USA
Land of Glory and - Plastic

Vereinigte Staaten von Amerika

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Everglades 2

Wenn der Amerikaner sagt "Thing Big" sollte man in Deckung gehen. So wie hier im Picayune Strand State Forest. Das Think-Big-Projekt ging vollkommen in die Hose. Nur die Natur ist auf einem Gebiet von 10 mal 17 Kilometer (ausgemessen für den Teil "Eastern Golden Gate" in GoogleMaps) für immer verwüstet und das für - nichts. Insgesamt wurden 230 Quadratkilometer platt gemacht.

Doch!

Picayune Strand State Forest

Es ist eine der großen Betrügereien (vor den Bankenskandalen) in den USA und die ist sogar in den Sprachgebrauch eingegangen.

Bestimmt haben einige hier nicht mehr herausgefunden. Skelette waren aber nicht zu sehen! Nur Müll von Campern und unzählige Patronenhülsen.

Zwei Autos an einem Tag kamen entgegen. Ein Pickup war vollgeladen mit Palmenwedel, im Geländewagen saßen Kerle in Tarnanzügen. Sie versuchten ihre Gewehre nicht so offensichtlich zu halten. Paramillitärs trainieren hier ganz ungeniert.

Findet man einen Leichtgläubigen wie den Einwanderer, dem man um 1900 mal die Brooklyn Bridge (... if you belive that, I have got a bridge to sell you") verkauft hat, heißt es hier:

"I have swampland in Florida to sell you" oder

"I have prime swampland to sell you" .

Auf den kostenlos verteilten Karten für die Everglades ist zu lesen, man solle sich, will man dieses Gebiet befahren, im "Oasis Visitor Center" genauere Karten holen.

Man bekommt eine Fotokopie über "Eastern Golden Gate", schaut rauf - und begreift nichts.

Nur Straßen, wenig haben Namen, die meisten Nummern - die sind aber kaum noch lesbar auf den Asphalt gepinselt, wenn man Glück hat - rechtwinklig in Nord- Südrichtung: Ok, aber wo sind die Häuser, Centren, Läden, Schulen?

Erst wenn man da ist, bereift man den puren Wahnsin: Hier gibt es nichts!

Kein Haus, kein Vogel, kein Hartholzbaum mehr, kein Tier, kaum ein Mensch und trotz der vielen Kanäle nicht mal die allgegenwärtigen Alligatoren.

Wut kommt auf. Über die Menschen und über das amerikanische "Think Big".

Sofort will man wissen, wie es zu so einem offensichtlichen Idiotismus der sinnlosen Landschaftsveränderung kommen konnte, wer das war, was der Staat dagegen tat.

Der überbordende Bürokratismus in den USA - siehe Weihnachten 09 und der Flugverkehr, die Datensammewut, das nicht Auswerten - der Staat hat nichts dagegen getan.

Die "Entwickler" hatten offensichtlich gut geschmiert, der Staat hat sofort einen Zip Code (Postleitzahl) vergeben und gesagt, ihr müsst aber an jeder Kreuzung 4-Way-Stoppschilder aufstellen und an den Brücken müssen Leitplanken hin.

Dann dürft ihr machen was ihr wollt, alles abschießen, alle Bäume fällen, durch die Kanäle die südlich gelegenen Mangrovenwälder in den Ten Thousand Islands gefährden - hey, wird sind doch in Amerika und sooo frei!

Wir, die Gouverneure hier, sind allerdings korrupter als jede Bananenrepublik! Es stehen gerade (freie) Wahlen an, könntet ihr da nicht...

So stehen jetzt sinnlos Hunderte 4-Way-Stoppschilder an nicht befahrenen, genauso sinnlosen Strassen herum, alle durchlöchert von großkalibrigen Geschossen.

Von Süden her gibt es nur eine Einfahrt in das Gebiet, über den vorher beschriebenen Fakahatchee Strand Reserve State Park. Der Weg heißt "Janes Scenic Drive" und geht von der 29 ab, rund eine Stunde Fahrzeit.

Ach, denkt man dann auf den schnurgeraden Straßen, ist ja leicht sich hier zu orientieren.

Einmal rechts ab, dann mal ein Stück ins Gelände, links ab - da geht es nicht weiten - rechts, links, fotografieren, wieder rechts - und die Sonne ist plötzlich weg.

Verdammt, trotz im Kopf eingebautem Orientierungssinn - wo ist man? Bei den Entfernungen dauert es lange, eine verblasste, auf die Straße gemalte Nummer zu finden und mit der Fotokopie in der Hand die Himmelsrichtung zu bestimmen.

Typischer Bewuchs entlang den sinnlosen Straßen sind die Cabbage ("Kohl-") Palmen,  Sabal Palmetto . Von Harthölzern keine Spur mehr.

Die Geschicht wird noch recherchiert

Big Cypress Bend Preserve

Irgend etwas haben die Leute, die das Gelände oben ("Eastern Golden Gate") verwüstet haben, falsch gemacht. In Luftlinie nur ein paar Kilometer südlich davon haben sie vergessen alles abzuholzen. Hier im Big Cypress Bend Preserve kann man sehen, wie die Landschaft früher in Teilen mal ausgesehen hat, was man jetzt alles vermißt.

Im Big Cypress Bend Preserve (nicht zu verwechseln mit dem ungleich größeren Big Cypress NATONAL Preserve) an der 41 (Tamiami Trail) hat man einen 950 Meter langen Holzsteg in den Sumpf hineingebaut. Tiere sind am Tage hier nicht zusehen, aber viele der Pflanzen und Bäume sind benannt. Dunkel ist es hier und feucht. Wer noch nie in einem tropischen Urwald war, bekommt hier in subtropischer Umgebung einen ersten Eindruck.

Some Everglades Plants

Auf dem Bild ist deutlich die unheimliche Kraft der Würgefeige zu sehen. Die Sumpfzypresse hat keine Möglichkeit die tötliche Umarmung abzuwehren.

The Loop

Nirgendwo sind mehr Alligatoren anzutreffen als an dieser unscheinbaren Ringstraße "The Loop", südlich der 41. Sie ist von Miami in 45 Minuten bequem zu erreichen. Trotz des Namens ist sie nur mit Geländewagen komplett zu befahren. Egal, wo man hält, die großen Echsen liegen schon da und sonnen sich.

Schade. Am südlichen Rand der Straße entstehen auf aufgeschütteten Hügeln Häuser. Weg mit der Natur...

Heute nur dezent getrarnt! Der Kerl ist nur 4 m weg, nichts dazwischen - und kann verdammt schnell rennen...

Meistens jedenfalls...

Er wäre ja weggefahren...

...aber es gab schon lange kein Benzin!

Der fährt noch...

Und wenn der Florida Gar nicht anbeißt...

... wird er halt erschossen.

Die Echsen liegen direkt an der Straße. An Autos sind sie gewöhnt...

... wenn man nur vor dem schwulen deutschen Außenminister angst hat, kann man auf sie zu gehen...

...wenn man ihnen zu nahe kommt, verschwinden sie ins Wasser.

Irgendwie sind es keine Kuscheltiere.

Nicht mal Disney hat es versucht, sie so zuckersüß und dämlich zu vermenschlichen.

Ein Anhinga trocknet seine fettfreien Federn.

Zuhause war auch keiner - gone fishin!

Thank you! See you later, alligator.