I R A N
ab 1980
1964-1979

Isfahan 

 

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Hohe Pforte - Ali Qapu

Ali Qapu. Die Hohe Pforte

Ursprünglich war Ali Qapu das Eingangstor zur Residenzstadt Isfahan, das Hohe Tor oder die Hohe Pforte. Schah Abbas I. ließ es im frühen 17. Jh. zu seinen Wohnsitz und Palast ausbauen. Überliefert ist, dass er das Nourozfest (Jahreswechsel am 21. März) 1597 hier feierte.

 

Wie die Arkaden am großen Meidan-e und wie in Bam beschrieben, sind die Gebäude in Lehmziegelbauweise ausgeführt. Hier sind sie unverputzt. Die Ziegel ermöglichten, den Bau 68 Meter hoch zu gestalten.

 

Dem fünfstöckigen Bau ist eine Aussichtsplattform vorgelagert dessen Dach von 18 Zedernholzschäulen getragen wird. Luftig muss man es im Sommer schon haben. Von hier oben konnte der Shah und sein Hofsaat die Polo- und sonstige Reiterspiele auf dem Platz beobachten - und wurde gesehen.

 

Natürlich hatte der Herrscher seine Gemächer im obersten Stockwerk. Die Verwaltung und die Palastwache bekamen die Räumung unten. Auf der Rückseite des prunkvollen Palastes liegen schöne Gärten und ein berühmter 40-Säulen-Palast (s. weiter unten).

Zur gegenüberliegenden Lutfullah-Moschee ließ er einen unterirdischen Gang anlegen. Vielleicht war es ein nützlicher Fluchtweg für Potentaten jener Zeit.

Wanderer, kommst du jetzt nach Isfahan, nimm dir Zeit. Ein Tag pro Palast oder Moschee. Und du wirst sehen, es reicht immer noch nicht.

Vor dem Palast war und ist immer noch was los. Die glorreichen Soldaten des Shah und seine Polizei als Touristenaktion. Zu mehr waren sie auch nicht zu gebrauchen. Selbst die Palastgarde warf 1979 sofort die Gewehre weg...

Und jetzt? Noch nie hatten die Iraner so wenig Freiheit wie jetzt mit dem schon wieder vergessenen Politclown an der Spitze konnte ja auch nichts werden. Die Jugend kann einem Leid tun.

Palast der 40 Säulen - Tschehel Sotun

Palast der 40 Säulen -Tschehel Sotun

"Palast (oder Pavillon) der 40 Säulen" ist ein netter Witz. Die schöne Halle mit den kostbaren Intarsienarbeiten in der Decke wird nur von 20 achteckigen Zedernholzsäulen getragen. Die anderen 20 soll man sich in der Spiegelung im Wasser ansehen.

 

Die Anlage stammt aus den letzten Regierungsjahren von Schah Abbas I. Er starb 1629 und der Bau wurde von seinem Nachfolger Schah Abbas II. vollendet. Es wurde vorwiegend als Empfangshalle verwendet.

 

Einmal wurde das Gebäude durch einen Brand beschädigt. Schah Soltan - er lebte von 1694 bis 1722 - stellte es in altem Glanz wieder her.

Dann fielen Afghanen und Kadscharen in Isfahan ein und plünderten die Stadt aus. Dabei wurden vor allem die alten Wandgemälde zerstört.

Nach umfangreichen Renovierungen zählt es wieder zu den schönsten Gebäuden der Safawidenzeit.

… und 20 Säulen als Sipegelung im Wasser.

Lustig. 20 Säulen im Tschehel Sotun…

Schöne Einlegearbeiten in den Kassetten an der Decke im Tschehel Sotun.

Im Moment ist nichts über diese für den Iran atypische und eigenartige Skulptur zu finden.

Brücke über den Zanyandeh Rud - Pol-e Chadsch

Pol-e Chadsch, Brücke über den Zanyandeh Rud

Mit 23 Bögen überquert die Khadjubrücke (persisch: Pol-e Chadschu) den Zavandeh Rud. Sie ist 105 m lang und 14 m breit.

 

Shah Abbas II. ließ sie 1650 auf alten Fundamenten errichten. Eine Inschrift kündet von einer Renovierung 1873. Die Brücke dient gleichzeitig als Wehr zur Regulierung des sehr unterschiedlichen Wasserstandes. Das stellt die Bewässerung der flussaufwärts liegenden Parkanlagen und Felder sicher.

 

In Sommer schätzen die Bewohner die Stufen der Brücke als angenehmen Aufenthalt zur Abkühlung. Es wird in Sommer richtig heiß wie überall im iranischen und afghanischen südlichen Hochland.

Im Sommer sind die Treppen und Plattformen die beliebtesten Picknickplätze in Isfahan. In Wassernähe gibt es wenigstens etwas Abkühlung in der knochentrocknen erbarmungslosen Hitze.

Rahravan-Minarette

Im Nordosten kurz vor Isfahan im Dorf Rahravan

stehen die beiden Minarette seit 1159 und sind damit 500 Jahre älter als alle in Isfahan.

 

Sie sind 30 Meter hoch. Die Anbauten sind schon lange beschädigt.

Königlicher Basar von Isfahan - Bazar Qeisarieh

Eingang zum Königlichen Basar von Isfahan

Königlicher Basar? Jetzt noch der Name? Die Bärtigen werden doch nicht auch noch gegen Shah Abbas I. (1571-1621) sein? Als er seinen Palast und die Stadt anlegen ließ, wollte er auch einen richtigen Basar in der Nähe haben. Das sollte Handel und Handwerk Sicherheit geben und wohl auch übersichtlicher für die Steuereintreiber sein.

 

Gegenüber den prunkvollen anderen Eingängen der Paläste und Moscheen am Meidan-e Naghsch-e Dschahan, dem alten Meidan-e Shah, ist das Eingangsportal des Basars eher schlicht. Auf dem Bild oben sind noch Reste gemalter Fresken links über dem Eingang zu sehen.

 

Der Basar befindet sich am Nordende des Meidan, direkt an der Freitagsmoschee.

Blumen für die Damen?

Es ist spannend und macht Spaß über orientalische Basare zu schlendern. Aber nur ab Istanbul ostwärts. Wie war das mit den Wohlgerüchen des Orients? Hier trifft alles zusammen. Exotik und vertrautes, nie gesehenes, nie gegessenes, nie gerochenes.

 

Zu Shahs Zeiten traf man hier auf eine Art wohlwollende Gleichgültigkeit. Die Basaris wußten, der kauft keine Stoffe oder Haushaltsgegenstände und läßt keine Schmiedearbeiten anfertigen. Egal in welcher Stadt im Iran, nie wurde man angesprochen. Es waren eben noch nie viele Touristen hier.

Achtung: Jetzt kommt ein Gag!

Camera obscura und der Kommentar des Porträtierten:

(frei übersetzt: grrrsakkrateifibrrrrbuh!)

Szene auf den Basar. Da hat Papa dem hoffnungsvollen Sprössling nun die feinsten Sachen zum fotografiert werden angezogen und doch musste er ihn auf dem Hocker förmlich annageln.

Die Dame seines Herzens darf zu Shahs Zeiten auf gleicher Höhe laufen. Ob das jetzt noch so ist?

 

Achtung, so lustig sein: Es liegen ja keine Mienen…