Bangladesh
 
Ein unwahrscheinliches Land

Dhaka

Keine Fläche bleibt unbesiedelt und wenn das Wasser noch so schwarz und tödlich ist

Der Hauptbahnhof von Dhaka, entworfen von einem einheimischen Architekten.

                So, Hauptbahnhof…                                                          … Monument…

…. und Parlament: Stadt ist besichtigt. Das Faszinierende gibt es wo anders.

Zum Beispiel bei der Ankunft

Der Zeichner dieser hervorraegenden Blätter lässt sich nicht ermitteln. Mit viel

Einfühlungsverm.gen, genauster Detailkenntnis der Landesverhältnisse und

mit britischem Humor bringt er die Dinge genauer auf den Punkt, als es ein

Fotoapparat kann. Es soll 3 kleine Bände mit je ca. 30 Blättern gegeben

haben.

 

Sie waren aber um 1990 herum schon vergriffen. 24 Blätter liegen hier vor,

leider ohne Einband. Sie erzählen die Rückkehr einer britischen

Expertenfamilie aus dem Heimaturlaub.

 

Hier die Ankunft auf dem Flughafen in Dhaka in einem vollkommen überfüllten, aber liebenswerten Land voller Überraschungen für die "Langnasen".

Jeder will natürlich helfen, oder? Alle Frauen, alle Kinder haben einen

angeborenen Reflex: Wenn sie einen Ausländer sehen, streckt sich

automatisch und ohne eigenes Zutun die Hand zum Betteln aus.

 

Es ist hier bestimmt nicht böse gemeint, die Not ist wirklich riesig, aber nach

einem langen, heißen Arbeitstag ist man auch so mit den Nerven fertig.

Vielleicht war der Job zu hart: Der Finger hat sich geweigert, die Fülle, das Elend, die Armut der Stadt mit der Camera aufzunehmen. Die Gerüche kommen gottseidank auch rüber.

 

So sind die Rikschas nur am Freitagabend und die Baustellen mit den Bambusgerüsten nach Feierabend fotografiert und auch die Bettlerin an der Ampel mit dem toten Baby auf dem Arm ist nicht im Bild festgehalten worden. Auch die roten Lumpen, die im Morgennebel auf 5 qm ausgewalzt auf der Strasse zum Flughafen lagen, reizten nicht zum Abdrücken. Am Inhalt eines Schuhes war noch zu erkennen, was es einmal war. Ein verdammt hartes Land.

 

Immer wieder wird man als Neuankommender gewarnt: " Gib bloß den Bettlern nichts!" Diese haben Stammplätze, an den Ampeln beispielsweise. Bei dem Verkehr geht es sowieso nicht vorwärts und es wird an die Scheibe geklopft. Man sieht Gesichter ohne Lippen, von Lepra zerfressen; einmal ein kaum menschenähnliches "Elefantengesicht".

 

Gibt man ein paar Paisas, spricht sich das rum und am nächsten Morgen bricht der Verkehr garantiert zusammen, so wird der Wagen umlagert.

In Dhaka ist es so schlimm wie nirgends sonst in Asien.

Steineklopfen

Dieser Anblick und das dazugehörende Geräusch der Hämmer, die Steine zertrümmern, ist das Typische

an Bangladesh. An der Stadtgrenze zur Boomtown Dhaka sitzen Tausende von Frauen und Kindern- der

Zeichner hat hier in keinster Weise übertrieben - und zertrümmern die mit dem letzten Holz des Landes

gerade frisch gebrannten Bricks, die Ziegel.

 

Nur die Felsen werden von Männern zerkleinert. Hier reicht die Kraft der noch billigeren Arbeitskräfte, der

Frauen und Kinder, nicht aus. Die Felsbrocken sind per Lastkahn aus Indiens Bergen über die Flüsse

hergebracht worden. Im flachen Land aus Schwemmsand gibt es keine Steine.

 

Und wozu das Zerklopfen der Ziegelsteine und der Felsen?

 

Der so mühsam, und bei den gebrannten Ziegelsteinen so ernergieaufwändig hergestellte Splitt, wird für

Beton und Straßenbau benötigt.

Frauenarbeit - Kinderarbeit

Zugegeben. Der Junge und das Mädchen mit den

leeren Körben oben sind noch kein Beweis für

Kinderarbeit. Die Aufnahmen dazu wurden durch

erboste Steinwürfe verhindert.

 

Dass Frauen für schwere Arbeiten wie

Straßenbau und wie hier beim Entladen von

Schiffen herangezogen werden, ist in Indien und

Bangladesh normal.

 

Ebenso, dass die Obstreste nach Marktende von

den Mädchen an den Docks von Dhaka

eingesammelt werden.

Männerarbeit

Friseurladen an den Docks von Dhaka. Spiegel, Rasierpinsel -

Stuhl? Alles da!

Bestimmte Berufe bleiben immer den Männern vorbehalten. Undenkbar, dass in den muslimischen Ländern

zwischen der Türkei und Bangladesh Frauen Handel betreiben. Oder irgendeinen Beruf mit Kontakt zu

anderen Menschen ausüben.

 

Handel: Das ist, was die Männer gerne machen.

Das Bild von dem einzelnen Rikschafahrer wurde nur gemacht, weil es unter ganz ungewöhnlichen

Umständen gemacht wurde. Nie waren nämlich die Straßen so leer.

 

Die Sonne ging da gleich unter und es war Ramadan. In den nächsten Minuten durfte gegessen

werden und so waren die Straßen ungewohnt, ja erschreckend leer und anders.

Am nördlichen Stadtrand von Dhaka: Einer der Schlachthöfe

Ein Bild aus einem der oberen Stockwerke des Shonagon - Hotel über die Stadt. Vorne der blaue Pool für die Reichen, hinten das schwarze Trinkwasser für die Armen. Das Zimmer hier kostete die Nacht 365 US

$ - soviel verdient ein durchschnittlicher Bangladeshi auch. Allerdings braucht er dafür 3 - 4 Jahre!

Noch einige Zeichnungen.....

Die nette aber traurige Kobra vorne in der Mitte hält

ein Schild hoch: "HI MOM" - britischer geht es nicht!

Transportwesen: Von Afghanistan über Pakistan

und Indien bis Bangladesh - kein Unterschied!

Köstlich von dem genialen Zeichner wie er hier das Gefühl herüberbringt: „Nirgends im Land bist du alleine!"

Good luck!

Es stimmt nicht, dass die Leute aufstehen müssen, wenn ein Flieger landen

will! (Nur in der Regenzei!t)

Oh ja: This is Bangladesh!

Alleine die herrische Hand des Piloten - er war Lorry Driver!