Handbuch der Malediven

Handbuch der Malediven

Kapitel 6: Gliederfüßer

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Wirbellose - Invertebrata
Überstamm Häutungstiere - Protostomia

Stamm Gliederfüßer - Anthropoda

Klasse Rankenfüßer - Cirripedia
Ordnung Thoraziken - Thorcica
Unterordnungen Entenmuscheln - Lepadomorpha
Unterordnungen  Seepocken - Balanomorpha
Klasse Höhere Krebse -  Malacostraca
Ordnung Zehnfußkrebse -  Decapoda
Unterordnungen  Garnelen - Natantia
Reise einer Entenmuschel mit einem Krebs auf einer Kokosnuss

Größe : ca. 45 cm, Tiefe: 1 m            Embudu, Süd-Male-Atoll, 2009

Eine Krabbe und eine Entenmuscheln reisten monatelang über die offene See. Beide haben einen konkurrenzlosen Lebensraum erobert. Keine See kann die Krabbe herunterspülen. Sie krallt sich fest. Sie weidet den schnell wachsenden Aufwuchs ab, während die Entenmuschel nur die Cirren, die Fühler, ausstrecken muss, um ihre Nahrung aus dem Wasser zu filtern.

 

Hier ist die Reise zu Ende. Die Cocosnuss kann auskeimen, die Entenmuscheln werden nach ein oder zwei Tagen sterben, aber die Krabbe wird sich einen neuen Lebensraum suchen müssen.

Stamm Gliederfüßer Arthropoda

Unterstamm Krebstiere Crustacea

Klasse Rankenfüßer Cirripedia

Ordnung Thoraziken Thorcica

Unterordnung Entenmuscheln Lepadomorpha

Fam Entenmuscheln Lepadidae

Gat Entenmuscheln Lepas

Art Entenmuschel Lepas anatifera Linnaeus,1758 Pelagic goosneck barnacle

Unterordnung Seepocken Balanomorpha

Fam Seepocken Tetraclitidae

Gat Seepocken Tetraclita

Art Riesen-Seepocken Tetraclita sp.

Klasse Höhere Krebse Malacostraca

Ordnung Zehnfußkrebse Decapoden

Unterordnung Garnelen Nantantia

Familie Putzergarnelen Hippolytidae

Gat. Saron

Art Gemeine Marmorgarnele Saron marmoratus Olivier, 1811

Gat. Parhippolyte Parhippolyte

Art Zuckerrohrgarnele Parhippolyte uveae (Borradaille, 1899)

Fam. Scherengarnelen Stenopodidae

Gat. Stenopus

Art Blaubein-Scherengarnele Stenopus cyanoscelis Goy, 1984 O

Fam. Knallkrebse Alpheidae P

Gat. Knallkrebse Alpheus T

Art Knallkrebs Alpheus sp. B

Klasse Rankenfüßer - Cirripedia
Ordnung Thoraziken - Thorcica
Unterordnungen Entenmuscheln - Lepadomorpha
Familie Entenmuscheln - Lepadidae
Entenmuschel  Saron marmoratus Olivier, 1811

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m              Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m          Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988

Entenmuschel  Lepas anatifera Linnaeus,1758

Da haben sich die Deutschen ja einen schönen Namen ausgedacht. Haben doch die Tiere weder mit Enten noch mit Muscheln etwas zu tun. Es sind Rankenfüßer, festsitzende Krebstiere, die sich auf allen harten Untergründen ansiedeln. Nur gut umströmt müssen diese Plätze (Brandungszonen, Treibgut, Schiffe) sein, damit sie mit den sechs Cirripedien (Thorakopoden) nach Plankton fischen können.

 

Die Larven sind noch frei beweglich. Finden sie einen geeigneten Untergrund, haften sie sich mit einer Zementdrüse, die sich am Kopf befindet, fest. Dieser Vorderteil des Kopfes bildet einen muskulösen Stil aus. Er kann bis zu 20 cm lang werden, ist essbar und soll, oh Wunder, nach Krebsfleisch schmecken. Nach vier Monaten ist die Entenmuschel bei guten Bedingungen mit einem Wachstum von täglich einem Millimeter ausgewachsen.

 

Der Hinterkopf trägt die sechs Rankenfüße und den restlichen Körper mit Verdauungstrakt und den Geschlechtsorganen. Ein Herz haben die Entenmuscheln seltsamerweise nicht. Geschützt wird das Ganze mit einem zweischaligen Carapax, einem chitinösen Panzer, wie ihn u. a. die Krebse haben.

 

Die kuriose Namensgebung stammt aus dem frühen Mittelalter. Da glaubte man, da sie oft an Ästen haftend angetrieben wurden, dass Entenmuscheln von Enten in Bäumen abgelegt würden. Aber die Engländer waren noch besser. Im 12. Jahrhundert sah ein Mönch, wie sich aus den Rankenfüßern Bernikelgänse entwickelten (wahrscheinlich bei Versuchen mit der Herstellung alkoholischer Getränke). So heißt es auf der Insel immer noch "Pelagic goosneck barnacle"

Klasse Rankenfüßer - Cirripedia
Ordnung Thoraziken - Thorcica
Unterordnung Seepocken - Balanomorpha
Familie Seepocken - Tetraclitidae
Seepocken Tetraclita sp.

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m                     Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988

Seepocken  Tetraclita sp.

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m                     Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988

Vier gerillte Kalkplatten, pyramidenförmig angeordnet, bilden im Zentrum eine Öffnung aus. Zwei der Platten sind beweglich und können die Öffnung verschließen, um bei Ebbe nicht auszutrocknen. Die Krebse haben ihre Arme, Beine und Scheren zu Rankefüßen umgebildet mit denen sie nach Plankton fischen.

 

Sie sitzen ein für alle mal fest auf hartem Untergrund in der Gezeitenzone aller Weltmeere. Einige Arten siedeln auch auf Muscheln, Schneckengehäusen und sogar auf Buckelwalen.

Klasse Höhere Krebse -  Malacostraca
Ordnung Zehnfußkrebse -  Decapoda
Unterordnungen  Garnelen - Natantia
Familie Putzergarnelen - Hippolytidae
Gemeine Marmorgarnele  Saron marmoratus  Olivier, 1811

E:

Größe : 10 cm, Tiefe: 1 m             Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Gemeine Marmorgarnele Saron marmoratus Olivier, 1811

Größe : 10 cm, Tiefe: 1 m           Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Zuckerrohrgarnele  Parhippolyte uveae (Borradaille, 1899)

E:

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Größe : 10 cm, Tiefe: 1 m          Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Zuckerrohrgarnele Parhippolyte uveae (Borradaille, 1899)

Zugegeben, kein schönes Foto, aber das einzige. Die kleinen Garnelen waren später nicht mehr zu finden, wie überhaupt ein starker Rückgang aller Invertebraten nach 1998 zu verzeichnen ist.

 

Diese Art lebt in kleinen Gruppen in Hafenmauern und bieten ihre Putzerdienste ab beginnender Dämmerung an. Die grauen Querstreifen erinnern an die Zuckerrohrpflanzen. Sie werden nur ca. 3 cm groß.

 

Vorkommen: Gesamter Indopazifik.

Unterordnung Garnelen - Balanomorpha
Familie Scherengarnele -  Stenopodidae
Blaubein-Scherengarnele  Stenopus cyanoscelis  Goy, 1984

E: Cleaner shrimp

Größe : 10 cm, Tiefe: 1 m       Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Blaubein-Scherengarnele Stenopus cyanoscelis Goy, 1984

Größe : 10 cm, Tiefe: 1 m           Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Scherengarnelen sind mit 6 Scheren an den ersten drei Beinpaaren ausgestattet. Die großen, auffallenden Scheren befinden sich aber erst am dritten Beinpaar, das obendrein noch prächtige Farben aufweist und wie der Körper gezeichnet ist.

 

Nachts sind die Blaubein-Scherengarnelen an ihren langen weißen Antennen überall leicht auszumachen. An nicht so bewegten Stellen am Riff sieht man die weißen Fühler im Schein der Lampe in kleinen Spalten und Höhlen aufblitzen.

 

Scherengarnelen sind standorttreu. Einem einmal gewählten Partner bleiben sie ein Leben lang ebenfalls verbunden. Aquariumbeobachtungen zeigen ein im Tierreich ungewöhnliches Verhalten der Männchen: Sie füttern ihr Partnerin! Ungewöhnlich ist auch ein Hochzeitstanz, den beide vor der Begattung aufführen. Das Weibchen lagert Sperma in einer besonderen Tasche und kann, wie bei allen Garnelen üblich, einige Zeit lang unabhängig vom Männchen ihre Eier befruchten.

 

Vorkommen: Indischer Ozean.

Familie Knallkrebse -  Alpheidae
Knallkrebs  Alpheus sp.

E: shrimp

Größe : ca. 10 cm, Tiefe: 1 m            Embudu, Süd-Male-Atoll, 2009

Knallkrebs Alpheus sp.