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Brandenburg

Rund um die Glienicker Brücke

Glienicker Brücke

Die linke Hälfte der Brücke gehört zu Potsdam, die rechte zu Berlin. Zu erkennen ist es an den Anstrichen zu unterschiedlichen Zeiten - wir lieben uns!

Die Glienicker Brücke im April 2010

Die erste Brücke entstand hier irgendwann zwischen 1660 und 1680 . Sie ruhte auf Pfählen aus Holz und schien rund 100 Jahre gehalten zu haben.

1777 wird die Brücke in gleicher Konstruktion erneuert, aber schon mit gemauerten Befestigungen an den Ufern versehen.

So eine Brücke eignet sie ja sehr gut Zoll einzunehmen. Auf der Potsdamer Seite bewachten "ausrangierte Soldaten", also Invaliden, den Verkehr.

1831-1834 entsteht eine gemauerte Brücke, deren Entwurf Schinkel zugeschrieben. Einen Beweiß im den preußischen Staatsarchiven gibt es aber nicht.

Vielmehr ist dokumentiert, dass ein Geheimer Oberbaurat Becker 1828 den Plan entworfen und ein Wasserbaurat Berring ihn ausgeführt hat.

Karl Friedrich Schinkel hat die Brücke 1831 ganz filigran in einem Aquarell festgehalten. Er galt als der "Gestalter von Glienicke und die Brücke wurde auch "Schinkelsche Brücke" genannt.

1905-1907 wird die heutige Eisenbrücke gebaut. Sie ist jetzt 23 m breit und 146 m lang. Auf vier Strompfeiler ruhen 4 Pylone die um

Alle sind schon zu hause: 19.04.2010, 18:52 Uhr

Märkische Landschaft mit Glienicker Brücke

1924 durch chinesische anmutende Tempelchen gekrönt werden.

1945, 28. April: Die Brücke fliegt in die Luft - unbeabsichtigt. Die Wehrmacht hatte an allen Pfeilern zwar Sprengstoff angebracht, den aber nicht gezündet.

Wahrscheinlich hat ein russischer Panzer geschossen und ein Querschläger hat mehr oder weniger unbeabsichtigt eine der Sprengladung getroffen.

Die Brücke ruht auf 4 Flußpfeiler ...

... und die Auflage der Last ist klein.

Kurze Betrachtung zur großen Liebe der Berliner und der Brandenburger

Hier tritt der ganze Unsinn mit den beiden Bundesländern Berlin und das um die Stadt herum liegende Brandenburg sogar farbig zu Tage.

Mag es Gründe dafür geben, aber es zeigt doch: Jeder macht seinen Mist.

Ein riesiger Unterschied besteht im Straßennetz. Im alten Westberlin ist fast jede Strasse in desolatem Zustand, Tempo 10 musste neulich angeordnet werden (Arnulfstraße).

In Brandenburg ist jede Kuhbeeke tipp-topp saniert, jeder Bürgersteig, jedes Kanalisationsrohr, 1000te km Radweg sind neu, alle Strassen.

(... in Brandenburg, in Brandenburg ist wieder jemand gegen einen Baum gegrukt..., singt Rainald Grebe)

Viele 100.000 qm Fläche sind unter oft nutzlosen weil leeren Autobahnkreuzen verschwunden.

Ein richtig idiotisches ist bei Großbeeren an der B101 entstanden.

Die Brücke

Es würde keinen wundern, würden die Soli-Gelder für die Überdachung der Radwege herangezogen werden!

Alles andere an Verkehrsbauten ist ja fertig.

Warum sollten die Brandenburger einen 2. Versuch der Zusammenlegung der Bundesländer nicht wieder ablehnen?

Sonntags um 7:00 Uhr ist die Welt noch in Ordnung. (Platzhalter für eine Nachtaufnahme)

1945 hat diese Brücke im Wasser gelegen. Dann hat sie 40 Jahre lang nur ein paar Männeken und den menschenverachtenden Namen "Brücke der Einheit" tragen müssen.

Gesehen und abgedrückt

Da kamen sie. Prima! Endlich: Die "Brücke der Einheit"! Allerdings anders als die Idioten der DDR-Führung es sich jemals gedacht hatten. 11.11.1989, 11:00 Uhr

Wahlkampf auf der anderen Seite der Havel am 27.09.09 um 12:34 Uhr

Glienicker Brücke: Agentenaustausch

Verblüffend: Der Agentenaustausch im Kalten Krieg auf der Brücke hat diese weltberühmt gemacht als

Bridge of Spies

Kaum eine Gegend um Berlin eignete sich besser für einen konspirativen Agentenaustausch - wie es sich die UdSSR am liebsten wünschten - als die Glienicker Brücke. Rechts und links der Havel gab es keine dicht besiedelten Wohngebiete und der KGB saß in Sichtweite der Brücke in der Villa Kampffmeyer und die USA in Zehlendorf. Das Gelände konnte perfekt gesichert werden.

Der Austausch erfolgte unter Mitwirkung (zumindest in der Vorbereitung 1985 und 1986) des umstrittenen Ostberliner Rechtsanwalt Wolfgang Vogel. Während der Mauerzeiten wurden dreimal insgesamt 38 Personen ausgetauscht.

1. Austausch von Agenten a m 10. Februar 1962

Die ganze Welt schaute zu als auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges der Spitzenspion der Sowjets in den USA, Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel, gegen den über der Sowjetunion abgeschossenen amerikanischen U2-Piloten Francis Gary Powers ausgetauscht wurde. Es passte der UdSSR überhaupt nicht, dass dieser Austausch für solch ein Aufsehen in den westlichen Medien sorgte.

2. Austausch von Agenten a m 11. Juni 1985

Nach 23 Jahren dann der nächste Austausch von 23 politischen Gefangenen aus DDR-Gefängnissen gegen 4 von der CIA festgesetzten Spionen. Wieder war die Glienicker Brücke in der Weltpresse.

Villa Kampffmeyer

3. Austausch von Agenten a m 11. Februar 1986

Dieses Mal wurden 4 im Osten einsitzende Personen gegen 5 im Westen ausgetauscht:

Aus dem Osten kamen:

In den Osten gingen:

UdSSR: Anatoli Schtscharanski Dissident, Regimekritiker, Oppositioneller, aus Sicht der UdSSR ein Agent, verurteilt wegen Verrats und antisowjetischer Agitation, später israelischer Handelsminister unter dem Namen  Natan Sharansky ,

DDR: Wolf-Georg Frohn,

SSR: Hana Köcher, KGB-Agentin,

SSR: Karel Köcher, KGB-Agent,

UdSSR: Jewgeni Semljakow, Computerspezialist,

Tschechoslowakai: Jaroslav Javorský,

Polen: Jerzy Kaczmarek,

Bundesrepublik: Dietrich Nistroy.

DDR: Detlef Scharfenorth.

Lange ging ein heftiger Streit zwischen der USA und der UdSSR dem Austausch voraus. Letztendlich durfte Anatoli Schtscharanski als erster über die Brücke gehen. Wie kleingeistig die glorreiche Sowjetunion handelte als sie ihn laufen ließen, war daran zu sehen, dass sie den Mann in zu weiten Hosen und ohne Gürtel die Schritte in die Freiheit missgönnten. Er musste sich vor der versammelten Weltpresse die Hosen festhalten.

Im Osten fanden sich lediglich im SED-Parteiorgan  Neues Deutschland nach bewehrter Manie ein paar dürre Zeilen:

Austausch auf der Glienicker Brücke :

„Auf Grund von Vereinbarungen zwischen den USA und der BRD sowie der UdSSR, der SSR, der VRP und der DDR fand am Dienstag, den 11.2.1986 ein Austausch von Personen statt, die durch die jeweiligen Länder inhaftiert worden waren. Darunter befanden sich mehrere Kundschafter.“

Ganz schön keck die Dame auf den Säulen der Glienicker Brücke!

Ein Zentauer als Fischer dürfte ziemlich selten sein... Figur auf der Glienicker Brücke, Dez. 2010

Sacrow

Die Heilandskirche von Sacrow an der Havel

Südlich vom Potsdamer Ortsteil Sacrow liegt diese "Heilandskirche am Port von Sacrow". Von der Glienicker Brücke aus zu sehen (Aufnahme mit 800 mm-Tele) ist sie über die Straße nicht leicht zu finden. Man fährt rund 10 km.

Die 1844 von Ludwig Persius errichtete Kirche wünschte sich Friedrich Wilhelm IV. in italienischem Stil mit freistehendem Campanile.

Die DDR hat sie total nach dem Mauerbau 1961 vergammeln lassen, den Park - vom Genie Peter Joseph Lenné angelegt - als Müllkippe genutzt, Bäume für ein freies Schussfeld gefällt und harmlose Paddler, die über die unsichtbare Wassergrenze gerieten, wochenlang festgehalten.

Na, die LINKE meint ja noch immer, wo sie her kämen hätte es keinen Unrechtsstaat gegeben...

Mit wie wenigen Mitteln kann man Schönheit erzeugen!

Hier konnten einst Schiffe anlegen

Großzügiger Vorplatz mit Aussicht

Der Ortsname Sacrow kommt aus dem slawischen und bedeutet so viel wie "hinter Gebüsch".

Im Lateinischem heißt  sacer heilig.

Der Campanile

Früher konnten die Schiffer mit ihren Havelkähnen hier dierekt anlegen (Dezember 2010)

Die Havellandschaft von Sacrow aus gesehen