Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Barschartigen -  Perciformes

Familie Lippfische -  Labridae

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Familie: Lippfische -  Labridae

Größe: 8 cm, Tiefe: 2 m 

Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Lippfische  Labridae

Die Familie der Lippfische  Labridae  ist innerhalb der großen Ordnung der Barschartigen  Perciformes  nach den  Gobiidae , den Grundeln, die Zweitgrößte.

Kaum ein Autor getraut sich, für die Anzahl der Gattung und Arten Zahlen zu nennen. Das hat mehrere Gründe. Zum Einen gehören zu dieser riesigen Familie, die in der Tat nach den vorstülpbaren dicken Lippen benannt ist, so unterschiedliche Individuen wie der nur 45 mm groß werdende  Minilabrus striatus Randall & Dor, 1980 aus dem Roten Meer und der dicke, bis zu 2 m lange Napoleonfisch  Cheilinus undulatus Rüppell, 1835.

Zum Anderen sind die Fische auch wirklich schwer zu identifizieren, da häufig Männchen und Weibchen so unterschiedlich aussehen, da sie lange Zeit über als verschiedene Arten angesehen wurden.

Auch wandeln sich Weibchen oft mit zunehmendem Alter in männliche Tiere um (Geschlechtsdimorphismus) - was wieder ein anderes Farbkleid ergibt. Natürlich haben, um die Unordnung komplett zu machen, die Jungtiere ebenfalls eine andere, oft prächtig bunte Färbung.

Putzerlippfische  Labroides dimidiatus bei der Arbeit an einem Papageifisch Scarus sp.

Klar, dass deswegen die Lippfische ursprünglich bei Farb- und Formenabweichungen als eigene Arten beschrieben wurden. Erst in jüngster Zeit bringen die Aquaristik und verbesserte Freilandbeobachtungen etwas Ordnung in die Systematik der Lippfische. Die Zahl der Arten ist auf diese Weise schon von über 600 auf rund 200 in 71 Gattungen zurückgestuft worden.

Die Familie Labridae wird bisher in 5 Unterfamilien aufgeteilt:

Bodianinae - Schweinslippfische,

Cheilinae - Prachtlippfische,

Corinae - Junkerlippfische

Labrichthyinae - Putzerlippfische

Pseudodacinae - Meißelzahn-Lippfische

Wie polygenetische Untersuchungen 2005 ergeben haben ist diese Darstellung allerdings veraltet.

Aber auch diese neue Taxa ist nach wie vor umstritten. In den meisten Büchern werden die Gattungen der Familie Labridae (z. B. Nr. 220 nach Smith´s Sea Fishes) einfach in alphabetischer Reihenfolge der lateinischen Namen dargestellt. So umgeht man diese Problematik einfach.

Größe: ca.12 cm, Tiefe: 2 m  

Angaga, Ari-Atoll, 1996

Kopf eines  Thalassoma hardwicki, Regenbogenjunker

Trotzdem haben diese neuen Untersuchungen Überraschendes festgestellt Bisher wurde die Papageifische, die Scaridae, als eigene Familie geführt. Nach dem neuesten Kladogramm gehören sie aber wahrscheinlich als Schwestertaxon der Prachtlippfische (Cheilinini) zu den Lippfischen.

Dieses Kladogramm ist aus Wikipedia übernommen und zeigt die wahrscheinlichen Verwandtschaftsverhältnisse der Lippfische.

Lippfische (Labridae)

  ─ Schweinslippfische (Hypsigenyae) einschl.

Odacini 

  └─NN

    ─NN

    │   Labrini

    │  └─Klade Scarinae/Cheilinini

    │    ─ Papageifische (Scarinae)

    │    └─ Prachtlippfische (Cheilinini)

    ─ Zwerglippfische (Pseudocheilini)

    └─NN

      ─ Malapterus reticulatus

      └─NN

        ─Klade Cheilio/Novaculini

        │ ─ Zigarren-Lippfisch ( Cheilio inermis )

        │ └─ Messerlippfische (Novaculini)

        └─ Junkerlippfische (Julidini) einschl. Putzerlippfische (Labrichthyini)

Man kann die Arten in zwei Gruppen einteilen. Die einen graben sich nachts zum Schutz vor den Räubern im Sande ein, die anderen tun es nicht. Einige davon verstecken sich zwischen den Korallen. Andere Arten hüllen sich in eine geruchsabweisende Schleimschicht ein, die sie am Morgen auch wieder auffressen.

Lippfische sind tagaktive, lang gestreckte Fische die den Barschen ähnlich sehen. Allerdings schwimmen sie hauptsächlich mit den Brustflossen. Die Schwanzflosse als Antrieb setzen sie nur in besonderen Situationen wie z. B. bei der Flucht ein. Dieser Schwimmstil ergibt eine wellenförmig Bewegung. Vielleicht das einzige gemeinsame Merkmal, an dem man Lippfische erkennen kann.

Ähnliches Verhalten ist auch von einigen Papageifischen ( Scaridae ) bekannt. Bei beiden wird der Schleim von Drüsen produziert und durch Flossenbewegungen über den Körper verteilt. Als Jungtiere bevölkern Lippfische oft in großen Schwärmen die Riffkanten, während sie später zu territorialen Einzelgängern werden. Einige Arten betreiben eine Brutpflege, ja sogar Nestbau wird betrieben.

Ein Paar Putzerlippfische bei der Arbeit. Erst ist ein Preußenbanner -Lippfisch dran. Die nächsten Kunden warten geduldig bis sie an der Reihe sind: links ein Sträflingsseebader und rechts ein Drückerfisch.

Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m             Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Eine besondere Stellung und große Bedeutung für den Gesundheitszustand am Riff nehmen die überall bei der Arbeit zu beobachtenden Putzerlippfische ein. An den Putzerstationen herrscht oft ein richtiger Andrang und die Fische, vom Kleinsten bis zum mächtigsten Räuber, die sich von Parasiten befreien lassen wollen, stellen sich geduldig an und warten, bis sie an der Reihe sind. Man muss sich nur mal die Zeit nehmen und so eine Putzerstation ein paar Minuten lang beobachten ohne die Tiere zu stören.

Eigentlich leben Lippfische im Flachwasser, aber einige Arten kommen auch in Tiefen von über 200 m vor. Fast alle sind Fleischfresser, wenige leben ausschließlich von Zooplankton. Die große Mehrheit aber frisst alle Arten von  Invertibratae  (wirbellose Tiere) . Hartschalige Mollusken (Muscheln, Schnecken), Seeigel und Krustentiere werden von den kräftigen, oft vorstehenden Vorderzähnen mühelos geknackt. Wie schon angedeutet, sind auch die Lippfische protogyene Zwitter. Es gibt nicht nur Weibchen und Männchen, sondern auch noch „primäre“ und „sekundäre“ Männchen. Primäre Männchen werden als Männchen geboren, sind meistens dominanter und farbprächtiger, während sich sekundäre aus als Weibchen geborene Tiere entwickeln. Sie lassen sich an den Gonaden (Geschlechtsdrüsen) unterscheiden.

Einige Arten bilden Harems, d. h. ein starkes männliches Tier hat viele Weibchen um sich. Wird das Männchen weggefangen, wandelt sich das ranghöchste Weibchen innerhalb weniger Stunden äußerlich in ein Männchen um. Bereits nach 2 Wochen kann es befruchtungsfähiges Sperma abgeben. Die Fortpflanzung der Lippfische hängt von der Jahreszeit und von den Mondphasen ab. Immer in der wärmsten Zeit findet sie statt, auf der Nordhalbkugel also genau entgegengesetzt zur Südhalbkugel. Die tagaktiven Fische laichen am Rand des Riffes bei Einsetzen der Ebbe bei bestimmten Mondzyklen ab, damit das ins offene Meer fließende Wasser die befruchteten Eier mitnimmt.

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Fam. Lippfische Labridae Wrasses

UFam. Schweinslippfische Bodianinae Wrasses

Gat. Schweinslippfische Borianus Borianus . . .

Art Achselpunkt-Lippfisch Borianus axillaris 1 Axilspot hogfish Labre á tachetée Sumitsukibera Hikaa

UFam. Prachtlippfische Cheilininae Wrasses

Gat. Prachtlippfische Cheilinus Cheilinus . . .

Art Abudjubbes Prachtlippfisch Cheilinus abudjubbe 2 Cheilinus abudjubbe Vieille  Akaten Fanfulha landaa

Art Schneeflocken-Lippfisch Cheilinus chlorourus 3 Floral wrasse Vieille tachetée Akaten-mochino-up Fanfulha landaa

Art Rotbrust-Lippfisch Cheilinus fasicatus 4 Redbreast wrasse Madame tombée ragé Yashabera Fanfulha landaa

Art Prachtlippfisch Cheilinus trilobatus 5 Tripletail wrasse Vieille trile queue Mitsuba-mochino-uo Fanfulha landaa

Art Napoleon Cheilinus undulatus 6 Humphead wrasse Napoléon Megane-mochino-uo Maahulumbu landaa

Gat. Epibulus

Art Stülpmaul-Lippfisch Epibulus insidiator 7 Slingjaw wrasse Épibule gourami Gichibera Hikaa

Gat. Novaculichthys

Art Bäumchenlippfisch Novaculichthys taeniourus 8 Rockmover wrasse Rason algue Obi-tensumodoki Theyofulhi mas

UFam. Junkerlippfisch Corinae

Gat. Cheilio

Art Zigarrenlippfisch Cheilio inermis 10 Cigar wrasse Longue girelle Kamasubera Fanfulha mas

Gat Coris

Art Spiegelfleckjunker Coris aygula 11 Clown coris Clarisse clown Kanmuribera Hikaa

Art Indischer Clownjunker Coris formosa 12 Queen coris Girelle reine Yashabera Hikaa

Art Gelbschwanzjunker Coris gaimard 12a Yellowtail coris Girelle Tsuyubera Hikaa

Gat Vogellippfische Gomphosus

Art Vogellippfisch Gomphosus caeruleus 13 Green birdmouth wrasse Poisson oiseau Kugibera Theyofulhi hikaa

Gat. Halichoeres

Art Schachbrettjunker Halichoeres hortulanus 14 Checkerboard wrasse Lalo damier Tokarabera Gulsanpaa hikaa

Art Streifenjunker Halichoeres marginatus 15 Dusky wrasse Girelle arc-en-ciel Kanokobera Hikaa

Art Zickzackjunker Halichoeres scapularis 16 Zigzag wrasse Girelle zigzag Seitenbera Hikaa

Art Vroliks Junker Halichoeres vrolikii 17 Ind. Oc. pinstriped wrasse . . Hikaa

Gat. Hemigymnus

Art Streifenbannerfisch Hemigymnus fasciatus 18 Barred thicklip Tamarin à bande noires Shima-tarekuchi-bera Hikaa

Art Preußenbannerfisch Hemigymnus melapterus 19 Blackeye thicklip Tamarin vert Tarekuchi-bera Hikaa

Gat. Putzerlippfische Labroides

Art Zweifarben-Putzerlippfisch Labroides bicolor 20 Bicolor cleaner wrasse . Somewakebera .

Art Putzerlippfisch Labroides dimidiatus 21 Bluestreak cleaner wrasse Nettoyeur à band bleue Hon-somewakebera

Gat. Thallassoma

Art Regenbogenjunker Thallassoma hardwicki 22 Sixbar wrasse Tamarin Senasujibera Hikaa

Art Jansens Lippfisch Thallassoma jansennii 23 Jansen's wrasse Girelle guêpe Yansen-nishikibera Hikaa

Art Mondsicheljunker Thallassoma lunare 24 Moonwrasse Girelle verte Otomebera Kaashi hikaa

Art Fünfstreifenjunker Thallassoma quinquevittatum Fivestripe wrasse Girelle Hakobera Hikaa

UFam. Meißelzahnlippfische Pseudodacnae

Gat. Meisselzahnlippfische Pseudodax

Art Meiselzahnlippfisch Pseudodax molucannus Chiseltooth wrasse Vieille ciseau ? Hikaa

UFam. Messerlippfische Novaculini

Gat. Meisserlippfisch Pseudodacinae

Art Doppelpunkt-Messerlippfisch Cymolutes praetextatus Chiseltooth wrasse Vieille  ? Hikaa

Familie Lippfische Labridae
Unterfamilie: Schweinslippfische - Bodianinae
Achselpunkt-Lippfisch  Bodianus axillaris (Bennett, 1832)

E: Axilspot hogfish, F: Labre á tachetée, J: Sumitsukibera, D: Hikaa

Größe: 12 cm, Tiefe: 7 m                  Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994

Achselpunkt-Lippfisch  Bodianus axillaris (Bennett, 1832)

Abgebildet ist ein junger Achselpunkt-Lippfisch, den man auch schon beim Putzen von großen Räubern wie Zackenbarschen gesehen hat. Ist er erwachsen, hat er einen dramatischen Farbwechsel durchgemacht. Von den zahlreichen weißen Flecken sind ganze vier, symmetrisch verteilt, pro Seite übrig geblieben, aber jetzt sind sie schwarz. Die Körperfarbe ist hellbraun. Sie legen ein ziemlich seltenes Fressverhalten für Fische an den Tag. Finden sie eine Schnecke, die sie mit den Zähnen nicht aufbeißen können, suchen sie sich eine feste Unterlage und schlagen ihre Beute solange dagegen, bis sie zerbricht. Bestimmt ist dieses Verhalten einmal in einem Aquarium beobachtet, beziehungsweise gehört worden.

Achselpunkt-Lippfische sind Einzelgänger, die allenfalls mal in losen Gruppen daherkommen. Sie leben von Schnecken, Muscheln, Krebsen und Schlangenseesternen. Seeigel erlegen sie, indem sie die Stacheln einzeln abbeißen um an das schmackhafte Innere zu gelangen. Sie gehören zu der Gruppe von Lippfischen, die sich nachts in den Korallen verstecken. Sie werden bis zu 20 cm groß und sein Lebensraum reicht bis auf 40 m herunter.

Vorkommen: Vom Roten Meer bis Japan im gesamten Indischen Ozean.

Unterfamilie: Prachtlippfische -  Cheilininae
Abudjubbes Prachtlippfisch  Cheilinus abudjubbe Rüppell, 1835

E: Cheilinus abudjubbe, F: Vieille , J: Akaten, D: Fanfulha landaa

Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m                      Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Abudjubbes Prachtlippfisch Cheilinus abudjubbe  Rüppell, 1835

Größe: ca.15 cm, Tiefe: 1 m                  Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Verblüffend wie viele dieser Prachtlippfische 2008 an der Insel Embudu herumschwammen und im toten Riffdach die Algen abschabten. Fishbase meint, sie werden genau 21,8 cm groß - wenn das man stimmt.

Das untere Bild zeigt den Versuch eines Abudjubbes Prachtlippfisches sich in der Nacht zu verstecken.

Vorkommen: Rotes Meer und westlicher Indischer Ozean.

Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 1 m                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Schneeflocken-Lippfisch  Cheilinus chlorourus (Bloch, 1791)

E: Axilspot h ogfish, F: Labre á tachetée, J: Akaten-mochino-uo, D: Hikaa

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m       Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Schneeflocken-Lippfisch  Cheilinus chlorourus (Bloch, 1791)

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m

Nur in dem 1999 neu für Touristen erschlossenen Süd-Nilandu-Atoll war dieser Schneeflocken-Lippfisch zu sehen. Vielleicht war er durch die dunkle Farbe zwischen all den im vorherigen Frühjahr abgestorbenen Korallen besonders gut zu finden.

Er wird das Korallensterben überleben. Gebiete mit Korallenbruch waren schon immer sein zuhause. Er muss nur unter den Korallenbruchstücken noch nach kleinen Krebsen, Würmern und anderem Getier suchen.

Wie noch einige andere Arten der Lipp- und Papageifische dreht er mit seinem Maul erstaunlich große Stücke um. Da drunter findet er seine Nahrung.

Bis zu 45 cm werden die meist paarweise am Riffabhang lebenden Fische groß.

Vorkommen: Westlicher Indischer Ozean, von der Küste Ostafrikas bis zu den Malediven und Sri Lanka.

Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Rotbrustlippfisch  Cheilinus fasciatus (Bloch, 1791)

E: Redbreast wrasse, F: Madame tombée ragé, J: Yashabera, D: Fanfulha landaa

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m                  Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Rotbrustlippfisch  Cheilinus fasciatus (Bloch, 1791)

Die Gattung  Cheilinus umfasst allein 15 Arten. Der Rotbrust-Lippfisch ist durch seine schöne Färbung leicht zu erkennen. Auf den Malediven ist die Farbe rostbraunorange. In anderen Gewässern, so um Australien, ist er kräftig rot gefärbt. Seinen Körper zieren fünf weiße Querbinden, den Schwanz zwei. Um die Augen sieht es aus, als habe sich der Fisch geschminkt. Strahlenförmig umgeben rote Striche seine Augen.

Dieser Lippfisch ist an Insel, wo nicht gefüttert wird, verhältnismäßig scheu und hat dort eine größere Fluchtdistanz. Er durchstöbert Sandböden nach darin lebenden Kleingetier. Er wird bis zu 40 cm groß und ist im flachsten Wasser ebenso zuhause wie in 40 m Tiefe.

Ist er zum Graben zu faul, schleicht er sich an andere den Boden aufwühlende Fischen wie Meerbarben an, um denen Teile der Beute wegzuschnappen. Werden irgendwo Fische gefüttert, ist er einer der ersten, der einem die dargebotene Nahrung regelrecht aus der Hand reißt.

Vorkommen: Im riesigen Gebiet vom Roten Meer bis Japan, Samoa und Neu Kaledonien.

Prachtlippfisch  Cheilinus trilobatus  Lacepède, 1801

E: Tripletail wrasse, F: Vieille trile queue, J: Mitsuba-mochino-uo, D: Fanfulha landaa

Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m                 Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Prachtlippfisch  Cheilinus trilobatus  Lacepède, 1801

Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Ziemlich selten und sehr scheu ist dieser 40 cm groß werdende Lippfisch mit dem dreizackigen Schwanz. Die Nahrung besteht aus kleinen Fischen, aus Krustentieren jeder Art und von Muscheln und Schnecken, die er mühelos mit seinen kräftigen Zähnen aufbeißt.

Lippfische sind als Art sowieso schon außergewöhnlich genug. Aber wenn die Meldung stimmt, dass 1964 in sage und schreibe 405 m Tiefe vor Durban wirklich 2 Jungfische dieser Art gefangen wurden, dann muss man sich fragen, was machen die dort unten, wie halten sie solche Tiefen aus oder war diese Meldung falsch? Nachzulesen in Smith‘s Sea Fisches Seite 690.

Genauso selten wie er anzutreffen ist, ist die Literatur über diese schöne Art. Bitte Vorsicht mit dem deutschen Namen. Der Lebensraum dieser Fische sind stille, ungestörte Riffabschnitte. Nachts klemmen sie sich in die ungewöhnlichsten Spalten.

Vorkommen: Indopazifik.

Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m                 Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Napoleon  Cheilinus undulatus Rüppell, 1835

E: Humphead wrasse, F: Napoléon, J: Megane-mochino-uo, D: Maahulumbu landaa

Größe: ca.125 cm, Tiefe: 1 m            Helingeli, Nord-Male-Atoll, 1989

Das Bild zeigt einen jungen Napoleon, der von einer Pferdemakrele begleitet wird, die Deckung beim Anschleichen an kleine Fische sucht, die sich vor dem Napoleon nicht fürchten.

Napoleon  Cheilinus undulatus Rüppell, 1835

Größe des Napoleons: ca. 80 cm, Tiefe: 1 m   

Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1999

Selten passt ein Name so gut wie in diesem Fall. Würdevoll schwimmt dieser Größte aller Lippfische daher und glotzt so in die Gegend, als hätte er gerade eine Schlacht verloren. Er wird über 2 m groß und kann dann 200 kg wiegen. Bis zu 32 Jahre soll er alt werden. In Tiefen von 100m ist er schon nachgewiesen worden.

Große hervorstehende Augen, riesige dicke Lippen und ein fahles, verwaschenes Grün machen diesen großen Gesellen unverwechselbar. Er ist mit vielen Namen belegt worden. Im Englischen heißt er auch Humphead wrasse oder Humphead maori wrasse. Fishbase schafft aber da Ordnung. Doch die haben etwas gegen die Deutschen. Fischnamen in Deutsch sind sehr selten. Dafür gibt es 20 verschiedene Fischnamen von philippinischen Inseln...

Mir würde aber nie einfallen, ihn gar „Gewellten Lippfisch“ zu nennen. Er erinnert doch zu sehr an den „petite coporal“. Aber diese Napoleons hier leben von Seeigeln, Muscheln, Krebsen und von am Boden lebenden Fischen, meistens von solchen, die sich im Sand eingewühlt haben. Für die Jagd auf Fische im freien Wasser dürfte er ein zu schlechter Schwimmer sein. Seine Beute fängt er durch Saugschnappen.

Dabei kann sein großes, blitzartig aufgerissenes Maul einen solch starken Sog erzeugen, dass eine ihm Futter reichende Hand glatt mit eingesaugt werden kann. Mir ist ein Fall vom „Fishhead“ bekannt. Eine italienische Taucherin wollte einem der stattlichen Kerle dort ein gekochtes Ei reichen und bezahlte dafür mit einer total zertrümmerten Hand.

Vorkommen: Indopazifik.

Alle vorhandenen Bücher, Fishbase, das Web durchforstet: kein Zweifel, es ist ganz junger Napoleon der erst zwischen 30 und 40 cm groß ist.

Größe: ca. 35 cm, Tiefe: 1 m            Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001

Schön gezeichnet ist dieser junge Napoleon. Das er noch nicht erwachsen ist, läßt sich an der fehlenden Beule auf der Stirn erkennen.

Die charakteristische Beule an der Stirn ist schon deutlich zu erkennen.

Größe: 60 cm, Tiefe: 3 m               Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001

So ein halbstarker Napoleon hätte schon gerne einen der vielen Rotzahn-Drückerfische (Ondus niger) zum Abendbrot. Aber wie rankommen?

Größe: ca. 150 cm, Tiefe: 3 m            Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 2000

Wahrscheinlich der größte Brocken den man beim Skin Diving vor die Maske bekommen kann.

Größe: ca. 180 cm, Tiefe: 5 m  Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

So ein Napoleon kann sein Maul ganz schön weit aufreißen. Der Sog, der dabei entsteht, fördert die Nahrung in seinen gewaltigen Körper.

Größe: ca. 150 cm, Tiefe: 4 m   Meedhufushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999

Ist der schon fast ausgewachsene Dicke auf Brautschau? Oder ist es nur Familie da hinten?

 

Geschlechtsunterschiede sind nicht äußerlich zu erkennen.

Größe: ca. 180 cm, Tiefe: 4 m      Meedhufushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999