Sanssouci

1750-1801

Sanssouci

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Communs

November 2016

Blick am Wachhaus auf dem Ehrenhof des Neuen Palais vorbei auf die Cummuns Nord

November 2016

Links die südliche und rechts die nördlichen Communs. Die Kolonnaden sind noch nicht freigegeben.

An der äußersten Westseite des Parks von Sanssouci liegt das Neue Palais mit mehreren Gebäudekomplexen. Getrennt von der „Mopke“, dem historischen Fest- und Exerzierplatz auf der Westseite erstrecken sich ebenfalls in Nord-Süd-Richtung die Gebäude der Communs.

 

Es sind Wirtschaftsgebäude in barocker Schlossform, natürlich in preußischer Barockform, also besonders besparsam ausgeführt. Es ist die letzte Schlossanlage in dieser Stilrichtung in Deutschland. Um Geld zu sparen sind z. B. die Klinker der Gebäude nur aufgemalt.

 

Westlich des Neuen Palais gab es zur damaligen Zeit nur Sümpfe und Ödland. So dienten die Wirtschaftsgebäude dem Schloss auch als Sichtschutz.

 

Friedrich der Große plante die gesamte Anlage nur als Gästehaus im Sommer und nicht als ein Wohnsitz. Erst im Deutschen Kaiserreich von 1871 bis 1918 residierte hier Kaiser Wilhelm II. ab 1889 bis zum Ende der Monarchie.

Commun - Nord

Oktober 2013

Communs, das nördliche Gebäude. In dem Jahr sind die fast fertigen Kolonnaden zu sehen.

Oktober 2013

Nördliche Communs.

Oktober 2009

Oktober 2009

Blick vom nördlichen Communs

Daten

 

1750: Georg Wenzeslaus von

Knobelsdorff erstellt die ersten Pläne.

 

1754-1756: Johann Gottfried Büring

und Jean Laurent Le Geay

vervollständigen sie.

 

1756-1763: Der Siebenjährige Krieg,

verhindert den Baubeginn bis 1763.

 

1764: Friedrich der Große war ein

schwieriger Bauherr. Mitten in den

Bauausführungen setzte er noch

Änderungen durch und Büring und

Le Geay wurden durch Carl von

Gontard ersetzt.

 

1763-1769: Nach nur 6 Jahren

Bauzeit standen den königlichen

Gästen 200 Räume, 4 Festsäle und

ein Rokokotheater zur Verfügung.

 

1766-1769: Entsprechend groß

mussten die Pavillons der Communs

ausgelegt sein. Für Küche und

Dienerschaft wurden Arbeits- und

Unterkunftsmöglichkeiten benötigt.

 

Die Bauten sollten die Macht

Preußen zeigen und haben den nach

den Kriegen verarmten Bevölkerung

dringend benötigte Arbeit gegeben.

 

1768: Das Rokokotheater ist fertig.

 

1769: Nördlich der Communs wird

das Hofgärtnerhaus, südlich das

Kastellanhaus errichtet.

 

1786: Friedrich der Große stirbt. Das

Schloss wird kaum noch genutzt.

 

1823: Das Hauptpaterre wird

umgebaut.

 

1831: Prinz Friedrich Wilhelm wird

hier geboren. Er wird dann 99 Tage

lang (9.März bis 15.Juni 1988) Kaiser

Friedrich III.

 

1894: Erst jetzt wird die

Schlossterrasse auf der Ostseite des

Neuen Palais fertiggestellt. Ein

Wassergraben um das Schloss

herum wird zugeschüttet.

 

1896: Kaiser Wilhelms II. lässt das

Schloss und die Pavillonbauten mit

einem unterirdischen Gang

verbinden.

 

1889-1918: Kaiser Wilhelms II. nutzt

das Neue Palais während seiner

gesamten Regentschaft als

Regierungssitz. Das Schloss wird in

dieser Zeit laufend renoviert.

Dampfheizung, Toiletten und Bäder,

elektrisches Licht und ein Aufzug

werden eingebaut.

 

1918: Nach dem Ende des 1.

Weltkrieges wird das Schloss als

Museum genutzt.

 

1945: Die glorreiche Sowjetarmee

plündert das Schloss.

Oktober 2009

Mächtig wirkt Communs-Nord aus dieser Perspektive. Friedrich II. war Mitte des 18. Jahrhunderts der Einzige in Europa, der noch an seinen beiden bevorzugten Baustilen festhielt. Sein Schloss Sanssouci in Rokoko und die Bauten hier in einem abgewandelten Barock. In Europa war da schon der Frühkassizismus en vogue.

Oktober 2009

Oktober 2009

Seit 1998 steht Viktoria, die römische Göttin des Sieges, wieder auf der Kuppel der Communs-Nord. Das Holzmodell der Statue stammt von Johann Christoph Wohler d. J. und wurde von Friedrich Jury in Kupfer getrieben. Die Figur ist vergoldet.

Oktober 2009

Oktober 2009

Hier die Fassade am Ende der Freitreppe des

obigen Bildes. Von hier oben geht der Blick über

den Kastaniengarten. Den Bäumen geht es wegen der Miniermotte gar nicht gut.

 

Dahinter liegt das Haus der Hofgärtner mit einer

kleinen Orangerie (beide Bilder unten).

Am rechten Geländer der rechten Freitreppe der

Communs-Nord steht dieser Wonneproppen. Eine

weibliche Figur mit je zwei Putten sind von den

Gebrüdern Räntz geschaffen. Die Lampen sind

nicht besonders schön und sehen aus wie aus einer DDR-Produktion, sind aber wohl Originale.

Nutzung der Commun - Nord

Oktober 2009

Blick auf den Kastaniengarten

Warum also setzte sich König Friedrich Wilhelm III. die Armee, wenn es

auch nur ein Infantrie-Lehr-Batalion war, vor die Haustür? Die Soldaten

sollten für die nächsten 100 Jahre bleiben. Die Zeitgenossen sprachen

alsbald von "der schönsten und vornehmsten Kaserne Preußens".

Erstaunlicher Weise wird der

Bau ab 1820 als Kaserne

genutzt. Erstaunlich deshalb,

weil jeder Staat seine Soldaten

gerne fernab jeder Siedlung

irgendwo weitab im Wald

unterbringt.

 

Die in Saft stehenden Jungs

sollen nicht die gesamte

weibliche Bevölkerung

schwängern, nicht flüchten

können, nicht an Alkohol

kommen. Rund um Berlin gibt

es bestimmt 100 solcher

Kasernen.

 

Die nutzten schon die

Gardefüsiliere, die Truppen der

Kaiser, die Nazis, die NVA, der

Iwan und  jetzt die Bundeswehr.

Commun - Süd

Mai 2010

Blick auf die Commun - Süd. Trotz Bauarbeiten überall geht der Unibetrieb weiter

Oktober 2013

Das war mal ein Wirtschaftsgebäude! Die Räume sind so hoch, dass die DDR mit Stahlträgern Zwischengeschosse eingebaut hat.

Juli 2012

An den Kolonnaden sind die für die Ewigkeit gebauten Stahlgerüste noch zu sehen.

Die Communs-Süd brannte 1945 komplett aus. Die Kuppel und die Bekrönungfigur - Fortuna mit Füllhorn - wurden 1996-1998 wieder

hergestellt.

 

Von hier aus führt ein Tunnel zum Neuen Palais. Wollte der Kaiser im

gegenüberliegenden Friedrichsflügel im Winter nicht immer kaltes Essen haben?

 

Die beiden Communs sind mit einer Kolonnade verbunden. Die war bis Herbst 2014 hinter Planen verschwunden und mit einer 700t schweren Konstruktion eingerüstet. Jetzt sind 24,7 Millionen Euro nach 6 Jahren Bauzeit  verbaut.

Nutzung der Commun - Süd

Mai 2010

Bis 1918 erfüllte sie den Zweck für den sie gebaut worden war. Sie beherbergte Küchen, Gästezimmer, Dienerkammern, Pferdeställe. Und das alles verborgen hinter einer Schlossfassade.

 

Die aufstrebende Großmacht Preußen hatten

ihre Rolle noch nicht gefunden, baute sich kulissenhafte, überladene Staatsgebäude.

 

Der König selber muss es bemerkt haben, denn er nannte die Bauten steingewordene "Fanfaronade". SM parlierte ja am liebsten Französisch.

 

Unter den Nazis war der gesamte Komplex für die „Reichsschule des Deutschen Arbeiterdienstes“ reserviert.

 

1948 zog die „Brandenburgische Landeshochschule“ ein, später umbenannt in „Pädagogische

Hochschule Karl Liebknecht“ (was für ein scheußlicher Name!).

 

Heute ist in den Communs und im Marstall die UNI Potsdam mit der Philosophischen Fakultät und den Instituten für Mathematik und Physik, sowie Sport  zuhause.

November 2016

Die Communs. Links der Südbau, in der Mitte die Kolonnaden mit dem Triumphtor, rechts der Nordbau.

Ganz schön große Wirtschaftsgebäude für Preußen nach den vielen Kriegen im 18. Jh.