I R A N
ab 1980
1964-1979
Persepolis 
 

und das Reich Elam

Persepolis
Aufgang zum Apadana
Auf 16 ha. Fläche als Terrasse hat König Dareios I. im Süden des damaligen Persischen Reiches diese Palastanlagen bauen lassen. Perspolis war die Residenzstadt des antiken Persereiches. Tacht-e Dschamschid sagen die Iraner heute noch, Thron des Dschamschid, eine Figur der persischen Mythologie.
 
Der Name Persepolis stammt aus dem Griechischen und bedeuten Perser und Stadt, „Stadt der Perser“. Die Anlagen wurde von den Achämemiden ab 520 v. Chr. errichtet. Auch die Nachfolger von Darius, Xerxes, sowie Atraxerxes I. und Atraxerxes II. hatten an den 14 großen Gebäuden zu tun.
 
Was Alexander der Große mit seinen Truppen 330 v. Chr. dann zerstörte. oder hat alles der Schatzmeister vorher angezündet? Insgesamt wurden 58 Jahre an Persepolis gebaut, ungefähr von 520-462 v. Chr.
Die Apadana
Die Apadana war der Audienzsaal Darios I. (auch Darus). Der Bau begann 515 v. Chr. und war der größte in Persepolis. Hier stand auch sein Thron. Das Dach wurde von 36 Säulen getragen, 20 m hoch. Bestimmt war es aus Holz und hat gut gebrannt. Nicht so wertvollen und harten Steine ist das Feuer nach 2300 Jahren noch anzusehen.
 
Ein gutes hatte das Feuer auch. Es wurden 30.000 Tontafeln gefunden, die durch das Feuer gehärtet wurden und so der Nachwelt wertvolles Wissen übermittelte. Zu lesen war u. a., dass die Anlagen nicht durch Sklaven, sondern durch bezahlte Kräfte errichtet wurden.
 
Es gab auch noch einen 100-Säulen-Palast. Von dem steht keine Säule mehr. Viele Herrscher haben hier in den 200 Jahren ihre Paläste errichtet, an- oder umgebaut.
Aufgang zum Apadana
Reliefs der Apadana
Die acht persischen und medischen Gardisten an der Osttreppen waren wohl ursprünglich an einer anderen Stelle angebracht. Die Archäologen sollen sich bei der Rekonstruktion geirrt haben. Nach neusten Forschungen muss hier das sog. „Schatzhausrelief“ angebracht gewesen sein.
 
Die Soldaten stehen unter einer geflügelten Sonne die von zwei Sphingen flankiert wird.
Gardisten, Ausschnitt
Meder und Perser
Für nicht all zulange Zeit gab es in der Geschichte Irans ein Land, besser Teilrepubliken, mit dem Namen Medien. Die Bewohner wurden  als Sammelbegriff Meder genannt. Sie hinterließen nichts schriftliches, verbanden sich recht kriegerisch mal mit den Assyrern, mal mit deren Feinden. Meder ist keine Volksbezeichnung. Die Herren mit dem runden Hut sind Meder.
 
Die Meder tauchten im 1. Jahrtausend v.  Chr. aus dem Nordosten auf. Ihre bedeutendste Leistung scheint die Einführung des Pferdes gewesen sein.
 
Unter dem Begriff Iranische Völker sind viele Ethnien zusammen gefasst. Sie sprechen Persisch. Darunter auch die Volksgruppe der Perser und Tadschiken. Weiter, um nur einige zu nennen, die Belutschen, Kurden, Parsen und Paschtunen mit denen man in Afghanistan zu tun hatte.
 
Die Perser sind hier mit dem Faltenhut dargestellt. Man sieht: Mode gab es schon immer.
Ausschnitt: Stier und Löwe
Stier und Löwe
Die Achämeniden wählten dieses Motiv des Löwen und des Stieres gerade hier in Persepolis häufig. Es hatte für sie astrologische Bedeutung. Schlägt der Löwe den Stier, vertreibt er ihn. Sie interpretierten das als Beginn des Frühlings. Das Sternkreiszeichen Löwe siegt über das Sternbild des Stieres.
 
Solche schön herausgearbeiteten Tierreliefs suchen auf der Welt ihres gleichen. Das Relief ist spiegelbildlich recht und links im Triptychon des Aufganges vorhanden und sind in dieser Schönheit einmalig.
Würdenträger
Persische und medische Würdenträger
Streift man durch Persepolis, fällt eines auf: Es gibt überhaupt keine Kampfszenen, keine gezückten Schwerte wie selbst am Pergamonaltar
auf der Musemsinsel in Berlin.
 
Man traut seinen Augen kaum. Die sonst so kriegerischen Würdenträger lassen sich brav von Hofbeamten an den Händchen führen. Und sie bringen dem Herrscher keine Tribute, sondern Geschenke.
Elamischer Wagenlenker

Ein irres, 2.500 Jahre altes Rad!

Gabs da schon den ADAC?

Wagenlenker

Ein elamischer Wagenlenker bring den Streitwagen seinem Herrscher. Man nimmt an, dass es Xerxes I. war.

 

Aber man schaue sich mal den Wagen genauer an. Sieht das nicht wie ein moderner, luftgefüllter Reifen aus? Und das um 500 v. Chr.!

Überlebenskünstler

Im gesamten Gelände gibt es ungeheuer viele Wüstenratten, wahre Überlebenskünstler. In allen Ritzen leben sie in den Sommermonaten bei mörderischer Hitze. Der Boden kann sich auf über 60° C aufheizen. Eine  Ratte sagte nur: “Ich will Wasser - was geht mich Xerxes der Große an!“

2.500-Jahrfeier
* „Tehran“ wird hier immer in der internationalen Schreibweise geschrieben.

Enblem der 2500 Jahre!

Mitte Oktober 1971 feierte der Shah 2500 Jahre Persien - und wurde dafür von allen Seiten angegriffen. So ein Blödsinn! Wenn das kein Grund zum feiern war, dann gibt es keinen. 1970, das erste mal in Tehran*, waren die Zeitungen jeden Tag voll von den Kosten der Feier und den Vorbereitungen.

 

Der Hof lies verlauten, es seien 18 Mio., die Klerikalen tippten auf 300 Mio. US $ Kosten für den Festakt. Womit sie allerdings näher an der Wahrheit lagen. Aber Karlheinz - oh, so nannten die Deutschen den Shah: KH = Königliche Hoheit. Man wollte schließlich nicht mit dem berüchtigten Geheimdienst SAVAK in Berührung kommen - stand auch vor großen logistischen Herausforderungen.

 

Da das Fest an der Wiege Irans statt finden sollte, mussten letztendlich 69 Staatsoberhäupter aus aller Welt in der Wüste untergebracht und verpflegt werden. Zum Bau eines Hotels war es zu spät. Auch waren der Bau von Stromversorgung und Wasseranlagen hier zu teuer und in der kürze der Zeit nicht zu machen..

 

So blieben nur die Zelte aus Frankreich. Scheinbar war auch das Catering nur über das „Maxim“ in Paris möglich - für KH. Jedenfalls war das Fest ein Erfolg. Aber die Anfeindungen hinterher waren immens.

 

1978, als die Bilder hier entstanden, konnte man in heruntergekommen Baracken voll Rattendreck gerade noch übernachten und bekam sein Nan und Tee zum Frühstück. Die teueren Luxuszelte waren voll funktionsfähig, aber leer. Das die Idee, daraus ein Luxushotel machen zu wollen, auch am Denkmalschutz scheiterte, klinkt wie Hohn.

 

Der Shah floh am 12. Februar 1979. Kaum waren die Zausel mit den häßlichen Bärten im Land, wurde, wie alles Öffentliche, alles geplündert.

 

1982 kam ein Militärcamp hier rein mit Soldaten aus dem Irak-Irankrieg (1. Golfkrieg, 1980-1988). Die Soldaten nahmen die schusssicheren Scheiben des Empfangszelt als Zielscheiben, schossen sogar auf Säulen der Apadana. Heute stehen von den Zelten nicht mal mehr die Gerippe.

 

War persönlich eine harte Zeit während der Revolution. Wetten, dass die Iraner unter KH freier waren und die Bärtigen viel mehr umgebracht, gefoltert und vergewaltigt haben?

Das Reich Elam

Elamische Keilschrift am Palast des König Darius I. in Persepolis

Das Bild wäre längst vergessen, wenn nicht eine Doktorandin sich jetzt mit der Geschichte der Entzifferung der Keilschriften befassen würde und sie das Bild nicht auf den alten Seiten hier gefunden hätte. Dabei ist die Fotografie in mehrerer Hinsicht bemerkenswert.

 

Das Bild wurde 1978 in Persepolis, Iran, aufgenommen. Wenn die Erinnerung nicht trügt, ist der Stein in der östlichen Grundmauer der Apadanahalle, dem Palast des Königs Darius, eingelassen. Der Stein muss Jahrhunderte lang vom Wüstensand verschüttet gewesen sein. Er sieht so frisch aus, als wäre er gerade mit modernstem Gerät hergestellt und poliert worden. Dabei ist er 500 v. Chr. erstanden, also 2500 Jahre alt - was hier kein Alter ist.

 

Die Keilschrift ist noch nicht noch nicht entziffert.  

Was eigentlich erstaunlich ist. Lies doch Darius I. alle Inschriften in drei Sprachen ausführen: in altpersisch, elamisch und in babylonisch. Aber der Reihe nach.

Es scheint die gleiche elamische Keilschrift wie auf dem Bild oben zu sein, nur in einem anderen Maßstab. Die ersten Nachweise diese Schriftart gibt es seit 2.500 v. Chr., die letzte 331 v. Chr. Das Wirken Alexander des Großen ist richtig nachhaltig gewesen.

Elam
Karte Wikipedia

Der Name Elam wird schon im Alten Testament verwendet. Das Land lag in der südwestlichen Ecke des Iran entlang des Persischen Golfes im Flachland der heutigen Provinz Khusistan. Es reichte im Osten bis in die Berge der jetzigen Provinz Fars und im Westen bis an den Euphrat und Tigris, am Zusammenfluss der beiden Flüsse, am Shat-el-Arab in der Nähe von Basra. Heute ist es die Grenze zwischen Iran und Irak.

 

Fährt man von Bande Abbas nach Ahvaz und in die ehemalige Hauptstadt Susa - jetzt Schusch (oder Shush) - , kann man kaum verstehen, dass hier mal über tausende von Jahren Völker in einer hohen Kultur gelebt haben. Aus den Bergen von Fars haben die Babylonier, Sumerer, Akkader und Assyrer Holz, Steine, Erze und Pferde bezogen.

 

Die Berge sind jetzt kahl und das Flachland ist Steinwüste, nur bewachsen von Kameldorn. An dem hängt der Wind rechts und links der Straße kilometerweit Plastiktüten ran - und belässt sie dort für immer. Das Einzige, was einen heute hier noch staunen lässt, sind die riesigen Entfernungen im Iran. Sind es doch auf der Rundreise von Tehran-Schiras-Bam-Bande Abbas-Ahvaz-Shush-Gom-Tehran fast 4.000 km. Von Tehran nach Berlin sind es nur 3.500 km Luftlinie.

Fars

Hügel in der Provinz Fars im Süden des Irans. Die Hauptstadt ist das berühmte Shiraz mit seinen Moscheen. Es ist seit tausenden von Jahren das Kernland der Perser. Die Herrscherhäuser der Achämeniden und der Sassaniden kommen von hier.

 

Aus den Bergen heraus wurden die Völker des Zweistromlandes nicht nur mit Bauholz versorgt. Kann man sich heute noch vorstelle, dass das riesige Land mal fruchtbar und bewaldet war? In der jetzigen Landschaft hätte keine Hochkultur, wie damals Elam, entstehen können.

 

Ist Elam und seine Kultur 330 v. Chr. nicht nur von Alexander dem Großen zerstört worden, sonder waren die Ressourcen aufgebraucht, die Wälder abgeholzt?

Schrift und Sprache Elams

Die Epochen der Keilschriften Elams werden wie folgt unterteilt:

Alt-Elamisch    

Klassisches Elamisch

Neu-Elamisch

Achemänidisch-Elamisch

Aus den Inschriften, die man im Irak und Iran gefunden hat, kann man sogar auf die gesprochene Sprache schließen. Die elamische Sprache war demnach das Chusische. Es wurde noch bis in das 10. Jh. n. Chr. im heutigen Khusistan gesprochen.

ca. 3.300 - 1700 v. Chr.

ca. 1300 - 1100 v. Chr.

50 - 650  v. Chr.

533 - 330 v. Chr

Achämeniden

Wahrscheinlich stammt die Keilschrift oben aus der achämenidischen Zeit unter Kyros II. Das Achämenidenreich ist das erste große Perserreich um 550 v. Chr. bis Alexander der Große es 330 v. Chr. zerschlug.

Alexander der Große brannte Persepolis ab. Vielleicht war es Rache für die von Xerxes I. 480 v. Chr. zerstörte Akropolis in Athen.

Das Achämenidenreich hatte seine größte Ausdehnung um 500 v. Chr. Es reichte von Libyen über Ägypten, über Palästina, Libanon, Syrien in die Türkei und Bulgarien und bis zum Kaukasus. Zypern, Irak und Afghanistan gehörten genauso zum großpersischen Reich wie die Völker in Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Das Reich endete erst am Indus. Bis dahin kam dann auch Alexander der Große. Manchen Quellen nach soll er sich hier ein tödliches Fiber geholt haben.

Grabmal Kyros II.

Das bescheidene Grab des größten aller Perserkönige Kyros II.

Ungefähr 80 km mit dem Auto nördöstlich von Persepolis ist das Grab Kyros II. (550-529 v. Chr.) in Pasargardae zu sehen. Der Baustil des Grabes gibt auch heute noch Rätsel auf, passt er doch so gar nicht in die achämenidische Grabarchitektur. Das Satteldach der Grabkammer deutet auf eine Herkunft aus dem Norden Asiens hin.

 

Logisch, das Grab ist leer. Kann gar nicht anders sein. Hier hat jeder jeden  im Laufe der Zeit überfall. Die Elamer die Babylonier, die Babylonier mal die Elamer, die Assyrer gegen… usw. Und was sonst noch für ein Volk in den letzten 2.500 Jahren am Grab vorbei kam und nur mal Neugierig reinschauen wollte.

Fotografien

Das erste Foto oben mit der elamischen - auch elamitischen - Keilschrift hat etwas besonderes. Nicht nur, dass man diesen so gut erhaltenen Stein in dem 16 ha. großen Gelände überhaupt gefunden hat, sonder auch das Licht am Nachmittag, das die so gut erhaltene Keilschrift plastisch hervorhebt.

 

Dann die Schärfe der Canon Lens FD 50 mm, 1:1,4 an der unverwüstlichen Profikamera Canon F1. Man bedenke, es ist ein Diafilm Agfa CT 100 der zum Entwickeln nach Deutschland geschickt werden musst. Vorher wurde er noch Wochen durch die Wüste geschaukelt. Besonders gut ist er nicht mal eingescannt. Den Nikon Cool Scann V gab es noch nicht als das Bild in den Mac kam.

 

Selbst bei Canon gibt es so eine Linse nicht mehr. Auch wenn man über 1000 Euro ausgibt. Die Linsen heute werden nicht mehr so präzise geschliffen. Vignettierungen, Kissen- und Tonnenverzerrungen, Farbfehler, und was sonst eine billige Linse noch alles produziert, gab es nicht. So gut waren die Linsen geschliffen.

 

Heute setzt man darauf, diese Objektivfehler lieber per Software heraus zu rechnen. Möge keiner auf die Idee kommen und sich so ein Bild durch eine billige Plastiklinse auf dem 32“-4K-Bildschirm hier anzusehen.