Sanssouci

1750-1801

Sanssouci

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Dichterhain

Hippodrom

Fasanerie

Tempel und Nebengebäude

Dichterhain

Hermen im Dichterhain

Westlich des Schloss

Charlottenhofes schließt sich der

Dichterhain an. Nach dem

Umbau des Guthauses zum

Schloss 1826 für den

Kronprinzen Friedrich Wilhelm

durch Schinkel und Persius

schuf Joseph Peter Lenné bis

1839 die Gartenanlagen.

 

In eine von Osten nach Westen

ausgerichten Achse, ausgehend

vom Maschinenteich, gestaltete

er den Rosengarten, die erhöht

liegende Terrasse mit dem

Stibadium und, westlich vom

Schloss, den Dichterhain.

Dahinter liegt das Hippodrom

und die Fasanerie.

 

Symmetrisch angepflanzte

Kastanienbäume im Dichterhain

spenden den Hermen Schatten.

 

Hermen sind in der Antike Pfeiler

mit aufgesetztem Kopf und

Schultern. Ursprünglich standen

sie am Wegekreuzungen und

manche hatten ein

Phallussymbol. Hermes war im

alten Griechenland auch der

Gott der Wege.

 

Im Dichterhain sind je 4

italienische (Alighieri, Tasso,

Petrarca, Ariost) und deutsche

Dichter (Wieland, Herder,

Schiller, Goethe) auf marmornen

Porträthermen dargestellt.

Sieht aus wie Goethe, oder?

Die Ildefonsogruppe

Hippodrom

Wen die Ildefonsogruppe darstellt und wer und wann das Original geschaffen wurde, ist nicht so richtig bekannt (Griechenland, 1. Jh. v. Ch.?). Das Original aus Marmor steht heute im Museo de Prado in Madrid.

 

Es befand sich in der Sammlung des Kardinals Ludovico Ludevist und wurde um 1650 das erste mal erwähnt. Von 1728 - 1839 stand es im Garten des Schlosses San Ildefonsos in Spanien, dessen Namen die Gruppe noch heute hat.

 

Heute nimmt man an, dass es sich um Castor und Pollux handelt, den sog. Dioscuren, den "Söhnen Zeus". Diese Namen tragen auch die zwei hellen Sterne im Wintersternbild der Zwillinge. Lessing deutete die Figuren als Hypnos und Thanatos, Schlaf und Tod.

 

Von den Doppelstandbildern gibt es einige Nachbildungen. Eine davon steht im Schloss Charlottenburg, eine im Schloss Neustrelitz, an der St. Amalia-Bibliothek, zwei in Frankreich und in London im Victoria and Albert Museum.

 

Aber die doppelfigurigen Vollplasiken fanden auch Nachahmer. So schuf Johann Gottfried Schadow das schöne Doppeltstandbild von den Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen und Ernst Rietschel das Schiller-Goethe-Denkmal in Weimar.

 

Seit 1986 steht das Denkmal wieder am ursprünglichen Standort vor dem von Lenné angelegten dunklen Bäumen. Links hat er Kaukasische Flügelnüsse pflanzen lassen, dunkle, fast exotische Bäume, vor denen der Marmor sich kräftig abhebt. Die Marmorkopie wurde 1837 von Francesco Menghi geschaffen. Sie stand ab 1839 dann im Hippodrom.

Die schöne, aber kleine Bronze ist im Stibadium von weiten fast nicht zu

sehen.

Im doch eher abgelegenen und

langweiligen Hippodrom (war hier

wirklich mal eine Pferderennbahn?)

ist diese Skulptur im Stibadium

natürlich der Höhepunkt, der alleine

den Besuch im Park schon lohnt.

Eine hübsche Nereide reitet auf

Hippokampen. Pure griechische

Mythologie.

 

Nereiden sind die Töchter der Doris

und des Nereus. 50 sollen es

gewesen sein. Platon schreibt gar, es wären 100 gewesen.

 

Sie sind Nymphen die Neptun begleiten und am Grunde des Meeres wohnen. Ihre Aufgabe ist es Schiffbrüchige zu retten und Seeleute mit Spielen zu unterhalten. Sie reiten auf Delphinen oder, wie hier, auf Hippokampen.

 

Ein Hobbyraume ist ein Fabelwesen, vorne Pferd mit

schwimmflossenähnlichen Flügeln und hinten Fisch. Ein Seepferd eben, da der Gattung der Seepferdchen den lateinischen Namen gegeben hat:

Hippocampus.

 

Hippokampen dienten vielen Göttern als Reit- oder Zugpferd. Viele Gondeln in Venedig haben sie auf den Seiten. Da sollen sie aber eher den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen...

Fasanerie

Die Fasanerie wurde 1842 - 1844 von Ludwig Persius erbaut. Es war immer ein Wohnhaus. Hier wohnte der Fasaneriemeister un d seine Gehilfen. Um 1920 zog Irmgard Kiepenheuer (Verlag) ein.

 

Hier traf sich die Gesellschaft, u. a. Mies van der Rohe und Wilhelm

Furtwängler. Dieser wohnte hier später bis zu seinem Tode im Jahre 1954

hier.

Freundschaftstempel

September 2009

Der Freundschaftstempel  im Rehgarten wurde 1768-1770 erbaut.

Antikentempel

Die Rückseite des Antikentempels im Oktober 2009

Der Antikentempel wurde von Karl von Gontard 1768/69 erbaut.  Die Antikensammlung des Kardinal Melchior de Ponett war einst in dem Tempel untergebracht. Ebendso eine Münzsammlung des Baron Philipp von Stoch. Die wurde aber schon 1798 ins Antikenkabinett des Berliner Schlosses  überführt.

 

1806 raubte Napoleon alle Skulpturen. Bis auf ein Relief kamen aber alle Stücke 1815 wieder zurück. 1828 wurde in einem Anbau eine zweite Ausführung des von Daniel Christian Rauch geschaffenen Sakrophag der Königin Luise  aufgestellt. 1905 nutzte König Wilhelm II. den Tempel als Kapelle.