Reptilien, Gliederfüßer

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Costa Rica

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Spinnen in Costa Rica

Systematik der in Costa Rica fotografierten Spinnen

(zumindestens der Versuch den Überblick zu behalten….)

Unterabteilung: Spinnentiere Bilateralia

Stammgruppe: Urmünder Protostomia

Überstamm: Häutungstiere Ecdysozoa

Stamm: Gliederfüßer Arthropoda (ca. 80 % aller Tierarten)

Unterstamm: Kiefernklauenträger Chelicerata

Klasse: Spinnentiere (ca. 100.000 Spinnentiere)

 

Ordnung:  Webspinnen Aranea

Unterordnung  Echte Webspinnen Araneomorphae (ca. 36.000 Arten)

Familie: Dickkieferspinnen Tetragnathidae

Gattung: Seidenspinnen Nephila

Art: Goldene Seidenspinne Nephila clavipes

 

Familie: Kammspinnen Ctenidae

Art: "Kammspinne" Phoneutria nigriventer

Gattung: Cupiennius Cupiennius

Art: "Bananenspinne" Cupiennius coccineus

 

Ordnung der Webspinnen Aranea

Unterordnung  Vogelspinnenartige (ca. 2.500 Arten)

Familie: Vogelspinnen Theraposidae

Gattung: Megaphobema Megaphobema

Art: "Rotknievogelspinne" Megaphobema mesomelas (Cambridge, 1897)

Spinnennetze

Radnetz ...

.... und die Erbauerin in Jacó, Costa Rica.  Es scheit eine Spinne Leucauge venusta

aus der Familie der Dickkiefernspinnen Tetragnathidae zu sein.

Spinnennetz einer ? - spinne an der mittleren Pazifikküste in Costa Rica

Netz einer Goldene Seidenspinne (mit kleinem Männchen oben) in Dominical

Goldseidenspinne -  Nephila clavipes
Familie Kiefern- oder Streckerspinnen -  Tetragnathidae

Das Weibchen hat Beute gemacht und links lauern drei kleine Männchen

Das Spinnennetz der Goldseidebspinne verschlägt einem die Sprache. Es ist unregelmäßig und mehr als 2 oder 3 Quadratmeter groß, die Fäden glitzern golden in der Sonne. Kleine Vögel und Fledermäuse werden mühelos damit gefangen, obwohl sie nicht zum Beuteschema gehören. Die Reißkraft der Fäden ist enorm und die Forschung bemüht sich, so etwas nachzumachen. Berührt man das Netz vorsichtig mit dem Finger, kommen gleich mehrere der 3 oder 4 cm großen Weibchen angerannt.

 

Die Männchen der Goldene Seidenspinne Nephilia clavipes sind mit nur 9mm Größe fast nicht im halbdunklen auszumachen. Der langgestreckte Körper der Weibchen wird bis 4 cm lang. Unheimlich, einzigartig und faszinierend für einen Europäer, der 15 Jahre in Übersee lebte und jeden Stein umgedrehte, jeden Winkel Natur durchforstet hat und so eine Spinne noch nie fand! Das Verbreitungsgebiet reicht vom Süden der USA bis mach Argentinien.

 

Zwar gibt es 2500 verschiedene Arten der  Geißelspinnen , aber die Baumuster der Netze sind verschieden. Die Netze werden nachts nur mit dem Tastsinn der Spinnen bei völliger Dunkelheit gewebt. Wer sagt da: so sehen sie auch aus!?

 

Die Spinne scheint hier so eine Art Kulturfolger zu sein. Da, wo die Menschen Licht machen, baut diese Art ihre riesigen Netze und sie werden geduldet. Allerdings sind sie in Costa Rica nur an der mittleren Pazifikküste zwischen Quepos und Dominical zu finden. Wo anders hat der Autor die auffallenden Netze und die faszinierenden Tiere noch nicht gesehen.

Familie Kammspinnen - Ctenidae
"Kammspinne" -  Phoneutria nigriventer

Terrariumaufnahme eine  Phoneutria nigriventer von Stefan Hillebrecht. Es derzeit die einzige Aufnahme auf allen Seiten von einem anderen Fotografen!

Der Dank geht an Herrn Stefan Hillebrecht . Er machte den Autor auf die falsche Bestimmung und Beschreibung auf der Seite Bananen aufmerksam und stellte das Foto oben zur Verfügung. Und er muss es wissen, lebt er doch seit 10 Jahren mit  Phoneutria nigriventer  zusammen. Einen deutschen Namen für diese Art gibt es nicht. Deswegen die Anführungszeichen bei "Kammspinne".

 

Er wurde noch nie gebissen und mit der Gefährlichkeit ist es nicht so weit her, was er sich von der Universität in San José, Costa Rica, bestätigen ließ. Einzig die ebenfalls hier im Land vorkommende Phoneutria boliviensis ist ziemlich gefährlich.

 

Die in der Bananenplantage fotografierte Spinne ist zwar aus der gleichen Familie aber aus einer anderen Gattung. Es ist die anschließend gezeigte "Bananenspinne"  Cupiennius coccineus.

"Bananenspinne" -  Cupiennius coccineus

Der Text zu diesen auf einer Bananenplantage im Süden Costa Ricas gemachten Aufnahmen der "Bananenspinne" Cupiennius coccineus  ist unter  Bananen zu finden. Die Bananeros halten diese nervöse Jagdspinne jedenfalls für gefährlich.

Familie Vogelspinnen - Theraphosidae
"Rotknievogelspinne" - Megaphobema mesomelas (Cambridge, 1897)
"Rotknievogelspinne"  Megaphobema mesomelas

Einen deutschen Namen hat die Spinne  Megaphobema mesomelas nicht. In Mexiko lebt aber eine "Mexikanische Rotkniespinne"  Brachypelma smithi (Cambridge, 1897). Sie sieht ähnlich aus, ist aber länger behaart.

 

Vier Beinpaare und ein geteilter schwarzer Körper und das alles auf 7-8cm Durchmesser: Eine schöne große Spinne. Sie ist harmlos, jedenfalls weniger schlimm als ein Wespenstich. Auf dem Weg zum Poas in einer kleinen Soda („Restaurant“ ohne Alkoholausschank - man holt aber schon mal ein Bier aus dem Nachbartiender wenn die Luft rein ist), wo alle die Kolibris aufgenommen sind, war sie das Haustier. Es ist hier es auf ca. 1000 m Höhe ziemlich feucht und und relativ kalt. Die Señora in der Soda meint, am Tage nie mehr als 25° und Nachts unter 20°C.

 

Eine schwarze Art in Managua, die hin und wieder auf dem Kopfkissen saß, ist nicht so harmlos. Sie kamen immer Paarweise. Sie verspritzt Urin, das die Hornhaut auflöst, sagt man dort. Sie lebt in Erdlöchern auf kurz gehaltenen Rasen. Da hat sie einen guten Überblick. Ob es nun in den gepflegten Gärten oder auf der Viehweide ist: Ein dreibeiniges Pferd ist nicht viel wert. Den Huftieren sollte angeblich das Horn der Hufe aufgelöst werden. Sie heißt dort "pica de caballo" – Pferdestecherspinne.

Seitenaufbau dem "Spiegel" nachempfunden

Story - die nun gar nichts mit Costa Rica zu tun hat...

ESMERALDA

Spinne sucht Wärme

Jetzt kommen die Spinnen ins Haus und wollen überwintern

S eit zwei Monaten schaut mir jemand über die Schulter wenn ich am Rechner sitze, wenn ich nachts im Bett liege, wenn ich in meinem Galactic Headquarter bin. Sie wird mir demnächst sehr fehlen denn wir beide haben uns aneinander gewöhnt. Jeder nimmt Rücksicht auf den anderen, das Zusammenkleben ist perfekt.

                                   Es ist eine kleine Spinne und sie ist auf den Namen Esmeralda getauft. Ihr Netz hat Sie im Kippfenster gebaut, perfekt und symmetrisch. Jetzt, wo es kalt wurde - so kalt wie noch nie ein Tag im September seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Berlin - achte ich darauf, dass das Fenster geschlos-sen bleibt und trotzdem Nahrung für sie da ist. Aber davon später.

   Esmeralda bereitet sich auf den Winterschlaf vor. Hier kann sie aber nicht überwintern, es wird zu warm im Zimmer. Dann wird sie wach, findet keine Nah-rung und verhungert. Ich werde sie in der Garage unterbringen. Die ist frostfrei.

    Zu Anfang raste sie noch hervor, wenn ich mit dem Finger ans Holz tippte oder eine immer schwerer zu bekommende Fliege ins Netz warf. Jetzt kommt sie erst mittags, wenn die Sonne die Scheibe wärmt, aus ihrer Ecke hervor. Seit zwei Tagen regnet es und sie bewegt sich nicht mehr. Vorsichtig, um von keinem Nachbarn gesehen zu werden, fing ich an den Müllkästen für sie Fliegen, stopfte sie in eine Plastiktüte und warf die Brummer dann in ihr Netz. Selten, das sie noch sofort ankommt. Aber irgend wann hat sie sie dann doch aufgefressen.

       Aber als es warm war, saß sie den ganzen Tag und auch Nachts hoch aufgerichtet und hell wach im Zentrum des feinen Gespinst. Bei der kleinsten Berührung eines Insektes schoss sie auf das Opfer zu und wickelte es blitzschnell in die selbst für Bienen unzer-reißbaren Fäden ein.

 

    Wie viele Mücken sie wohl von mir ferngehalten hat! Dafür las ich auch bei Licht im Bett und lockte so ihr Futter heran. Oft fing ich auf der Terrasse eine Fliege und warf sie ins Netz. Mit hoch erhobenen Fangarmen stürzte sie in Sekundenbruchteilen heran und wickelte das Tier ein, bis nur noch ein silbriger Kokon zu sehen war. Aber groß und dick wurde sie nie; kam wohl grade so über die Runden.

                               Jetzt sitzt sie den ganzen Tag nur noch in der rechten Ecke des

   In der Zwischenzeit führe ich ausführlich Korrespondenz mit Spiderexperten in aller Welt. Leider konnte ich sie weder identifizieren noch brauchbar fotografieren da sie im Gegenlicht sitzt und im Dunklen die Doppelscheibe den Blitz reflektiert. Der Regen hat aufgehört. Ob es noch Fliegen gibt? Nein, es gibt keine mehr.

Esmeralda wird mir fehlen, jetzt, da sie weg ist...

DIETER KLÖSSING

WEB SIDE DIETER KLÖSSING / SEP 2013