff von Kuramathi, an der oft und gerne von einheimischen Fischern geangelt wurde. Meistens morgens, kurz nach Sonnenaufgang, ließ er sich an dieser Stelle von den Putzerfischen seinen bulligen Körper von Parasiten befreien. Würde er sich nicht bewegen, ist die Chance, ihn zu entdecken ob seiner guten Tarnung gering.

 

Die ungefähr 100 Arten der Gattung Epinephelus wechseln nicht nur im Laufe des Wachstums die Färbung und Zeichnung, sie passen sich auch an den von ihnen gewählten Lebensraum an, was auch bedeutet, dass sie schon in unterschiedlichen Wassertiefen durchaus anders aussehen können. Immerhin ist er auch noch in 60 m Tiefe anzutreffen.

 

Gerne bewohnt er Wracks. Je größer er wird, desto scheuer ist diese Art. Den etwa gleich großen Stierkopf-Zackenbarsch auf dem kleinen Bild fand ich am Riff von Eriyadhu. Auch ihn erwischte man am besten frühmorgens beim Putzen, wenn es noch keinen Urlauber am Riff gibt.

 

Vorkommen: Gesamter Indopazifischer Ozean und im Roten Meer.

Größe: 90 cm, Tiefe: 8 m              Meeduffushi, Süd - Nilandu - Atoll, 1999

Hexagonzackenbarsch -  Epinephelus hexagonatus (Schneider, 1801)

E: Hexagon grouper, F: Mérou marron, J: Aka-madarahata, D: Faana

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m       Meeduffushi, Süd - Nilandu - Atoll, 1999

Hexagonzackenbarsch Epinephelus hexagonatus (Schneider, 1801)

Von allen gefleckten Barschen hat nur er eine weiße Körpergrundfarbe. Es ist ein äußerst seltener, versteckt lebender Riffbewohner der nur 25 cm Länge erreicht und bis in Tiefen bis 30 m am Riff zuhause ist. Der junge Fisch hat vier braune Punkte unterhalb der hohen Rückenflosse die in diese hineinreichen. Daran lässt er sich einiger Maßen von dem Polygon - Wabenbarsch Epinephelus aerolatus unterscheiden.

 

Vorkommen: Von der ostafrikanischen Küste über den tropischen Indischen und Westpazifischen Ozean bis zu den Marshall Inseln und Japan.

Malabarzackenbarsch -  Epinephelus malabaricus
(Bloch & Schneider, 1801)

E: Malabar grouper; F: Mérou malabar; J: Yaitohata; D: Faana

Größe: 120 cm, Tiefe: 12 m               Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1987

Malabarzackenbarsch Epinephelus malabaricus (Bloch & Schneider, 1801)

Kopf und Körper sind von einem unregelmäßigen Grau und übersät mit braunroten, schwärzlichen Punkten deren Anzahl im Alter zunimmt. Dieser Zackenbarsch wird über 2 m groß. Das größte bekannte Exemplar war 234 cm lang und sagenhafte 150 kg schwer.

 

Diesen kräftigen Kerl befand sich am Riff vor Kuramathi im Jahre 1987 und wurde beim Schnorchel abgelichtet. An dieser einstmals so schönen Unterwasserwelt dieser Insel ist so ein kapitaler Zacki heute nicht mal mehr beim Tauchen zu finden. Die ortstreuen Zackenbarsche wie diese fressen alles, was sie an lebender Beute erjagen können: sie machen kurzen Prozess mit Langusten und Tintenfischen, die sie einfach im Stück verschlucken.

 

Öffnen sie ihr riesiges Maul, verschwinden darin ganze Fische und man sieht weder Kau- noch Schluckbewegungen. Sie haben viel

 

e kleine und sehr spitze Zähne die nach hinten gerichtet sind. Zwar können sie so ihre Beute totsicher festhalten aber zum Kauen eignen sie sich nicht. Erwischt ein Zackenbarsch mal ein zu großen Happen beim Saugschnappen, den er nicht schlucken kann, würgt er ihn wieder aus und versucht es erneuert. Ein guter Speisefisch, allerdings ohne kommerzielle Bedeutung. Man sollte sich allerdings nach Ciguatera in der Gegend erkundigen.

 

Der englische Name „cod“ bedeutet übersetzt ja „Kabeljau“ und, wer weiß, vielleicht haben wir so einen großen Fisch schon einmal gegessen.

Größe: 120 cm, Tiefe: 12 m                       Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1987

Felsenbarsch  - Epinephelus merra Bloch, 1793

E: Honeycomb grouper; F: Mérou gâteau de cire; J: Kaumonhata

Größe: 30 cm, Tiefe: 0.5 m         Eriyadhu.,  Nord - Male - Atoll, 1989

Felsenbarsch Epinephelus merra Bloch, 1793

Im flachen sonnendurchfluteten Wasser der Lagune zwischen abgestorbenen Hornkorallen findet man an jeder Insel diese ungefähr 25 cm großen Felsenbarsch in seiner für alle Barsche dieser Familie so typischen Lauerstellung. Er lag abgestützt auf seinen Brustflossen und wartete geduldig auf kleine Fische und Garnelen.

 

Im Vertrauen auf seine gute Tarnung ließ er mich sehr dicht herankommen. Beim näheren Hinsehen entpuppten sich seine rundlichen braunen Flecken als sechseckig. Seine maximale Größe erreicht er mit 30 cm. Man muss genau hinschauen, um ihn nicht mit den so ähnlich gezeichneten Viersattelzackenbarsch oder den Polygonzackenbarschen zu verwechseln. Alle genannten Arten warten auf kleine Fische, Krebse oder Garnelen.

 

Vorkommen: Indo-Westpazifik bis zum Norden Japans und bis Polynesien.

Größe: 50 cm, Tiefe: 0.5 m                  Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1984

Tarnbarsch -  Epinephelus polyphekadion (Bleeker, 1849)

E: Camouflage gouper, F: Mèrou camoflage, J: Madarahata, D: Kula faana

Größe: 60 cm, Tiefe: 5 m                   Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1987

Tarnbarsch Einephelus polyphekadion (Bleeker, 1849)

Der Kopf, der Körper und die Flossen des Tarn- oder Marmor-Barsches sind bräunlich und bedeckt mit kleinen dunklen Punkten, die kleiner als seine Pupille sind. Braune Flecken auf hellem Grund vervollständigen die perfekte Tarnung des bis zu 60 cm groß werdenden Fisches, der hier des Nachts abgelichtet wurde und im Schein der Lampe weiße Flecken bekam. Häufig auf den Malediven - wenn man nicht auf seine wirklich ausgezeichnete Tarnung hereinfällt.

 

Da die großen Zackenbarsche wie dieser hier an dem Ende der Nahrungskette stehen, können sie durch Ciguatera äußerst giftig sein. Diese Barsche laichen zu bestimmten Mondphasen und Jahreszeiten in das freie Wasser ab. Die Eierzahl kann in die Millionen gehen. Der Laich treibt mit der Flut ins offene Meer hinaus. Dort ist er vor Fressfeinden sicherer als in Riffnähe. Die Larven entwickeln sich fern ab der Küste zu Jungfischen, die an die Riffe zurückkehren und sich ihre eigenen Reviere suchen.

 

Vorkommen: Vom Roten Meer und von der Ostküste Afrikas über den Indopazifik bis zum südlichen Japan.

Viersattelzackenbarsch  - Epinephelus spilotoceps Smith & Smith, 1963

E: Foursaddle rockcod, F: Mèrou quatre selles, J: Yotsugurabata, D: Asdaan faana

Größe: 45 cm, Tiefe: 5 m                              Ellaidhoo Ari - Atoll, 1993

Viersattelbarsch Epinephelus spilotoceps Smith & Smith, 1963

Kopf, Körper und Flossen sind über und über mit eng beieinander sitzenden, vieleckigen, braunen Punkten bedeckt. Die weiße Umrandung der Punkte bildet ein Netzwerk. Auffallend sind vier schwarze, unregelmäßige Flecken unmittelbar unter der durchgehenden Rückenflosse, die wie Sattel auf dem Rücken liegen. Diese dunkle Färbung wird durch schwarz gefärbte, eng zusammengerückte Vielecke gebildet.

 

Bis zu 35 cm wird diese Barschart groß. Auch sie lauern, abgestützt auf ihre Brustflossen, gut versteckt und an die Umgebung hervorragend angepasst, auf Beute.

 

Vorkommen: Westlicher Indischer Ozean von Kenia bis zu den Malediven. Im westlichen Pazifik von den Marschallinseln bis zu den Linieninseln.

Forellenzackenbarsch  - Plectropomus aerolatus (Rüppell, 1830)

E: Squaretail leopardgrouper, F: Mérou queue carrée; J: O-aonome-ara; D: Raymas faan

Größe: 40 cm, Tiefe: 7 m                                 Ellaidhoo, Ari- Atoll, 1994

Forellenzackenbarsch Plectropomus aerolatus (Rüppell, 1830)

Ein ausgesprochen schöner Fisch! Sein Körper ist über und über mit schwarz umrandeten hellblauen Punkten besetzt. Er besitzt damit eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Pfauenaugenbarsch Cephalopholis argus, hat aber eine kürzere erste Rückenflosse und ihm fehlen die hellen Flächen am hinteren Teil des Körper. Außerdem ist der bis 53 cm große Forellenzackenbarsch lange nicht so häufig anzutreffen und in den letzten Jahren ausgesprochen selten geworden.

 

In der Lebensweise unterscheidet er sich nicht von allen anderen Zackenbarschen. Ein guter Speisefisch, der auf den Malediven mit der Handleine wohl äußerst erfolgreich gefangen wird.

 

Vorkommen: Vom Roten Meer, dem westlichen Indischen Ozean über die Malediven bis Samoa.

Leopardenbarsch  - Plectropomus laevis (Lacèpede, 1801)

E: Blacksaddled coralgouper, F: Mérou sellé, J: Kokuhan-ara, D: Thilaakolhu

Größe: 60 cm, Tiefe: 8 m             Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Leopardenbarsch, subadult Plectropomus laevis Lacèpede, 1801

Der Leopardenbarsch (oder auch Sattel - Forellenbarsch) wird bis 1 m groß und um die 20 kg schwer. Als junger Fisch hat er einen schneeweißen Körper mit scharfgeränderten, tiefschwarzen Sattelflecken. Der Kopf und die Flossen sind zitronengelb.

 

Ist er halberwachsen, schwächen sich die Farben ab und oberhalb der Seitenlinie erscheinen braunschwarze Flecken und Streifen. Ausgewachsene Tiere zeigen gar kein Gelb mehr und das Weiß hat sich in Grau verwandelt.

 

Vorkommen: Ostafrikanische Küste und westlicher Indischer Ozean, um die Malediven und Sri Lanka. Südlich von Japan bis Australien. Nicht im Roten Meer.

Größe: 90 cm, Tiefe: 6 m             Dhigufinolhu, Süd - Male - Atoll, 1991

Leopardenbarsch, adult Plectropomus laevis Lacèpède, 1851

Ein fast ausgewachsener Leopardenbarsch auf der Putzerstation von 90 cm Länge in 5 m Tiefe. Ausgewachsen wird er 110 cm lang. Jedes Gelb in seiner Zeichnung ist verschwunden und das strahlende Weiß seiner Jugend ist einem schmutzigem Grau gewichen.

 

Hat er diese Größe erreicht, wird er scheu und ist auf Distanz bedacht. Tief unten an den Riffabhängen treibt er manchmal ohne Flossenschlag mit der Strömung über Geröllflächen. Selbst in 90 m Tiefe wurde er schon nachgewiesen. Blitzt man ihn an, ist die Farbe der dunklen Sattelstreifen ein rötliches Braun. Von den größeren Zackenbarschen war er hier der häufigste.

Gelbflossen-Juwelenbarsch  - Variola louti (Forsskål, 1775)

E: Yellow-edge lyretail, F: Croissant queue jaune, J: Bara - hata, D: Kandu haa

Größe: 50 cm, Tiefe: 5 m            Eriyadhu, Nord - Male - Atoll, 1990

Gelbflossen-Juwelenbarsch Variola louti (Forsskål, 1775)

Im flachen Wasser oberhalb 10 m ist dieser lilafarbene Barsch mit den gelben Flossenrändern selten. Sein Lebensraum erstreckt sich bis in Tiefen von 250 m. Dazu kommt noch, dass er sehr scheu ist. Es ist also ziemlich schwierig, diesen ausgesprochen farbenfreudigen und schönen Fisch beim Schnorcheln zu beobachten. Aber irgend wann zeigte sich auch jeder tiefer lebende Fisch am Riffdach und ich konnte dieses eine Foto von ihm schießen.

 

Seine gelb gesäumte Schwanzflosse ist fast überdimensioniert und dürfte ihm zu einer großen Startgeschwindigkeit verhelfen, wenn er sich aus seinem Versteck heraus auf das ahnungslose Beutetier stürzt. Er wird auch Mondsichel - Juwelenbarsch genannt. Im Laufe ihrer Entwicklung zu einem bis 80 cm großen und bis 12 kg schweren Jäger wechseln sie die Färbung und die Zeichnung stark. Der weiße Farbton am Bauch verschwindet völlig. Nur die blauen bis lilafarbenen Punkte bleiben beim Erwachsen werden erhalten. Diese schönen Barsche jagen an den Riffen nach kleinen Fischen und Krebsen.

 

Vorkommen: Rotes Meer und Indischer Ozean.

Größe: 50 cm, Tiefe: 5 m              Eriyadhu, Nord - Male - Atoll, 1990